Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2014

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Cpumon 2.0, Monitoring Plugins 0.15, Bvi 1.40beta, Balance 3.56, All World IT Dbackup 0.0.20 und Lazygal 0.8.

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Cpumon 2.0

Mehrere CPU-Kerne beobachten

Quelle: http://www.softndesign.org/codes/c/cpumon

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Atop, Sysstat

Cpumon beobachtet die Auslastung mehrerer CPUs und eignet sich damit unter anderem zum Debuggen von Echtzeitsoftware. Beim Start sucht das Programm nach Eichdaten, die es in der Voreinstellung in der Datei »/var/lib/cpumon/calibration.txt« erwartet. Existiert diese nicht, kalibriert das Tool – basierend auf den Lastdaten des letzten Kerns – selbst und speichert das Ergebnis. Mit dem Parameter »-k CPU-ID« definiert der Anwender einen anderen Kern als Eichquelle. Hierzu sind Rootrechte erforderlich, zum normalen Betrieb als reines Monitoringtool nicht.

Ohne weitere Optionen aufgerufen überwacht Cpumon alle vorhandenen Kerne und schreibt die Auslastungsdaten alle fünf Sekunden auf die Standardausgabe. Wer kürzere oder längere Intervalle benötigt, erreicht dies mit »-t« . Die Option »-m CPU-ID« pickt einen bestimmten Kern heraus.

Das Quellarchiv enthält zudem das Tool Load, das die Prozessoren unter Last setzt. Es ist möglich, einen oder alle Kerne zu strapazieren. Über den Parameter »-l« bestimmt der Benutzer die Last in Prozent. Load verlangt nach Rootrechten.

★★★★★

Mit Cpumon beobachten Anwender einen oder mehrere Kerne. In Kombination mit Load steht ein effizientes Testduo zur Verfügung.

Monitoring Plugins 0.15

Sammlung von Nagios-Erweiterungen

Quelle: http://svn.durchmesser.ch/trac/monitoringplug

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Check_mk, Check Plugins

Für Nagios kursieren im Netz allerhand Erweiterungen. Die Sammlung Monitoring Plugins ergänzt die Liste um über 50 Checks, die mit Nagios und seinen Ablegern zusammenarbeiten. Sie prüfen beispielsweise den Bonding-Status, den Speicherverbrauch oder fehlende Pfade bei Multipath. Außerdem überwachen die Plugins den Status von Red-Hat-Clustern, IPMI-Sensoren, Cups-Druckjobs und so weiter. Mit dabei sind auch Checks, die den Admin gegebenenfalls per Mail oder SMS benachrichtigen.

Die Installationsroutine speichert die Checks im Verzeichnis »/usr/local/lib/nagios/plugins« . Für »check_dhcp« , »check_multipath« und »check_clustat« sind Rootrechte erforderlich; die anderen Plugins laufen mit den Privilegien des Nagios-Benutzers. Jeder Check besitzt eine eigene Manpage, die umfassend seine Parameter erläutert, Anwendungsbeispiele fehlen jedoch.

Wie bei anderen Monitoringlösungen legt der Admin für jeden Check Schwellwerte fest. Sind sie erreicht, lösen die Monitoring Plugins Alarm aus. Die Ausgabe der Plugins ist Nagios-konform, sodass der Anwender sie problemlos in bestehende Infrastrukturen integrieren kann.

★★★★

Die Monitoring Plugins liefern Nagios-Testroutinen für viele Anwendungsbereiche.

Bvi 1.40beta

Vi-basierter Hexeditor

Quelle: http://bvi.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Hview, Dhex

Vi-Fans, die auf der Suche nach einem Hexeditor sind, sollten bei Bvi vorstellig werden, da sie das Tool genauso wie ihren geliebten Texteditor bedienen. Im Archiv ist ebenfalls das Programm Bmore enthalten, das als Hexbetrachter gute Dienste leistet. Beim Start übergeben Nutzer die Binärdatei. Wer nicht das ganze File einlesen möchte, definiert mit dem Parameter »-s« eine alternative Startadresse. Ebenso ist es möglich, mit »-e« ein Ende zu bestimmen. Alternativ lädt Bvi mit »-n« die ersten n Bytes.

Die Ausgabe orientiert sich an der bei Hexeditoren üblichen Darstellung: Ganz links zeigt Bvi eine Offsetadresse in hexadezimaler Schreibweise, mittig den hexadezimal kodierten Inhalt der Adresse und rechts die Bytes der jeweils aktuellen Zeile als Text. Benutzer verwenden die Standard-Vi-Kommandos, um in den Binärdateien zu navigieren. Suchen und Ersetzen funktionieren ebenfalls genauso. Um das File zu verändern, geben Anwender aus Sicherheitsgründen zunächst im Befehlsmodus das Kommando »:set memmove« ein.

Die Konfiguration gleicht der Vi-Einrichtung. Anwender geben ihre Wünsche entweder im Bearbeitungsmodus hinter »:set« oder in der Datei »~/.bvirc« an.

★★★★★

Wer häufig Binärdateien bearbeiten muss und mit dem Vi vertraut ist, der sollte Bvi eine Chance geben.

Balance 3.56

Load Balancing mit TCP-Proxy

Quelle: http://www.inlab.de/balance.html

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Proto Balance

Balance ist ein einfacher TCP-Proxy, der eingehende Verbindungen nach dem Round-Robin-Verfahren auf mehrere Systeme verteilt. Da das Tool auch Failover-Funktionen besitzt, eignet es sich auch als Load Balancer für kleinere Infrastrukturen. Da Balance auf der Empfängerseite IPv6 unterstützt, kann es als 6-to-4-Gateway dienen.

Eine Konfigurationsdatei gibt es nicht. Sämtliche Wünsche übergibt der Anwender beim Start. Um eine Verbindung an einen anderen Rechner weiterzugeben, reicht es, Balance zusammen mit dem eingehenden Port und der Adresse des Zielrechners aufzurufen. Das Programm lauscht nun auf allen Schnittstellen am angegebenen Port nach Verbindungsanfragen und reicht sie an den gleichen Port des Zielsystems weiter. Sollte der Dienst dort auf einem anderen Port laufen, hängen Anwender diesen mit einem Doppelpunkt an die Zieladresse an. Optional beschränken Nutzer die Anzahl der Verbindungen.

Balance spricht auf Wunsch mehrere Ziele an. Dazu schreiben Anwender diese durch Leerzeichen getrennt hintereinander. Mehrere Zielsysteme fassen sie mit einem Trennungssymbol zu einem so genannten Channel zusammen. Das Ausrufezeichen sorgt dafür, dass Balance die Verbindungen nach dem Round-Robin-Prinzip verteilt. Tippt der Nutzer hingegen ein Prozentzeichen als Trenner ein, verwendet das Tool einen Hash-Algorithmus beim Aufteilen. Der Parameter »-b« definiert gezielt Interfaces, und zum Weiterleiten dient »-B« .

★★★★★

Balance ist ein leistungsfähiges und flexibles Tool, das sich als Load Balancer oder 6-to-4-Gateway eignet.

All World IT Dbackup 0.0.20

Datensicherung leicht gemacht

Quelle: http://devlabs.linuxassist.net/projects/awit-dbackup

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Synbak, Areca, Rsnapshot

All World IT Dbackup, kurz Awit Dbackup, ist ein einfaches Perl-Skript zur Datensicherung und Wiederherstellung. Dbackup nutzt in der Voreinstellung das Xz-Format zum Komprimieren; »--compress« nimmt alternative Formate wie Gzip oder Bz2 entgegen.

Anwender rufen Dbackup mit »--backup« gefolgt vom Quell- und Zielverzeichnis auf. Das Tool fasst die zu sichernde Ordnerstruktur nicht in einer Archivdatei zusammen, sondern bildet sie im Zielverzeichnis vollständig ab. Für jeden Ordner legt das Tool vier Dateien an. In »dbackup0.tar.xz« speichert es die Files der einzelnen Ebenen. Außerdem erzeugt es »dbackup0.index« und »dbackup0.manifest« . Die versteckte Datei ».dbackup-state« bildet den Status ab.

Bei jedem weiteren Backup-Lauf aktualisiert Dbackup nur die Verzeichnisse, in denen es Änderungen findet, und erhöht danach die Nummer in den vier Sicherungsdateien. Alte Backups überschreibt es nicht. Die Parameter »--exclude-data« und »--exclude-system« schließen zuvor definierte Daten- und Systemverzeichnisse aus. Mit »--exclude-file« und »--exclude-fs-type« legen Nutzer zudem eigene Ausnahmen fest.

Die Option »--restore« , gefolgt vom Backup- und Zielverzeichnis, stellt eine Sicherung wieder her. Dabei rekonstruiert das Tool immer den letzten Sicherungszustand. Die Optionen »--tar-keep-newer« beziehungsweise »--tar-keep-old-files« regeln, ob Dbackup bereits vorhandene Dateien ersetzt oder nicht.

★★★★

Dbackup ist noch ein recht junges Tool, überzeugt aber bereits jetzt wegen seiner einfachen Bedienung.

Lazygal 0.8

Statische Bildergalerien erzeugen

Quelle: http://sousmonlit.dyndns.org/~niol/playa/oss/projects/lazygal

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Web-Gallery, Igal

Lazygal stellt Bildersammlungen ganz ohne PHP und Datenbank zur Schau. Das Python-Skript erzeugt statische Galerien, unterteilt große Kollektionen in mehrere Unterseiten und eignet sich als Kommandozeilentool auch für den Einsatz via SSH.

Konfigurationswünsche hinterlegen Nutzer in der Datei »~/.lazygal/config« oder übergeben sie beim Aufruf. Eine Einrichtungsdatei empfiehlt sich vor allem dann, wenn Lazygal regelmäßig ausstellen soll. Hier speichern Anwender Einstellungen zur Bild- und Thumbnail-Größe oder zur Qualität von JPG-Dateien. Darüber hinaus legen sie ein Galerieverzeichnis fest, in dem Lazygal die fertigen Webseiten bereithält. Die Parameter »theme« und »default-style« passen das Erscheinungsbild an. Einige fertige Themes sind im Quellarchiv enthalten. Mit XHTML- und CSS-Kenntnissen passen Nutzer diese an oder schreiben eigene.

Steht die Konfiguration, rufen Anwender Lazygal zusammen mit dem Quellverzeichnis der Bilder auf. Das Tool arbeitet sich rekursiv durch die Verzeichnisstruktur und sortiert die Schnappschüsse nach Exif-Datum, rotiert sie gegebenenfalls und passt die Größe an. Wer ein Update will, der ruft das Tool noch einmal auf, und Lazygal bearbeitet nur jene Bilder, die noch nicht in der Galerie sind. Modifizierte Bilder erkennt das Tool jedoch nicht selbstständig.

★★★★★

Lazygal erstellt im Handumdrehen statische Galerien fürs Web. Es kommt ganz ohne PHP und eine Datenbank aus. Als Konsolentool eignet es sich gut für den Einsatz via SSH oder als Cronjob.

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