Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2013
© Markus Feilner

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OSC 13: Open Suse auf Richtungs- und Strategiesuche

Griechische Leckereien

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Im sommerlich-heißen Thessaloniki traf sich Ende Juli die Open-Suse-Community zu ihrer jährlichen Konferenz – organisiert von Freiwilligen und mit stark strategisch geprägtem Fokus. Das Treffen fand zum ersten Mal in einem Ort statt, in dem es weit und breit kein Suse-Büro gibt.

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Mpougatsa: Ein Backblech voller Blätterteig, Puderzucker, Sahne und Eier, dazu je ein Schuss Zimt und Vanille, viel Butter sowie ein wenig Zitrone – fertig ist die makedonische Spezialität, die in den letzten Jahrzehnten ganz Griechenland erobert hat. Als Hauptstadt der Mpougatsa versteht sich Thessaloniki (Abbildung 1), die Millionenmetropole an der Nordküste der Ägäis. Hier, nicht in Athen, sitzt auch die größte Universität des Landes, von hier stammen Alexander der Große und Aristoteles.

Abbildung 1: Schauplatz der Open Suse Conference 2013: Die uralte Universitätsstadt Thessaloniki.

Alexander, Aristoteles, Open Suse

Im Olympischen Museum dieser Hochschule trafen sich im Juli mehr als 250 Mitglieder der Open-Suse-Community und der Firma Suse zu ihrer jährlichen Konferenz ([1], [2]). Die wurde komplett von Freiwilligen vor Ort, den "Greekos", organisiert (Abbildung 2), die Company aus Nürnberg hatte sich erstmals ganz aus der Planung und Durchführung herausgehalten – dafür halfen Freundinnen und Familienmitglieder und verpassten so dem Event ein typisch griechisches Flair, inklusive Mpougatsa-Frühstück und viel Greek Coffee.

Abbildung 2: Die Veranstaltung fand erstmals nicht in Nürnberg oder Prag statt und wurde komplett von freiwilligen "Greekos" und Angehörigen organisiert.

Geeko Money und Poolparty

Schon bei der Welcome-Party am Vorabend der Konferenz wurde den Besuchern klar: Die Euro-Krise hat den Veranstaltern den Humor nicht verdorben, als Zahlungsmittel ist während der nächsten Tage nur das selbst gedruckte "Geeko Money" erlaubt, nur die vielversprechend angekündigte Poolparty mit Cocktails fällt mit drei Kinderplanschbecken etwas sparsamer aus als erwartet (Abbildungen 3 und 4). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand bei stets über 30 Grad im Schatten ohnehin nicht das Badevergnügen, vielmehr suchte die Community der ehemals deutschen Distribution nach Orientierung.

Abbildung 3: Willkommene Erfrischung: Die sensationellen Becken der OSC-13-Poolparty boten leider nicht für alle Teilnehmer Platz.
Abbildung 4: Ein fast zehn Meter großes Riesen-Geeko aus Post-its schmückte den Eingang des Olympischen Museums der Universität.

Zwar berichteten die meisten Vorträge aus den unterschiedlichsten Projekten, doch für Aufsehen sorgten eher die Strategiethemen (dazu später mehr). Auf der technischen Seite stellten die Entwickler Georg Greve und Hans de Raad Kolab 3.1 auf Suse vor (Abbildung 5, [3]), Vincent Untz plauderte aus dem Gnome-Nähkästchen und Suses Arvin Schnell erläuterte die Funktionsweise des Snapshot-Tools Snapper anhand von Btr-FS [4]. Dazu gab's Details zu UEFI, USB 3.0, GIS und Marble, Linux on ARM, MySQL, Neues von den Autotools und vieles mehr.

Auch die Netzpolitik rund um Prism kam nicht zu kurz: Greve nutzte seine Keynote, um den Anwesenden die weitreichenden Chancen ins Gedächtnis zu rufen, die der NSA-Skandal für die Open-Source-Community mit sich bringt: "Prism nützt uns", rief er seinen Zuhörern zu und erklärte, warum er alle Entwickler freier Software für Superhelden hält.

Abbildung 5: Georg Greve (links) und Hans de Raad zeigten im Kolab-3.1-Workshop, wie einfach die Installation der Groupware jetzt auch auf Suse gelingt.

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