Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2014
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Funktionalität recyclen

Die Grundidee hinter Triple O ist denkbar einfach: Weil es in Open Stack ja sämtliche Werkzeuge schon gibt, die für automatische Installation sowie Orchestrierung notwendig sind, sollte es möglich sein, diese auch auf nacktem Metall zu nutzen. Denn ob ein Rechner, der automatisiert installiert werden soll, eine virtuelle Maschine oder echtes Blech ist, macht in den meisten Fällen keinen Unterschied.

Die HP-Entwickler fragten sich folglich, ob man nicht ein "Meta-Open-Stack" bauen könnte, das Hardware verwaltet und komplette Open-Stack-Umgebungen anbietet. Genau darauf zielt Triple O ab: Die Abkürzung steht für "Open Stack On Open Stack".

Praxischeck

In der Realität ist allerdings nicht alles so einfach, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Denn Open Stack ist bis dato maßgeblich unter der Vorgabe entwickelt worden, sich hauptsächlich um virtuelle Maschinen zu kümmern, nicht aber um echte Hardware. Während sich bei VMs beispielsweise die Ressourcen voraussagen, sogar notfalls (um)definieren lassen, ist physische Hardware die meiste Zeit eine eher fixe Konfiguration, deren Vor- und Nachteile ein Deployment-Werkzeug im Hinterkopf haben muss. Triple O muss sich folglich mit wechselnden Konventionen im Open Stack-Universum beschäftigen und diese gegebenenfalls anpassen.

Von zentraler Bedeutung ist in diesem Kontext der »baremetal« -Treiber, der in Open Stack Nova für Hardware die gleichen Funktionen bietet wie es üblicherweise die Virtualisierungstreiber tun. Nova ist in dieser Hinsicht sehr modular aufgebaut: Über einen einzelnen Eintrag in der Konfiguration von »nova.conf« lässt sich festlegen, welchen Virtualisierungstreiber Nova einsetzen soll, um virtuelle Maschinen zu starten (Listing 1).

Listing 1

nova.conf

01 [default]
02 compute_driver=nova.virt.baremetal.driver.BareMetalDriver
03 firewall_driver = nova.virt.firewall.NoopFirewallDriver
04 scheduler_host_manager=nova.scheduler.baremetal_host_manager.BaremetalHostManager
05 ram_allocation_ratio=1.0
06 reserved_host_memory_mb=0

Im Triple-O-Kontext verwaltet Nova aber keine virtuellen Maschinen, sondern echte Systeme – der Baremetal-Treiber tritt quasi als Vermittler auf. Auf der einen Seite nimmt er von Nova entsprechende Befehle entgegen, auf der anderen Seite wickelt er die gewünschten Arbeitsschritte auf den Servern ab. Am Ende des Vorgangs ist aus dem zuvor jungfräulichen Server ein Hypervisor-Knoten geworden, der sich sich wiederum durch Nova und den Baremetal-Treiber verwalten lässt.

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