Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2014

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Jsonwatch 0.1.1, Mkgmap r3116, Flat File Extractor 0.3.4, Flom 0.3.1, Synctool 6.0 sowie Malheur 0.5.4.

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Jsonwatch 0.1.1

Änderungen in Json-Daten verfolgen

Quelle: https://github.com/dbohdan/jsonwatch

Lizenz: MIT

Alternativen: keine

Viele Webseiten und Programme setzen auf die Javascript Object Notation, kurz Json. Jsonwatch behält Dateien dieses Formats im Auge und arbeitet dabei ähnlich wie das Kommando »watch -d« , das anzeigt, was sich seit dem letzten Aufruf geändert hat. Das Tool fragt dazu in regelmäßigen Abständen die beim Aufruf übergebene URL (Parameter »-u« ) ab oder führt das beim Start übergebene Programm aus. Soll Jsonwatch ein lokales Programm beobachten, gibt der Anwender dieses hinter »-c« an.

Falls nicht anders definiert, prüft das Tool die Ausgabe alle fünf Sekunden. Das Intervall passen Anwender hinter »-n« an eigene Wünsche an. In der Voreinstellung schreibt Jsonwatch seine Beobachtungen nach Stdout. Nach der ersten vollständigen Datensammlung notiert der Wächter anschließend nur noch die Differenzen. Dabei versieht er jeden Eintrag mit einem Zeitstempel. Wer diesen als störend empfindet, der unterdrückt die Hinweise mit »--no-date« . Auch die anfängliche vollumfassende Datenausgabe beim Aufruf deaktivieren Nutzer bei Bedarf über »--no-initial-values« .

Jsonwatch ist ein hilfreiches Konsolentool, das die Ausgaben von Webseiten oder Programmen beaufsichtigt. Es eignet sich bestens für den Einsatz in eigenen Skripten.

Mkgmap r3116

Openstreetmap-Karten fürs Garmin

Quelle: http://www.mkgmap.org.uk

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Osm2mp, Q Landkarte

GPS-gestützte Navigationsgeräte führen sicher ans Ziel – sofern das Kartenmaterial aktuell ist. Die Karten des Openstreetmap-Projekts stehen unter einer freien Lizenz und sind kostenlos. Aktualität ist gewährleistet, weil täglich viele Nutzer Geodaten sammeln und auf die OSM-Server laden. Das Tool Mkgmap hilft dabei, diese Informationen auf Garmin-Geräte zu bringen.

Um den Download des Kartenmaterials kümmert sich der Anwender selbst. Danach konvertiert Mkgmap die Daten. Als Ergebnis entsteht eine ».img« -Datei, die Nutzer per Dateimanager oder ein anderes Programm auf das Garmin-Gerät übertragen. Das Tool ergänzt die Landkarten optional um Informationen zu den Ländern und Regionen. Die Parameter »--code-page« und »--lower-case« passen den Zeichensatz an für den Fall, dass Sonderzeichen in Straßen- oder Ortsnamen problematisch sind.

Die Option »--index« generiert einen globalen Adressenindex, »--gmapsupp« bindet ihn in die Imagedatei ein. Einen externen Index erzeugt »--tdbfile« . Weitere Optionen beeinflussen den Zoomlevel, färben Land- und Wasserflächen und kreieren transparente Karten.

Mkgmap bringt die freien Openstreetmap-Karten auf Garmin-Navigationsgeräte. Zahlreiche Optionen passen das Material an eigene Bedürfnisse an.

Flat File Extractor 0.3.4

Textdateien einfach aufbereiten

Quelle: http://ff-extractor.sourceforge.net

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Awk, Perl

Flatfiles -- also HTML-, Perl- und PHP-Code, aber auch CSV-Dateien – bearbeiten die meisten Anwender im Texteditor. Um diese Dateien in andere Formate zu konvertieren, greifen viele gerne in die Awk- oder Perl-Trickkiste. Ist dies oder der Texteditor keine Option, empfiehlt sich der Flat File Extractor als Alternative. FFE liest ganze Dateien oder Bereiche aus, bereitet sie lesbar auf und wandelt sie in andere Formate um.

Wie der Flat File Extractor mit den Eingabedateien verfahren soll, bestimmen Anwender in der Datei »~/.fferc« . Der Bereich »structure« beispielsweise beschreibt den Aufbau der übergebenen Files (Option »record« ). Hinter »output« geben Benutzer an, in welchem Format FFE speichern soll. Es ist möglich, mehrere Output-Strukturen zu beschreiben und sie gezielt über den Parameter »-p« anzusteuern.

Auch mehrere »structure« -Blöcke in der Einrichtungsdatei sind erlaubt, Anwender wählen sie über »-s« beim Programmstart aus. Über Suchmuster beschränken sie die Ausgabe auf bestimmte Textpassagen. Der Parameter »-v« invertiert das Suchmuster, »-r« tauscht Textelemente während der Verarbeitung aus.

Wer oft Textdateien formatieren oder konvertieren muss, der findet in FFE einen zuverlässigen Helfer. Die Konfiguration ist übersichtlich.

Flom 0.3.1

Befehlsabläufe effizient gestalten

Quelle: http://flom.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Lockrun, Getlock

Flom führt Kommandos nacheinander aus, die nicht gleichzeitig laufen dürfen oder sollen – und das sogar über Systemgrenzen hinweg. Der Free Lock Manager steuert die Abfolge der Befehle über Ressourcen, die Anwender selbst definieren dürfen. Um nur eigene Programme zu dirigieren, reicht es aus, die Namen beim Programmstart hinter der Option »--resource-name« anzugeben.

Alle Kommandos, die dieses Hilfsmittel nutzen, koordinieren ab sofort ihre Ausführung. Dabei arbeiten die einzelnen Programme im Rahmen ihres gesetzten Lock-Modus und beachten die vom Anwender festgelegten Warte- (»--resource-wait« ) und Timeout-Zeiten (»--resource-timeout« ). Um Befehle mehrerer Nutzer auf demselben System aufeinander abzustimmen, geben Anwender anstelle einer Ressource hinter dem Parameter »--socket-name« eine Socketdatei mit ihrem vollen Pfad an.

Auch das Koordinieren zwischen Programmen auf verschiedenen Systemen übernimmt Flom. Dafür startet der Administrator das C-Programm auf einem Rechner als Dienst und definiert dazu mit »--unicast-address« die IP-Adresse und mit »--unicast-port« den Port, an dem es auf Verbindungen wartet. Auf den anderen Rechnern geben Nutzer die Zieladresse beim Flom-Aufruf an.

Die Manpage liefert zu diesem Szenario und zu anderen Einsatzmöglichkeiten detaillierte Beschreibungen. Ein Blick ins Wiki lohnt sich außerdem; es listet etliche Anwendungsbeispiele auf.

Flom steuert zuverlässig den Ablauf von Prozessen und stimmt auch Vorgänge auf mehreren Linux-Systemen aufeinander ab.

Synctool 6.0

Zentrale Clusterkonfiguration

Quelle: http://www.heiho.net/synctool

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Puppet

Diese Sammlung von Tools geht beim Verwalten großer Rechnerverbünde zur Hand. Synctool erfindet das Rad jedoch keineswegs neu – die im Archiv enthaltenen Python-Programme nutzen SSH, Rsync und Ping für ihre Arbeit. Sie benötigen Python 2.6 oder neuer.

Wichtigster Teil ist der Masternode. Hier liegen unter anderem die Repositories für die verwalteten Rechner, die Nodes. Die Entwickler raten dringend davon ab, auch den Masternode mit Synctool zu verwalten, da dies zu Fehlkonfigurationen führen kann. Eine passwortlose SSH-Verbindung vom Master zu den Nodes ist Voraussetzung; sie muss auch eine Anmeldung als Administrator erlauben.

Bei der Installation auf dem Masternode erzeugt Synctool eine Verzeichnisstruktur unterhalb von »/opt/synctool« . Hier liegen alle Bibliotheken, Konfigurationsdateien und die Dokumentation. In der Einrichtungsdatei tragen Admins die IP-Adressen und Namen der Nodes ein, schließen Verzeichnisse oder Dateien vom Abgleich aus oder fassen mehrere Rechner zu einer Gruppe zusammen.

In den genannten Repositories gibt es für jede Node-Gruppe ein eigenes Unterverzeichnis, das die zu synchronisierenden Dateien aufnimmt. Wer nach einem Abgleich zusätzlich ein Skript oder Programm auf dem Remotesystem ausführen möchte, der definiert dies in Files mit der Endung ».post« im Repository. Eine umfassende Dokumentation sowie viele anschauliche Beispiele helfen beim Einrichten im eigenen Rechnerverbund.

Mit Synctool halten Admins bequem Konfigurationsdateien und -verzeichnisse auf vielen entfernten Systemen aktuell. Eine aufwändige Installation ist nicht erforderlich.

Malheur 0.5.4

Malware-Analyse

Quelle: http://www.mlsec.org/malheur

Lizenz: GPLv3

Alternativen: keine

Malheur unterstützt Anwender beim Analysieren von Schadsoftware in sicheren Umgebungen. Das Konsolentool untersucht die Schädlinge nicht selbst, sondern stützt seine Auswertung auf Berichte von bekannten Umgebungen wie CW Sandbox, Anubis, Norman Sandbox und Joebox. Anhand der dort hinterlegten Datensätze klassifiziert Malheur das Verhalten der Schadprogramme und leitet ein mögliches Verhalten ab. Das Tool generiert auf Wunsch auch Malware-Prototypen, die einen besseren Überblick ermöglichen und bei der manuellen Untersuchung nützlich sind.

Als Eingabe erwartet Malheur die Reports der genannten Sandbox-Tools, die auch als komprimierte Archive vorliegen dürfen. Beim Aufruf definieren Benutzer zudem eine Aktion. »distance« erzeugt eine Abstandsmatrix zwischen den Einträgen in den Berichten, »prototype« reduziert den Datensatz, der als Muster bei ähnlichen Reports zum Einsatz kommt. Informationen zu den jeweiligen Mustern legt das Tool in seinem Datenverzeichnis ab. Die Aktionen »cluster« und »classify« identifizieren neue Malwareklassen, sortieren und filtern sie.

Malheur speichert seine Ausgabe in »malheur.out« . In der Konfigurationsdatei bestimmen Benutzer, wie das Tool den Output formatiert. Eine Beispieldatei, die sie rasch an eigene Bedürfnisse anpassen können, finden sie im Archiv. Die Webseite liefert zudem eine umfangreiche Dokumentation.

Malheur eignet sich für alle, die sich mit der Analyse von Schadprogrammen befassen. Als Konsolentool macht es eine gute Figur in eigenen Skripten.

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