Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2014
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Pfiffiger Ansatz, aber noch ein weiter Weg

Triple O unterscheidet sich von den anderen Deploymentsystemen für Open Stack maßgeblich dadurch, dass es selbst die Open-Stack-Funktionen nutzt, um sich auf die Hardware zu bringen. Andere Lösungen erfinden das Rad neu oder bauen um Open Stack mühsam eine Integration für eines der bestehenden Deploymentsysteme wie Puppet oder Chef. Verglichen damit wirkt der Triple-O-Ansatz pfiffig, denn er recyclet vorhandene Funktionen und adaptiert diese nur dort, wo es notwendig ist.

Noch hat Triple O allerdings einen weiten Weg vor sich. Der Rewrite des Baremetal-Treibers für Nova, der am Ende Ironic heißen und ein eigenes Projekt sein soll, ist in vollem Gange, die Entwickler planen, diesen Prozess bis zur "Icehouse"-Release im April 2014 ein gutes Stück voran zu bringen. Zeit sollten sie aber auch investieren, Triple O selbst in ein schöneres Kleid als Devstack zu packen. Denn allein diese Tatsache verleiht dem Projekt derzeit einen gewissen Bastlercharme und wirkt auf Enterprise-Kunden abschreckend.

Langfristig ist mit Triple O aber zu rechnen: HP investiert selbst viel Zeit und Entwicklerkapazität in das Projekt, und auch andere Entwickler begeistern sich offenbar für die Lösung. Wer einen Blick auf aktuelle Triple-O-Vorgänge werfen will, kann das übrigens durch den Triple-O-Incubator in Github tun (Abbildung 3, [8]). Dort finden sich stets die aktuellen Projekte, an denen die Triple O-Developer gerade arbeiten.

Abbildung 3: Viel zu tun – und viele Entwickler, die mit großem Aufwand daran arbeiten: Triple O ist derzeit eines der aktivsten Open-Stack-Projekte, und im System für Code-Review ("Gerrit") finden sich etliche Einträge für Triple O. Das liegt auch am Engagement von HP.

Der Autor

Martin Gerhard Loschwitz arbeitet als Principal Consultant bei Hastexo.

Er beschäftigt sich dort intensiv mit Open-Source-Hochverfügbarkeitslösungen und pflegt in seiner Freizeit den Linux-Cluster-Stack für Debian GNU/Linux.

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