Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2014
© Jenzig, photocase.de

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20 Jahre Linux im Magazin

Richtig erwachsen

Mei, is' des groß g'worden! Das Linux-Magazin begleitet Linus Torvalds' Baby bereits von Kindesbeinen an und hat auch die Flegeljahre überlebt. Versuch eines Durchmarschs.

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"First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win." Der bekannte Ausspruch zu den Phasen der Entwicklung einer revolutionären Idee wird gern Mahatma Gandhi in den Mund gelegt. Der hat ihn so vermutlich nie geäußert, aber er lässt sich schön auf die Entwicklung von Linux münzen, die das Linux-Magazin seit nunmehr zwei Jahrzehnten begleitet.

Gut drei Jahre nachdem Linus Torvalds sein "Hobbysystem" angekündigt hat [1], erscheint im Oktober 1994 erstmals das Linux-Magazin. Die Kernelversion ist bei 1.0 angelangt und die Hefte flattern zunächst nur Mitgliedern der Deutschen Linux User Group (DELUG) ins Haus. Verein und Vereinszeitschrift hat Rudolf Strobl gegründet, Klaus Weidner kümmert sich um die technischen Artikel. Ab 1995 gibt es das Magazin dann für 98 D-Mark im Jahr im freien Verkauf.

Früher dran als das Linux-Magazin ist nur das "Linux Journal". Bob Young, der schon bald Red Hat mitgründen wird, hat es im März 1994 gestartet und es steuert sogar einen Artikel zur Erstausgabe des Linux-Magazins bei.

Phase 1

Das erste Editorial des Gründers Rudolf Strobl sieht Linux im Herbst 94 noch in Phase 1 des erwähnten Zyklus – es wird ignoriert. Viele Leute halten Linux für eine weitere Share- oder Freeware, wie es sie für Windows 98 häufig gibt. Unix-Anbieter stecken da schon in Phase 2 und machen sich über den mangelnden Support für Linux lustig: "Ja wo gehen Sie denn dann hin, wenn es keinen Verantwortlichen gibt?" Support gibt es zwar, doch findet der meist über das noch junge Internet statt.

Das Netz von 1994

Das besteht 1994 in Deutschland vor allem aus dem Usenet, dessen Nachrichten der Kundige mit Newsreadern liest, sowie aus E-Mail-Diensten und FTP-Servern, auf denen die Software lagert. Das WWW nimmt gerade erst Fahrt auf.

Immerhin: Im ersten Heft sucht ein Autor seine Software aus dem "InterNet" (!) zusammen, das zweite führt eine Rubrik "Neues aus dem Internet" ein. "Linux wäre ohne das Internet nicht denkbar und dürfte das erste Projekt in dieser Größe sein, dass auf diese Weise realisiert wurde und wird", schreibt das Linux-Magazin in einer kurzen Abhandlung zu Linux und Linus. Letzteren bildet die Redaktion eher unvorteilhaft ab (Abbildung 1).

Abbildung 1: Linux, das legt dieses bereits 1994 verwendete Bild nahe, basiert nicht allein auf Code.

Das Internet wird ständige Referenz im Magazin, schon bald stellt ein Autor das WWW metaphorisch dem höchsten Gut der Deutschen zur Seite – der Autobahn: "Das World Wide Web ist derzeit in aller Munde: kein Modembesitzer, der nicht schon einmal auf der vielbeschworenen Datenautobahn gewesen wäre – und sei es mehr oder weniger auf der Standspur", kalauert ein Artikel.

Andere sehen Gefahren auf dem noch jungen "Information Highway" lauern: "Bedenklich ist die zunehmende Verbreitung neuer Dienste im Internet, insbesondere das World Wide Web. Hier werden komplexe Programme und Protokolle zum Datenaustausch verwendet, kaum jemand weiß genau, was hinter den Kulissen passiert", zitiert Ausgabe 06/95 William Cheswick, den Sicherheitsbeauftragten von AT&T. Er empfiehlt Einwegpasswörter und warnt vor Passwortdiebstählen über Telnet und Rlogin.

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