Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2014
© John Roman, 123RF.com

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Open Stack deployen mit Triple O

Oh, oh, oh!

Der Begriff Cloud umfasst auch das Prinzip, Vorgänge so weit wie möglich zu systematisieren und zu automatisieren. Doch geht es darum, die Cloud dazu zu nutzen, sich selbst zu automatisieren, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Open Stack will das Problem angehen und bringt Triple O.

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Der Open-Stack-Hype geht weiter. Manche Szenekenner fürchten bereits um die Vielfalt freier Software, weil sich immer mehr Unternehmen öffentlich zu Open Stack bekennen und andere Cloud-Lösungen ins Hintertreffen geraten.

Kinderschuhe

Zusatzlösungen von Drittherstellern sprießen allerorten aus dem Boden. Verschiedenste Hersteller versprechen, alle möglichen administrativen Aufgaben im Open-Source-Cloud-Management aus den Händen des Administrators zu nehmen und der Automatisierung zu übergeben. Gleichzeitig geht ein Aspekt in der Cloud-Debatte unter: Clouds machen den Kunden zwar das flexible und automatisierte Benutzen von IT-Dienstleistungen möglich, schaffen es aber immer noch nicht oder nur unzureichend, den Betreibern von IT-Plattformen das Einrichten der Cloud selbst zu erleichtern.

Das Cloud-Deployment selbst steckt – abseits teuerer proprietärer Produkte – noch in den Kinderschuhen. Und weil die ersten Open-Stack-Versionen dank undurchsichtiger Abläufe, einer lückenhaften Installation und einer unzureichenden Dokumentation bisweilen schwierig in Betrieb zu nehmen waren, misstrauten viele Admins der Lösung. An dem Image ändert wohl auch nichts, dass Suse ("20 Minuten bis zur Open-Stack-Cloud") oder Red Hat Setuptools anpreisen, mit denen sich Open Stack schneller installieren lässt als so manches Betriebssystem. Die Insellösungen der großen Distributoren können nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Deploymentkette von Open Stack einiges im Argen lag.

Ist die Cloud aber erstmal installiert, ist der Rest kein Thema mehr: Heat, das in Open Stack Havana Einzug in die Cloud-Umgebung hielt, ist eine vollständige Orchestrierungslösung, die eine VM den gesamten Lebenszyklus lang komfortabel verwaltet: Vom vollautomatisierten Starten über Skalieren in die Breite bis zum Shutdown gibt es nichts, um das sich Heat nicht kümmern könnte.

Heat, Packstack, Kickstack, Razor, Foreman, Crowbar

Aber wie kommen Admins an den Punkt, an dem Heat schlussendlich funktioniert, zusammen mit sämtlichen anderen Open-Stack-Komponenten? Und wie tragen sie dem Umstand Rechnung, dass auch die Cloud-Umgebung selbst dynamisch in die Breite skalieren soll? Dass es also früher oder später notwendig sein dürfte, die vorhandene Open-Stack-Installation um mehrere Gastgeber zu erweitern, komfortabel und automatisiert?

Hier greifen Admins bisher zu sehr unterschiedlichen Lösungen, beispielsweise solche, die auf den Puppet-Modulen aufbauen. Red Hats Packstack fällt in diese Kategorie [1], Kickstack [2] ebenso. Aber damit Puppet laufen und auch Open Stack installieren kann, bedarf es eines installierten Betriebssystems. Das könnte gegebenenfalls Razor [3] leisten, und per Foreman [4] wäre eine solche Installation auch zu warten. Doch sieht sich der Admin dann schon wieder einem ganzen Haufen von Zusatztools gegenüber, die mit Open Stack erstmal nichts zu tun haben. Suse geht seinen eigenen Weg mit dem von Dell entwickelten Crowbar [5] samt Chef, doch ist diese Kombination noch nicht fertig. HP tauchte derweil mit einer eigenen Lösung auf: Triple O [6].

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