Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2013
© Dmitriy Shironosov, 123RF.com

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Xen und KVM, die beiden wichtigsten Hypervisoren unter Linux

Unter einem Dach

Die beiden Platzhirsche in Sachen Virtualisierung auf Linux sind zweifellos KVM und Xen. Beide Projekte haben eine bewegte Geschichte hinter sich – am Anfang lag Xen vorne, dann holte KVM auf, doch entgegen allen Erwartungen ist auch Xen noch nicht tot. Unter der Libvirt sind nun beide vereint.

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"Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren", sagte einst Michael Gorbatschow zu Erich Honecker, später medial begradigt und berühmt geworden als "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Auch im Bereich der Virtualisierung passt das historische Zitat. Gerade das älteste Linux-Virtualisierungsprojekt kann ein Lied davon singen, was freien Softwareprojekten droht, die nicht mit der Zeit gehen: Weil es lange Zeit unmöglich war, Xen mit einem neueren Kernel als 2.6.32 zu nutzen, konnte KVM zum dominierenden Hypervisor für Linux werden, Xen wäre beinahe in der Versenkung verschwunden.

Anfänge der Virtualisierung

Klar, Virtualisierung fängt nicht erst mit KVM [1] und Xen [2] an: Seit Jahrzehnten "partitioniert" IBM die Ressourcen seiner Mainframes. Aber das war auch Hardware im teuren Unternehmenssegment, oft mit Preisen im sechsstelligen Dollar-Bereich. Damit das heutige Szenario der massenhaft verbreiteten Virtualisierung entstehen konnte, war eine andere Entwicklung innerhalb der IT von essenzieller Bedeutung: Computer wurden in den letzten Jahren immer leistungsfähiger und billiger.

Noch vor 15 Jahren war es kein Problem, einen damals aktuellen Rechner auszulasten. Leistungsreserven waren kaum vorhanden. Gab es bei neuer Hardware doch mal welche, sorgten die Entwickler der Anwendungen üblicherweise dafür, dass die Reserven schneller weg waren, als Hardwarehersteller neue Technik liefern konnten.

Heute? Leistung satt!

Heute lassen sich selbst Entry-Level-Server von der Stange mit gängigen Applikationen wie einfachen Webservern kaum auslasten. Der Leerlauf wurde Programm, Admins mussten ihn billigend in Kauf nehmen. Doch ungenutzte oder nicht ausgelastete Hardware ist totes Kapital, ein Dorn im Auge der Controller. Da war es kein Geniestreich, mehrere Systeme auf der gleichen Hardware laufen zu lassen, um die vorhandenen Ressourcen optimal auszunutzen.

Das erste Unternehmen, das sich mit einer entsprechenden Lösung auf den Markt wagte, war VMware: 1999 stellten die Amerikaner eine zunächst auf Desktops ausgerichtete Virtualisierungslösung vor, die mit Servern noch gar nichts am Hut hatte, sondern es vielmehr erlaubte, Desktopsysteme unter Windows zu virtualisieren.

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