Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 09/2013
© dhoch kr, photocase.com

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Systeme aktualisieren mit Apt

Gruppenreise

Wer auf Debian- und Ubuntu-Rechnern ein Upgrade anschiebt, setzt im Hintergrund eine Reihe unsichtbarer Mechanismen in Gang, die sich gegenseitig bedingen und die Apt-Spezialist und -Maintainer Michael Vogt in diesem Artikel im Detail erklärt.

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Apt ist nicht irgendein Werkzeug zur Softwareverwaltung, sondern schlicht das Standardwerkzeug zur Paketverwaltung auf Debian-basierten Systemen wie Ubuntu, Mint und Debian selbst. Mit »apt-rpm« existiert zudem eine RPM-Portierung. Apt entstand 1998, eine Gruppe von Debian- und Ubuntu-Programmierern entwickelt es seitdem kontinuierlich weiter. Eine seiner zentralen Aufgaben besteht im Installieren und Aktualisieren von Software.

Architektonisches

Apt arbeitet mit dem Low-Level-Tool »dpkg« zusammen. Apt ruft es auf, um lokale ».deb« -Pakete auf dem Dateisystem zu installieren oder zu löschen. Außerdem überprüft »dpkg« , ob Dateipfade kollidieren und ob es jede Datei einem Paket zuordnen kann. Daneben ruft es vor oder nach einem Lösch- oder Installationsprozess die so genannten Maintainer-Skripte Preinst, Postinst, Prerm und Postrm auf und kümmert sich um das Verarbeiten von Triggern, die in bestimmten Installationsfällen Aktionen auslösen, beispielsweise die Manpage aktualisieren.

Apt selbst behält hingegen die größeren Zusammenhänge im Auge. Es gruppiert Pakete in Repositories und stellt sicher, dass diese sich darin authentifizieren lassen. Es erlaubt zudem, in den lokalisierten Paketbeschreibungen zu suchen, und löst Abhängigkeiten zwischen Paketen auf. Es ist auch dafür zuständig, Pakete auf das lokale System zu kopieren. Dazu stehen Apt verschiedene Transportprotokolle zur Verfügung, etwa HTTP(S), FTP, SSH oder bewegliche Medien wie CD-ROMs und DVDs.

Aktualisierungen

Zu den großen Aufgaben von Apt gehört aber, die Software eines Rechners aktuell zu halten. Dazu prüft es, welche Version eines Pakets lokal installiert ist und welche in einer der konfigurierten Paketquellen steckt. Grob lassen sich zwei Aktualisierungsvarianten unterscheiden. Zum einen spielt Apt Updates und Upgrades für die installierte Software einer Distribution auf den Rechner. Zum anderen kümmert es sich um Upgrades auf eine neue Version der Distribution.

Das Einspielen von Aktualisierungen für eine installierte Distribution ist einfach und erfolgt über »sudo apt-get upgrade« . Dabei aktualisiert Apt nur vorhandene Softwarepakete, installiert aber keine neuen oder löscht überflüssige. Vereinzelt bestehen für Pakete, etwa den Kernel bei ABI-Änderungen, jedoch neue Abhängigkeiten, dann ist der Aufruf von »sudo apt-get dist-upgrade« notwendig.

Aber nicht nur dazu: Auch die Aktualisierung auf eine neue Version einer Distribution funktioniert über »sudo apt-get dist-upgrade« , allerdings erst nach dem Anpassen der Datei »/etc/apt/sources.list« . Hierbei aktualisieren Debian beziehungsweise Ubuntu eine große Zahl von Paketen, es kommen zahlreiche neue Abhängigkeiten hinzu, welche die Distributionen auflösen, indem sie neue Pakete einspielen. Dabei kommt es zu wiederholten Paketkonflikten, die Apt unter anderem löst, indem es zahlreiche veraltete Pakete löscht.

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