Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2014
© David Dieschburg, 123RF.com

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Drei Webshops im Test

Gute Geschäfte

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Im Internet Geld verdienen, die eigenen Waren oder Dienstleistungen anbieten – und das am besten im eigenen Shop: Wer neu ins Geschäft einsteigt, will nicht Tausende für die Software ausgeben. Die Bitparade testet erschwingliche E-Commerce-Plattformen.

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Um einen eigenen Shop im Internet zu betreiben, müssen Benutzer keine Unsummen in Soft- und Hardware investieren. Eine Onlinefiliale können sich auch kleine Unternehmen oder Privatpersonen leisten. Der technische Laie schlägt seine Waren über Auktionsplattformen oder Marktplätze los und zahlt dafür eine Nutzungsgebühr an den Dienstleister.

Alternativ bieten Webhoster fertige Shopsysteme für ihre Kunden an, mit denen sie sich ihr kleines Warenlager zusammenklicken. Dafür fällt in der Regel eine monatliche Mietgebühr oder ein mehrstelliger Fixpreis an. Viele Contentmanagement-Systeme enthalten ebenfalls entsprechende Module.

Wer den Shop auf seinem eigenen LAMP-Server betreiben möchte, spart nicht nur Kosten, sondern behält die Kontrolle. Die Bitparade testet fertige Shopsysteme. Es treten die beiden kostenlosen Open-Source-Tools Open Cart [1] und Satchmo [2] gegen das kommerzielle, proprietäre Lemonstand [3] an. Als Testumgebung diente das auf RHEL basierende Amazon Linux AMI (2013.03).

Die Kandidaten sollten unter anderem zeigen, wie aufwändig die Installation und Einrichtung auf dem eigenen Server ist, ob es Benutzerrollen (etwa für die Änderungen am Sortiment und den Beschreibungen) gibt, wie übersichtlich die Shops für den Einkäufer sind, ob eine Zusammenarbeit mit CRM-Systemen möglich ist und welche Bezahlschnittstellen die E-Commerce-Plattformen bieten. Um einen echten Shop zu simulieren, verwendeten die Tester die mitgelieferten Beispieldateien und -produkte.

Open Cart

Der erste Kandidat stammt von der Firma Open Cart Limited aus Hongkong. Open Cart [1] steht unter der GPLv3 und ist in der Grundausstattung kostenlos. Für einige Extensions und Themes [4] müssen Anwender bezahlen. Die Shopsoftware benötigt einen Webserver (bevorzugt Apache), PHP 5.2 oder neuer, MySQL und Curl. Die Tester schauten sich Version 1.5.6 an, die auf dem Testsystem zusätzlich nach den beiden PHP-Erweiterungen GD und Mycrypt verlangte.

Vorratshaltung

Nach dem Auspacken der Zip-Datei kopiert der Admin den Inhalt von »upload« in ein beliebiges Verzeichnis unterhalb vom Document-Root. Außerdem erzeugt er auf der Shell oder im GUI eine neue MySQL-Datenbank und einen -User. Weiter geht's über das Webinterface. Zuerst nickt er die Lizenzvereinbarung ab, dann prüft das Installationsskript, ob alle Abhängigkeiten erfüllt sind und diverse PHP-Dateien und Verzeichnisse die richtigen Zugriffsrechte haben.

Der Admin benennt danach die Dateien »config-dist.conf« in »config.conf« und »admin/config-dist.conf« in »admin/config.conf« um. Im Browser gibt er in ein Formular die Informationen zur Datenbank ein und erstellt einen ersten Account für den Shopverwalter. Zum Schluss entfernt er noch das »install« -Verzeichnis auf dem Server.

Zum Open-Cart-Adminbereich gelangen Nutzer, wenn sie »admin« an die URL anhängen. Nach der Anmeldung präsentiert sich das Dashboard, das eine Übersicht und eine Statistik zu Besuchern und Einkäufen zeigt. Der erste Weg im frisch installierten Store führt ins Menü »System« und dort zu den »Settings« beziehungsweise »Localisation« . Hier richtet der Verwalter allgemeine Infos zum Shop, den Ladenbesitzer samt Adresse, die Sprache, Währung, Maß- und Gewichtseinheiten ein. Alles in allem ist das Ganze eine ziemliche Klickorgie, dafür ermöglicht Open Cart allerdings auch eine genaue Feinabstimmung.

Ein Besuch unter »Settings | Users« ist Pflicht. Open Cart kennt Benutzer und Gruppen. Letztere richtet der Admin ganz nach seinen Wünschen ein und legt sehr genau fest, welcher Mitarbeiter Zugriff auf welche Bereiche hat und auch, ob er sie verändern darf (siehe Abbildung 1). So kann ein Lagermitarbeiter die Versandinformationen beispielsweise einsehen und der Vertrieb den Produktkatalog pflegen, aber nicht die Kundendaten. Die Buchhaltung greift auf Kunden-, Verkaufs- und Steuerinformationen zu, darf aber die angebotenen Produkte nicht modifizieren – ein ausgeklügeltes Rollensystem, das allerdings ein wenig Einarbeitungszeit verlangt.

Abbildung 1: Der Open-Cart-Admin fügt seine Mitarbeiter zu einer einzigen Gruppe hinzu. Welche Zugriffs- und Modifikationsrechte diese hat, regeln die Gruppeneinstellungen.

Seine Kunden verwaltet das Shopsystem über »Sales | Customers« . In der Abteilung »Customer Groups« verstecken sich allgemeine Einstellungen für die Käuferaccounts. Hier regelt der Verwalter zum Beispiel, dass er neu registrierte Zugänge von Hand freischaltet oder dass Kunden zwingend eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eintragen müssen.

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