Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 09/2014

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: Checkraid 0.68, Cpufreppy 2014-07-02, Ddrutility 2.5, Hashrat 1.0, Linux-Dash 0.5, Multitail 6.2.1

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Hashrat 1.0

Prüfsummen erzeugen

Quelle: https://sites.google.com/site/columscode/home/hashrat

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Gtkhash, Md5sum, Shasum

Prüfsummen sind ein gängiges Mittel, um die Datenintegrität zu gewährleisten. Mit dem Konsolenprogramm Hashrat erzeugen Benutzer im Handumdrehen Hashes – und das sogar rekursiv für ganze Verzeichnisbäume. Es unterstützt zahlreiche Algorithmen, darunter MD5, Sha1, Sha256, Sha512, Whirlpool, JH-224, JH-256, JH-384 und JH-512.

Beim Aufruf übergeben Anwender den Algorithmus und eine Datei. Das Tool erzeugt danach nicht nur die Prüfsumme, sondern hält auch die aktuellen Zugriffsrechte, die Dateigröße, die Zugriffszeit und die Eigentumsverhältnisse fest. Der Parameter »-r« sorgt dafür, dass Hashrat einen Verzeichnisbaum rekursiv abarbeitet. Die Ausgabe leiten Benutzer in eine Datei um und ziehen diese später zusammen mit der Option »-c« zu Kontrollen heran.

Das Tool schreibt für jede Datei den Status »OKAY« oder »FAILED« nach Stdout. Wer nur veränderte Daten sehen will, nutzt stattdessen »-cf« . Praktisch ist auch der CGI-Modus (Option »-cgi« ), der HTML-Seiten mit den Hashes generiert.

★★★★

Hashrat ist ein praktischer Helfer. Das Tool ist leicht zu bedienen und punktet mit einer Vielzahl von unterstützten Algorithmen sowie der rekursiven Arbeit in Verzeichnisbäumen.

Checkraid 0.68

Raid-Kontrolle für Nagios

Quelle: https://www.unixadm.org

Lizenz: LGPL

Alternativen: Nagios-Plugin Check_raid

Für Hardware- oder Software-Raids gibt es jeweils Programme, um den Status der Systeme zu kontrollieren. Das Perl-Skript Checkraid bietet eine einheitliche Schnittstelle, um beide Varianten zu überwachen. Das Tool unterstützt die Softwarelösungen Mdadm und ZFS sowie Hardware von Adaptec und 3ware.

Eigene Prüfalgorithmen sind nicht enthalten. Checkraid greift direkt auf die Tools der jeweiligen Raid-Lösung zu, analysiert deren Ausgabe, bereitet sie optisch auf und erzeugt einen einheitlichen Rückgabewert. Die Werte 0 (»OK« ), 1 (»WARNING« ), 2 (»ERROR« ) und 3 (»UNKNOWN« ) entsprechen den Returncodes, die Überwachungstools wie Nagios erwarten. Ohne Parameter aufgerufen kümmert sich Checkraid um einen Adaptec-Controller. Alternativ geben Admins hinter »-c« ein anderes Raid-System an: »3ware« , »zfs« oder »md« .

★★★★★

Die Idee, ein einziges Tool zum Prüfen gängiger Hardware- und Software-Raids einzusetzen, besticht. Leider gibt es keine Konfigurationsdatei, was zu einem Problem mit der Mdadm-Unterstützung führt. Im Code ist das Gerät als »md0« verankert. Wer ein Device namens »md1« oder »md127« hat, der muss das Skript im Texteditor bearbeiten. Liefert der Entwickler eines Tages eine Einrichtungsdatei oder Aufrufparameter nach, bekommt Checkraid mehr Punkte.

Linux Dash (Juli 2014)

Monitoring per Webbrowser

Quelle: http://www.linuxdash.com

Lizenz: MIT-License

Alternativen: PHP Sysinfo

Wer den Systemstatus seines Linux-Servers im Browser überwachen möchte, sollte sich Linux Dash anschauen. Das Monitoringtool setzt auf PHP 5 und benötigt neben einem Webserver die Bibliotheken PHP XML, PHP Common und PHP Json. Admins kopieren das Skript einfach in den Webspace. Um die Zugangskontrolle via Htaccess und eine SSL-Verschlüsselung kümmern sie sich selbst, denn sonst liest jeder mit.

Neben Informationen zu Betriebssystem, Hostname und Uptime finden Nutzer im Dashboard auch Angaben über Systemlast sowie Festplatten- und Arbeitsspeicher. Linux Dash bezieht seine Informationen, indem es Standard-Shelltools wie »df« , »netstat« oder »ps« befragt. Im Netzwerkbereich prüft es mit »ping« den Verbindungsstatus, ermittelt die bereitstehende Bandbreite und zeigt Verbindungen zu anderen Rechnern an.

Die verschiedenen Bereiche des Dashboards erreicht der Admin über die Symbole am oberen Rand. In jeder Kategorie findet er Widgets für die Anzeigen, die er bequem per Drag  &  Drop hinzufügt und anordnet.

★★★★★

Linux Dash gefällt mit seinem responsiven Layout und macht im Gegensatz zu anderen Monitoringtools für den Browser auch auf Smartphones und Tablets eine gute Figur.

Ddrutility 2.5

Erweiterung für GNU Ddrescue

Quelle: http://ddrutility.sourceforge.net

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Ddrescue

Die beiden Tools Dd und Ddrescue sind altbewährte Helfer bei der Datenrettung. Ddrutility setzt noch einen drauf und unterstützt Anwender beim Wiederherstellen, da es kontrolliert, ob Dateien kaputte Blöcke besitzen. Die Werkzeugsammlung besteht aus den Programmen »ddrutility« , »ddru_findbad« , »ddru_ntfsbitmap« und »ddru_ntfsfindbad« . Ersteres ist streng genommen ein Metatool, das jeweils auf eines der anderen verweist.

So ermittelt das Shellskript »ddru_findbad« beispielsweise, welche Dateien von fehlerhaften Sektoren auf dem Datenträger betroffen sind. Es arbeitet mit den Dateisystemen NTFS, Ext 2, Ext 3, Ext 4 sowie FAT 16 und FAT 32 zusammen. Dabei greift es auf die externen Tools Sleuthkit, Fdisk und NTFS-3g zurück. In der Voreinstellung setzt »ddru_findbad« eine Sektorgröße von 512  Byte an, die Anwender mit »-s« variieren.

Auch wenn das Tool mit NTFS-Partitionen umgehen kann, haben die Entwickler zusätzlich »ddru_ntfsfindbad« beigelegt. Es ist schneller als »ddru_findbad« , weil es unter anderem keine Drittprogramme benötigt. Das Tool »ddru_ntfsbitmap« eignet sich ebenfalls für NTFS-Dateisysteme. Es legt eine Bitmap-Datei der beschädigten Partition ab, mit deren Hilfe »ddrescue« eine Recover-Domain erzeugen kann. Dabei stellt es nur die wirklich genutzten Datenblöcke wieder her. Sicherheitshalber sollten Anwender alle Werkzeuge nur auf Kopien des beschädigten Datenträgers loslassen.

★★★★

Ddrutility ist eine nützliche Toolsammlung, die zusammen mit Dd und Ddrescue die Datenrettung erleichtert. Es liegt eine umfassende Dokumentation bei.

Multitail 6.2.1

Logfiles beobachten

Quelle: http://www.vanheusden.com/multitail

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Tail

Wer viele Logfiles gleichzeitig beobachten möchte, stößt mit Less oder Tail schnell an Grenzen. Multitail ist eine flexible Alternative. Genau wie Tail gibt das Tool in der Voreinstellung die letzten zehn Zeilen einer Datei aus. Es kennt ebenfalls den Parameter »-f« , der die Anzeige automatisch aktualisiert. Multitail beobachtet damit beliebig viele Protokolle und teilt seine Ausgabe im Fenster mit Hilfe der Ncurses-Bibliothek auf.

Damit die Übersicht gewahrt bleibt, blendet [X] gezielt Bereiche aus. Auch die Größe der Unterfenster ist variabel, und Syntax Highlighting erleichtert die Orientierung. Benutzer können in den einzelnen Dateien wie gewohnt mit »/« nach Begriffen suchen und dabei auch reguläre Ausdrücke verwenden. Die Suche funktioniert optional für alle oder nur die aktuelle Datei.

Verschiedene Aufrufparameter beeinflussen die Anzeige, und mit »-I« ist es sogar möglich, Logs zusammenzuführen. Mit der Option »-l« verarbeitet Multitail auch die Ausgaben von Programmen und hebt auf Wunsch bestimmte Muster hervor. In den Konfigurationsdateien »/etc/multitail.conf« und »~/.multitailrc« definieren Anwender ihre Vorlieben und ordnen bestimmten Protokollen ein Farbschema zu, sofern die Voreinstellung nicht gefällt. Ein Blick in die ausführliche Manpage empfiehlt sich, im laufenden Betrieb blendet [H] eine Hilfe ein.

★★★★★

Für dieses praktische Tool gibt es volle Punktzahl. Es beobachtet zuverlässig mehrere Logdateien, aktualisiert die Anzeige, ist flexibel konfigurierbar und eignet sich auch für den Einsatz per SSH auf entfernten Rechnern.

Cpufreppy 2014-07-02

CPU-Taktrate einstellen

Quelle: http://cpufreppy.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Cpufrequtils, Granola

Linux-Systeme können die Taktfrequenz der Prozessoren auslesen und sie gegebenenfalls anpassen. Normalerweise passiert das vollautomatisch. Wer nachhelfen möchte, der sollte sich Cpufreppy anschauen, das die Taktraten der Kerne erfasst und bei Bedarf neu setzt.

Benutzer rufen »cpufrepppy« ohne Parameter auf und arbeiten interaktiv mit dem Tool. Am Prompt blenden sie mit »help« eine Liste aller Kommandos ein. Um in Erfahrung zu bringen, welcher Taktverwaltungs-Mechanismus gerade auf welchem Prozessorkern aktiv ist, geben Anwender »ma« ein. Eine Übersicht aller bereitgestellten Verwaltungsmechanismen zeigt »mag« .

Die meisten Kernel stellen die Governors »ondemand« , »powersave« , »userspace« und »performance« zur Verfügung, wobei »userspace« in der Regel der Standard ist. »set-modality« ändert die Governor-Konfiguration für jeden verfügbaren Kern, »set-frequencies-min« beziehungsweise »set-freqencies-max« legen die Grenzwerte für die Taktrate fest. Den aktuellen Taktstatus verrät »mlf« , »lfa« gibt eine Übersicht aller Taktraten.

Cpufreppy greift auf die »/sys« -Einstellungen zu und nutzt »print« -Befehle, um die Werte auszulesen. Dafür sind keine Rootrechte erforderlich. Anders sieht es aus bei den »set« -Kommandos, um die Kerne anzupassen.

★★★★★

Während das Tool bei den Statusabfragen die Werte aller Kerne ausgibt, haben die Entwickler nur Kommandos zum Anpassen der ersten vier Prozessorkerne implementiert. Daher ist Cpufreppy auf großen Systemen nur bedingt einsetzbar. (U. Vollbracht/hej)

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