Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2014

Software Defined Networking beendet das administrative Klein-Klein

Netze neu ordnen

Die Globalisierung der Firmen, die rasant ansteigende Menge von Geräten, Virtualisierung, Cloud und "Bring your own device" machen klassisch organisierte IP-Netze schwer plan- und administrierbar. Statt zu hadern, sollten sich Admins mit einem radikal neuen Ansatz befassen: Software Defined Networking.

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Nicht nur einmal revolutionierten Virtualisierungstechniken in den vergangenen zehn Jahren die IT-Welt. Vor allem die x86-Architekturen zogen mit vielen Features, aber auch in Sachen Leistungsfähigkeit mit Mainframes und Großrechnern gleich, die derlei Ressourcenaufteilung bereits seit Jahrzehnten beherrschen. IBMs Z-Serie und ihre Vorläufer, die System/360-Maschinen, feiern just zur Cebit 2014 ihren 40. Geburtstag [1].

Server, Storage und Network

Virtualisierung als Konzept ist gleichermaßen einfach wie erfolgreich: Die Serverhardware existiert nicht real, sondern nur mehr als pure Software. Dabei treten die ursprünglich notwendigen Hardwaretreiber hinter die Virtualisierung zurück. Server-Umzüge sind so viel einfacher, herstellerspezifische Hardware-Limitierungen fast irrelevant.

Admins stampfen neue Server jetzt binnen Minuten aus dem Boden – das Konzept ist so erfolgreich, dass es auch andere Bereiche erfasst hat: Wie die vorige Ausgabe des Linux-Magazins am Beispiel von Open Stack zeigte [2], geht auch der Storage-Bereich seit ein paar Jahren einen ähnlichen, virtuellen Weg. Analog zur Virtualisierung ganzer Rechner ziehen Admins auch hier eine Abstraktionsschicht zwischen Datenträgern und dem Anwender oder der Applikation ein und gewinnen ähnliche Vorzüge wie im Server-Bereich.

Wenig überraschend macht der Trend auch vor dem Netzwerk nicht halt. Ganze Firmennetze existieren mittlerweile nur mehr virtuell, aus Software aufgebaut und per Mausklick konfigurierbar [3].

Quo vadis?

IP-Netzwerke bestehen in der Regel aus eine Reihe von autonomen Systemen: Switches, Routern und Firewalls. Die Netzwerkgeräte werten ankommende Datenpakete aus, schlagen eventuell in Tabellen nach und senden sie entsprechend weiter. Damit das funktioniert, müssen diese Systeme die Netzwerktopologie zumindest teilweise kennen (Abbildung 1). Die Position eines bestimmten Geräts im Netzwerk definiert dessen Funktion, ein Stellungswechsel hat unter Umständen fatale Folgen.

Abbildung 1: Ein traditionelles IP-Netzwerk besteht aus echten Geräten, die in Tabellen Informationen vorhalten und nach definierten Regeln kommunizieren.

Im Laufe der Zeit stellte die Internet Engineering Task Force (IETF, [4]) Admins eine Reihe von Protokollen zur Seite, um die einfache Steuerlogik aufzupeppen. Diese Erweiterungen adressierten jedoch oft nur eine bestimmte Aufgabe und wirken aus heutiger Sicht vergleichsweise isoliert. Hinzu kam, dass die wachsende Anzahl dieser Standards im Verbund mit herstellerspezifischen Optimierungen und Software-Abhängigkeiten die Komplexität heutiger Netzwerk anwachsen ließ.

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