Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2014

Notizen von der Open Source Data Center Conference

Admins automatisieren

Mit dem Umzug von Nürnberg nach Berlin und der Umstellung auf ein rein englischsprachiges Vortragsprogramm sollte die Open Source Data Center Conference (OSDC) international attraktiver werden. Ein Ziel, das offenbar erreicht ist, wie der Besucherzuwachs von rund einem Drittel beweist.

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Wie schon in den vergangenen Jahren bewegte sich die Konferenz Mitte April 2014 auf den Spuren aktueller IT-Trends. Ein markanter Trend ist ganz sicher die zunehmende Automatisierung, zu der eine steigende Zahl namentlich virtueller Server mit mehr darauf zu verteilender Software ebenso zwingt, wie eine höhere Änderungsrate oder der Zwang zu Zeitersparnis und Fehlervermeidung.

Das passende Tool mit der derzeit vielleicht größten Resonanz ist Puppet. Ihm waren Vorträge wie der von Christian Patsch ("System Orchestration with Capistrano and Puppet") gewidmet. Dass es auch interessante Alternativen gibt, verdeutlichten Jan-Piet Mens mit seinem Referat über Ansible, Jonathan Clarke mit seinem Vortrag über Rudder oder Jochen Lillich, der die beiden kleineren Tools »serf« und »etcd« vorstellte.

Eine Folge der Server-Schwemme ist die wachsende Flut von Logs aller Arten und Formate. Wie man ihrer Herr wird, in ihnen Auffälligkeiten entdeckt und ihre Ursachen untersucht und wie man Ereignisse aus verschiedenen Logs korreliert, das zeigten die Autoren der beiden Projekte Logstash und Graylog2 (Jordan Sissel und Lennart Koopmann, Abbildung 1) in einem gemeinsamen Vortrag und anhand ihrer Lösungen. Hier beeindruckte die interaktive und intuitive Exploration der Logs mit Hilfe grafischer Dashboards, die etwa die Überlagerung von Kurven entlang einer gemeinsamen Zeitachse via Drag & Drop erlaubten. Einer dabei benutzten Komponente für die grafische Ausgabe, Graphite, widmete sich auch Devdas Bhagat.

Treiber Cloud Computing

Ein weiterer schon lange allgegenwärtiger Trend und mindestens zum Teil Ursache des zahlenmäßigen Wachsens von Rechnern und Diensten ist das Cloud Computing. Gleich mehrere Vorträge behandelten dabei Open Stack, die derzeit meistbeachtete freie Cloud-Implementation. Martin Loschwitz sprach über die Neuerungen des dort häufig als Storage-Unterbau verwendeten Ceph. Hier ist beispielsweise eine bessere Ausnutzung der Plattenkapazität durch einen Raid-5-ähnlichen Mechanismus zu erwarten, oder ein besseres Setup für Szenarien, die mehrere Rechenzentren verbinden, außerdem Fortschritte bei Ceph-FS, der Posix-kompatiblen Filesystemschnittstelle. Yves Fauser gab einen Überblick über die Netzwerkkomponente Neutron.

Wie bei allen Ausgaben der Konferenz bisher verdiente sich das Ausrichterteam von Netways ein Lob für die perfekte Organisation der Konferenz wie auch des geselligen Ausklangs des ersten Tags in einer Hochaus-Bar mit spektakulärem Blick über die Dächer Berlins.

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