Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2013

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Dialog 1.2, Virtenv 0.8.6, Collectd 5.4.0, Convmv 1.15, und Ngircd 20.3.
 

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Dialog 1.2

Dialoge für Shellskripte

Quelle: http://invisible-island.net/dialog

Lizenz: LGPLv2.1

Alternativen: Zenity, Xdialog

Mit einem Tool wie Dialog statten Nutzer ihre Shellskripte mit grafischen Elementen aus und gestalten beispielsweise Fenster für Benutzerabfragen. Die Rückgabewerte entscheiden dann über den weiteren Verlauf des Skripts. Das C-Programm setzt auf Ncurses und benötigt somit keinen laufenden X-Server. Anwender steuern das Werkzeug über Kommandozeilen-Parameter und beeinflussen damit das Aussehen und die Inhalte.

Über 20 verschiedene Dialogtypen stehen zur Verfügung, darunter Benachrichtigungsboxen, Datei-Auswahldialoge und Passwortabfragen. In den letzten Jahren waren die Entwickler nicht untätig, haben zahlreiche Fehler korrigiert und viele neue Funktionen implementiert. So sind etwa die von Xdialog bekannten Typen »buildlist« , »rangebox« und »treeview« hinzugekommen. Die Standardausgabe externer Programme zeigt »--prgbox« in der Ncurses-Oberfläche an. Eine Alternative dazu bietet »--programbox« : Über eine Pipe betten Benutzer die Ausgaben von Shellkommandos ein.

Weitere neue Funktionen wie »--help-button« oder »--extra-button« ermöglichen es den Benutzern, die Bedienelemente der Oberfläche ganz nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Dialog ist Ncurses-basiert, benötigt also keinen laufenden X-Server und ist damit recht anspruchslos.

Virtenv 0.8.6

Grafische LXC-Verwaltung

Quelle: http://virtenv.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: LXC-Provider, Virt-Manager

Die Virtualisierungslösung Linux Containers (LXC) ist seit Version 2.6.29 fester Bestandteil des Kernels. Damit sind einfache Applikations-, aber auch Systemcontainer möglich – sogar für andere Distributionen. Das Qt-4-Programm Virtenv bietet grafische Schnittstellen, mit denen Anwender Schritt für Schritt LXC-Umgebungen erzeugen.

Nach dem Aufruf von »virtenv« startet ein Assistent, der im ersten Dialog vorhandene Virtenv-Maschinen anzeigt und startet. Alternativ tragen Benutzer einen neuen Namen ein. Im nächsten Schritt fragt das Werkzeug nach der Auflösung, falls eine grafische Umgebung und ein X-Server gewünscht sind. Soll die Maschine netzwerkfähig sein, geben Anwender zudem das Interface, die IP-Adresse und das Gateway an. Virtenv richtet bis zu vier Schnittstellen ein.

Sämtliche Konfigurationsdateien legt das Tool im Ordner »~/.virtenv« ab. Das Rootverzeichnis mountet das Programm beim Start der virtuellen Umgebung via »copy-on-write« in das jeweilige »rootdir« -Verzeichnis. Daher sind zum Start einer VM Rootrechte erforderlich.

Mit Virtenv erzeugen Anwender in wenigen Schritten Linux-Container-Umgebungen. Das Tool eignet sich hervorragend dazu, schnell Testsysteme und Sandboxes zu generieren.

Collectd 5.4.0

Systemdaten sammeln und aufbereiten

Quelle: http://collectd.org

Lizenz: GPLv2

Alternativen: RRD Util, Ecostats

Wie der Name vermuten lässt, sammelt dieser Daemon Daten über die Systemperformance. Die Datenerfassung erfolgt über Plugins. Collectd hat über 90 solcher Erweiterungen im Angebot, etwa für Apache, Bind, IPtables, Nginx, MySQL, PostgreSQL und Oracle. Erfahrene Entwickler setzen optional eigene ein; Implementierungen in C, Java, Perl oder Python sind laut Wiki auf der Projektseite möglich.

Welche Dienste und Ressourcen Collectd überwacht, legt der Anwender in der Konfigurationsdatei »/etc/collectd.conf« fest. Um dort ein Plugin zu aktivieren, lädt er es zunächst und beschreibt danach die Konfiguration. Je nach Modul gibt er hier Verzeichnisse, Ports oder Schwellenwerte vor. Das C-Programm legt die erfassten Daten im RRD-Format ab. Ein entsprechendes RRD-Tool-Frontend erzeugt daraus aussagekräftige und ansprechende Graphen – Collectd selbst sammelt nur und zeichnet nicht.

Optional speichert das Tool die Informationen im CSV-Format. Das ist etwa dann hilfreich, wenn Benutzer die Daten vor der Visualisierung automatisiert verarbeiten möchten.

Collectd ist ein leistungsfähiger Dienst, der zuverlässig Systemdaten aufzeichnet. Dank der Plugin-Struktur gestalten Anwender den Einsatz ganz individuell für das eigene Setup.

Convmv 1.15

Datei- und Verzeichnisnamen konvertieren

Quelle: https://www.j3e.de/linux/convmv

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Rename, Iconv

Wer oft mit unterschiedlichen Zeichensätzen kämpft, der darf sich von Convmv unterstützen lassen. Das Tool konvertiert das Encoding in Datei- und Verzeichnisnamen und benennt auch ganze Ordnerhierarchien um, den Inhalt lässt es unangetastet. Das Perl-Skript kümmert sich auch um Symlinks, löst sie auf und wandelt gegebenenfalls den Zeigernamen in einen anderen Zeichensatz um.

Convmv handhabt in der aktuellen Version 124 Zeichensätze; zusammen mit »--list« aufgerufen schreibt es alle bekannten Encodings auf die Standardausgabe. Um etwas zu konvertieren, geben Anwender hinter »-f« den aktuellen und hinter »-t« den neuen Zeichensatz an. Soll das Werkzeug rekursiv arbeiten, verwenden sie zusätzlich »-r« . Um im selben Arbeitsschritt die Schreibweise der Namen anzupassen, definieren Nutzer optional »--lower« oder »--upper« , und das Tool wandelt die Dateinamen in Klein- beziehungsweise Großbuchstaben um.

Das Perl-Skript hat mehrere Schutzvorrichtungen eingebaut. Vor dem Transformieren prüft es, ob eine Datei nicht schon in der gewünschten Kodierung vorliegt, und stellt gegebenenfalls den Dienst ein. Mit »--nosmart« deaktivieren Anwender diese Kontrolle. In der Voreinstellung arbeitet Convmv außerdem im Testmodus und gibt nur an, welche Änderungen anstehen. Um diese tatsächlich durchzuführen, starten Benutzer das Werkzeug mit dem Parameter »--notest« .

Convmv ist ein praktischer Helfer, um angerichteten Zeichensalat bei Datei- und Verzeichnisnamen zu korrigieren. Die Bedienung ist intuitiv, der Standardtestmodus verhindert Schäden durch voreilige Aktionen.

Ngircd 20.3

Portabler IRC-Server

Quelle: http://ngircd.barton.de

Lizenz: GPLv2

Alternativen: We Ircd, Rage Ircd

An IRC-Servern besteht unter Linux wahrlich kein Mangel. Der Next Generation IRC Daemon (Ngircd) basiert jedoch nicht auf dem ursprünglichen Ircd wie viele andere Server. Der portable und leichtgewichtige Daemon für den Internet Relay Chat eignet sich besonders für kleinere oder private Netze, ist schnell konfiguriert, kann mit dynamischen IP-Adressen umgehen und unterstützt IPv6, SSL-Verschlüsselung sowie PAM-Authentifizierung.

Die Einrichtungsdatei ist übersichtlich. Das Quellarchiv enthält einige Beispiele, die als Vorlage dienen können. Die Konfiguration gliedert sich in die Bereiche »global« , »limits« , »options« , »ssl« , »operator« und »channel« . Unter »global« definieren Nutzer den Servernamen, die Ports und Schnittstellen, auf denen der Daemon Verbindungen annimmt. In der Abteilung »limits« beschränken sie die Anzahl der Verbindungen und die Länge der Nicknamen.

In »options« stehen allgemeine Einstellungen zu Chroot oder DNS-Lookup. Benutzer legen hier ebenfalls fest, ob der IRC-Server IPv4 oder IPv6 nutzt. Einstellungen zur sicheren Kommunikation nimmt der Abschnitt »ssl« auf. Mit »-t« prüfen Admins die Konfigurationsdatei auf Syntaxfehler. Weitere Aufrufparameter unterbinden konfigurierte automatische Verbindungen zu anderen IRC-Servern oder halten Ngircd zur Fehleranalyse im Vordergrund.

Ngircd ist ein schlanker IRC-Server, der alle wichtigen Funktionen beherrscht. Da der Daemon auch mit dynamischen IP-Adressen zurechtkommt, eignet er sich besonders für Ad-hoc-Installationen. (U. Vollbracht/hej)

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