Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2014
© avian, 123RF.com

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Red Hat Storage Server 2.1

Spartanisches Lager

Glaubt man Red Hats Marketing, dann hat das Unternehmen mit der Version 2.1 seines Storage Servers das Speichern von Daten nicht weniger als revolutioniert. Die Wirklichkeit schaut anders aus.

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Dass Admins es mit einem waschechten Hype zu tun haben, erkennen sie sicher daran, dass sich im Kielwasser einer Technologie häufig auch andere, weitaus dubiosere tummeln. Die Cloud ist hierfür ein gutes Beispiel: Aus dem Schatten der verschiedenen "As a Service"-Lösungen traten Projekte hervor, die bestimmte Funktionen in Software implementieren, von denen es bis dato in der Regel nur Hardware-Umsetzungen gab. "Software Defined Everything" lautet das Marketingcredo.

Enterprise-Cloudstorage hat so seine Nachteile

Zunehmend in den Fokus der IT-Gemeinde rückt derzeit auch Software Defined Storage: Im Wesentlichen will SDS Storage nicht mehr in Form typischer SANs betreiben, sondern die Speicherarbeit von Software auf Commodity-Hardware erledigen lassen. Viele SANs und klassische Single-Instance-Storages kommen ja bisweilen mit eher unangenehmen Begleiterscheinungen daher.

Die nachhaltigste davon ist der Lock-in-Effekt: Er bindet den Kunden langfristig an einen einzelnen Hersteller. Will der Kunde seinen Storage erweitern, so muss er das mit Hardware vom Hersteller tun, der den Preis diktieren kann. Auch zusätzliche Features lassen sich IBM, Netapp und Konsorten ordentlich vergüten – selbst dann, wenn ein neues Feature nicht mehr ist als nur das Freischalten einer Funktion der SAN-Firmware.

Red Hat steigt in den lukrativen Markt ein

Seit 2013 gibt es vom Milliardenkonzern Red Hat ein Produkt, das es Unternehmen ermöglichen soll, dem Lock-in zu entkommen: Der Red Hat Storage Server (Abbildungen 1 und 2, [1]). Funktional orientiert er sich an klassischen Storages – im Hintergrund lagern Daten auf einem Blockspeicher, nach außen hin exportiert das Device Daten über verschiedene Interfaces wie Fibre Channel, I-SCSI, NFS oder Samba. All diese Funktionen lassen sich in Software ziemlich leicht realisieren, natürlich auch auf Basis von freier Software.

Abbildung 1: Red Hat bietet den RHSS als Testdrive in VMs an, die auf Amazons AWS gehostet sind.
Abbildung 2: Wer den RHSS testen möchte, gelangt über einen eigens generierten SSH-Schlüssel auf die VMs und kann in einem virtuellen Umfeld testen.

Wenig überraschend war Red Hat keineswegs das erste Unternehmen mit der Idee, daraus ein Produkt mit Enterprise-Level-Support zu stricken, auch nicht mit dem Versprechen, dem Lock-in-Effekt bei SANs ein Schnippchen zu schlagen. Schon länger ist das Wiener Unternehmen Linbit auf dem gleichen Markt mit DRBD [2] aktiv, auch andere Firmen haben SANs in Software nachgebaut.

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