Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2014
© Jakub Gojda, 123RF

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Open Stack und Gluster-FS

Zwei Gefährten

Zwar bringt Open Stack mit Swift auch eine eigene Storagekomponente mit, doch wer sich Skalierbarkeit und eine einfache Verwaltung wünscht, kann die Cloudlösung mit Gluster-FS verheiraten.

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Der Hype um die Wolke als Lösung aller (IT-)Probleme will nicht abnehmen. Wer sich dabei nachhaltig im Gehege quelloffener Software bewegen möchte, kommt an der Open-Stack-Suite [1] momentan kaum vorbei. Das gilt insbesondere für Datenspeicherlösungen, denn Storage ist ein zentraler Bestandteil der Open-Source-Cloud.

Varianten von verteilten Datenablagen stellte das Linux-Magazin bereits vor knapp einem Jahr vor [2], anhand von Gluster-FS [3] will dieser Artikel nun zeigen, wie gut zwei eigentlich voneinander getrennte Softwareprojekte im Verbund kooperieren.

Verteiltes Speichern

Wenn Unternehmen sich für ein Storagesystem entscheiden, schauen sie in erster Linie darauf, wie es sich verwalten lässt und wie es skaliert – natürlich muss auch der Datendurchsatz stimmen. Ein schöner Nebeneffekt ist, wenn sich mit der Storagetechnologie zugleich die Abhängigkeit von einem bestimmten Datenspeicher-Hersteller abschwächt oder gar vollständig löst – mitunter entscheidet dieser Punkt sogar die Wahl.

Die Gründer des Gluster-FS-Projekts wollten beim Start vor über fünf Jahren jedoch vor allem einen Storage aufbauen, der sich einfach administrieren und problemlos skalieren lässt. Als ein primäres Ziel galt in frühen Jahren die Ablösung von traditionellen NAS-Lösungen, etwa Filer von Netapp, oder Linux-basierten NFS-Servern.

NAS-Ablöse

Die Basis von Gluster-FS bilden gewöhnliche Linux-Rechner, die über freien Plattenplatz verfügen und auf die der Admin die entsprechende Software bügelt. In der Gluster-Sprache heißen diese Grundeinheiten Bricks. Die Server gehen ein Vertrauensverhältnis ein und werden so zum Grundgerüst des Storageverbunds.

Die Daemons »glusterd« und »glusterfsd« sind die maßgeblichen Prozesse auf den jeweiligen Bricks. Sie fassen die lokalen Verzeichnisse zu einem so genannten Volume zusammen und exportieren es dann. Die Außenwelt greift entweder über das native Gluster-FS-Protokoll oder über NFS darauf zu. Aus Client-Sicht verhält sich das Volume dabei analog zu einem NAS-Share (Abbildung 1).

Abbildung 1: Vereinfachte Architektur von Gluster-FS mitsamt Bricks und Volumes.

Die Eigenschaften der Volumes konfiguriert der Cloudarchitekt über das »gluster« -Werkzeug. Hinter den Kulissen verarbeitet Gluster-FS die gewünschten Einstellungen, indem es so genannte Translatoren kombiniert. Jeder Translator steht für eine Funktion, beispielsweise für eine Replikation oder eine Verteilung. Die Summe an Translatoren bestimmt auch die Gesamtheit der Eigenschaften eines Volume.

Die ursprüngliche Zielvorgabe des Projekts – das Ersetzen traditioneller NAS-Technologien – wäre nun bereits erreicht. Doch die Welt stand derweil nicht still – und schon gar nicht ihre IT-Abteilungen: Dem Einbruch der Virtualisierung in die Rechenzentren mussten auch die Storagelösungen Rechnung tragen. Hier konnte Gluster-FS punkten und sich Marktanteile sichern.

Prinzipiell kann der KVM- oder Xen-Admin die Gluster-FS-Volumes auf seinen Hosts an der gewünschten Stelle einhängen und so auch die virtuellen Server erreichen. Sind der Gluster-FS-Verbund und seine Anbindung passend eingerichtet, erhält der Cloud-Operator auf diesem Wege einen hochverfügbaren Datenspeicher für seine virtuellen Maschinen – Entsprechendes gilt für das Einbinden in Open Stack. Allerdings ist dieser Ansatz nicht sehr elegant.

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