Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2014
© Fedor Kondratenko, 123RF.com

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Ein Konferenz-WLAN mit IPv6 geht noch nicht mit OSS-Tools

Catering V6

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Ein Konferenz-WLAN für Tausende Benutzer zu servieren – das ist eine Aufgabe mit vielen Tücken. Die Veranstalter der Fosdem 2014 brachten das Kunststück fertig, dies auch gleich durchgehend mit IPv6 anzubieten. Leider fehlt es noch an freien Accesscontrollern, daher bleibt Open Source außen vor.

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Nicht erst seit der massiven Ausbreitung von Smartphones ist ein funktionierendes WLAN für Konferenzbesucher eigentlich selbstverständlich. Umso überraschender, dass es schon die Veranstalter mittlerer oder großer Events wie Cebit oder Linuxtag immer wieder vor große Herausforderungen stellt, den Besuchern ein kostenloses und zuverlässiges Funknetzwerk anzubieten.

Probleme, Probleme

Das es kein Selbstläufer ist, weiß auch jeder Admin, der nicht mehr mit ein, zwei oder drei WLAN-Routern auskommt oder zahlreiche Clients in verschiedenen Netzen versorgen will. Die Probleme reichen von der Funktechnik übers Routing, Roaming, die ausreichende Abdeckung, böswillige Teilnehmer bis hin zur Hard- und Software.

Der Autor dieses Artikels konnte bei Großveranstaltungen wie der Debconf 2013 [1] und der Fosdem 2013 und 2014 ([2], [3]) Erfahrungen sammeln, die zwar zeigen, wie es gehen kann, aber auch offenbaren, woran es (noch) hakt, vor allem dann, wenn der OSS-affine Admin solche Infrastrukturen mit Open-Source-Tools und Linux auf die Beine stellen will.

Wifi-Funktechnik

Die IEEE-Norm 802.11 definiert die gängigen Wifi-Standards: 802.11b und 802.11g funken im lizenzfreien Frequenzbereich um 2,4 GHz, 802.11ac ausschließlich im ebenso lizenzfreien Frequenzbereich um 5 GHz, und 802.11n kann in beiden Bereichen funken. Vorteil der höheren Frequenzen ist die höhere Übertragungsgeschwindigkeit, Nachteile sind die kürzere Reichweite und die deutlich höheren Kosten für die Technik.

Auf der anderen Seite ergibt sich dadurch (heute noch) ein signifikanter Vorteil von 5 GHz: Die wenigsten Endgeräte nutzen dieses Spektrum bisher, der Frequenzbereich bleibt meist frei. Wer also öfter auf Konferenzen mit vielen Teilnehmern unterwegs ist, sollte die Extrakosten für einen neuen WLAN-Stick in Kauf nehmen – nicht selten hat er das bessere Netz.

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