Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2014
© Markus Feilner

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Bericht vom Ceph-Treffen in Frankfurt am 27. Februar

Kopffüßler

Das Storage-Backend mit dem Tintenfisch-Namen hat eine sehr aktive Community. Das freut den Hersteller Inktank – er lud Ende Februar zum zweiten "Ceph-Day Europe" nach Frankfurt ein.

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Im Fahrwasser des Cloud Computing – insbesondere von Open Stack und Cloud Stack – rücken massiv in die Breite skalierende Speicherlösungen in den Fokus der Admins. Ganz vorn dabei ist Ceph ([1], [2]), prinzipiell ein Speichercluster auf Objektbasis, der verschiedene Interfaces für Clients anbietet.

Mit Ceph-Star Sage Weil

Grund genug für Inktank [3], die Firma hinter der Software im Zeichen der Tintenfische (Cephalopoden), rund um den Globus Ceph-Days zu veranstalten. Am 27. Februar konnten Admins im Dell Solutions Center in Frankfurt direkt von Chefentwickler Sage Weil (Abbildung 1) und anderen Vortragenden erfahren, was es mit Ceph auf sich hat und wie sich der Krake sinnvoll in IT-Setups integriert. Am Vorabend der Veranstaltung fand an gleicher Stelle zudem ein Meet-up der Frankfurter Open-Stack-Gruppe statt, bei dem es ebenfalls um Objektspeicher ging.

© Fotos: © Sandro Groganz, Age of PeersAbbildung 1: Sage Weil in Aktion: Der Erfinder von Ceph stellt in Frankfurt den Objektspeicher vor und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Besonders gefragt war bei der Veranstaltung naturgemäß Sage Weil, der die Ceph-Entwicklung vor zehn Jahren begann, indem er sich in seiner Doktorarbeit mit skalierbarem Storage beschäftigte. In seinem Vortrag erzählte er nicht nur die Geschichte von Ceph, sondern gab auch einen Überblick über den aktuellen Zustand von Ceph und die Features, an denen die Entwickler in naher Zukunft arbeiten wollen.

Patrick McGarry (Abbildung 2), der sich für Inktank um die Community kümmert, warf in einem eigenen Vortrag ein Licht auf Inktanks Ceph-Philosophie und Arbeiten, die die Community derzeit leistet. Trotz seiner noch jungen Geschichte konnte Ceph bereits eine große Community aufbauen: Einige der Features in Ceph programmiert Inktank nicht selbst, sondern setzt auf Code, den andere Firmen über eigens finanzierte Entwickler beisteuern.

© Fotos: © Sandro Groganz, Age of PeersAbbildung 2: Community-Manager Patrick McGarry (Mitte) neben Ceph-Erfinder Sage Weil (rechts) beim Beantworten von Fragen.

Das gerade in Ceph integrierte Ersaure-Coding ist dafür ein gutes Beispiel, geht es doch maßgeblich auf das Konto von Loïc Dachary. Gleichwohl werden Anwender daran viel Freude haben, die Daten wie in einem Raid 5 redundant speichern – bisher war Ceph auf Raid-1-artige, also vollständige Spiegelung beschränkt.

Am Nachmittag teilte sich das Programm in zwei Vortragsstränge mit breiterer Themenpalette. Wido den Hollander ging auf die Frage ein, wie Unternehmen Ceph mit Cloud Stack kombinieren, um Kunden Speicherdienste anzubieten. Gastgeber Dell erläuterte die Funktionalität von Crowbar, seinem Deployment-Tool für Ceph und Open Stack. Und Peter Tieman stellte das Digital Repository von Irland vor, in dem ebenfalls Ceph als Speicherlösung zum Einsatz kommt.

Dell, Suse, Cern

Suse ging in Person von Andreas Jäger auf Ceph in privaten Cloud-Umgebungen ein, Sebastien Han von Enovance führte vor, wie ein Ceph-Cluster sich Performance-mäßg aufbohren lässt. Das Ende des eigentlichen Vortragsprogramms markierte Burkhard Noltensmeier zusammen mit Erkan Yanar in einer Präsentation, die den Einsatz von Ceph und Open Stack bei Ostack.de in den Fokus nahm. Dan van der Ster stellte den Ceph-Cluster am Cern in Genf vor.

Beim abendlichen Empfang hoch über den Dächern Frankfurts hatten die Besucher die Möglichkeit, mit Weil ins Gespräch zu kommen oder anwesende Inktank-Mitarbeiter mit Fragen zu löchern. Mit fast 180 Teilnehmern war der Ceph-Day in Frankfurt bisher mit Abstand die größte Veranstaltung dieser Art. Da wundert es nicht, dass Inktank weitere Ceph-Days ankündigt. Unter [4] findet sich eine Liste anstehender und vergangener Ceph-Days. Die Vortragsfolien des Ceph-Day in Frankfurt sind unter [5] verfügbar.

Infos

  1. Ceph: http://www.ceph.com
  2. Inktank: http://www.inktank.com
  3. Martin Loschwitz, "Traumpaar", Linux-Magazin 03/14, S. 28
  4. Weitere Ceph-Days: http://www.inktank.com/cephdays/
  5. Folien des Ceph-Day: http://www.inktank.com/cephdays/frankfurt/

Der Autor

Martin Gerhard Loschwitz arbeitet als Principal Consultant bei Hastexo. Er beschäftigt sich dort intensiv mit den Themen HA, Distributed Storage und Open Stack. In seiner Freizeit pflegt er Pacemaker für Debian.

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