Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2013
© pictureguy66, 123RF.com

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Keon und Peak: Zwei Firefox-OS-Smartphones im Test

Jungfüchse

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Javascript, HTML 5 und jede Menge Linux- und Android-Erbschaften: Das ist Firefox OS, das Smartphone-Betriebssystem, mit dem Mozilla auf den Markt der günstigen Smartphones drängt. Das Linux-Magazin hat die ersten beiden Referenz-Entwicklergeräte Keon und Peak von Geeksphone getestet.

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Offen, frei und modern – das will Mozilla mit dem Firefox OS sein. Die auch "Boot to Gecko" oder kurz B2G [1] genannte Open-Source-Alternative zu gängigen Smartphone-Betriebssystemen soll bekannte Technologien verwenden, um dem System eine möglichst schnelle und einfache Verbreitung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll der Ressourcenverbrauch gering bleiben, damit Hersteller ihre Geräte mit möglichst günstiger Hardware ausstatten können.

Emerging Markets

Mozilla zielt hiermit ganz klar in Richtung der so genannten Emerging Markets, also der Schwellenländer, in denen Smartphones wegen ihres Preises noch eine recht geringe Verbreitung und billige Geräte somit gute Chancen haben. Mozilla legt es aber nicht darauf an, selbst einen Applikationen-Shop oder Bezahldienste anzubieten, sondern betont, dass Mobilfunkbetreiber oder andere Interessenten diese selbst aufbauen können. Die Foundation versteht sich nur als Entwickler und Anbieter der Software, nicht als Diensteanbieter.

Mit dieser klaren Trennung macht Mozilla bei Firefox OS praktisch alles anders als bei anderen derzeit verfügbaren Smartphone-Betriebssystemen. Die Frage bleibt, wie die Foundation die Entwicklung mittel- und langfristig finanzieren möchte, wenn sie weder mit dem System selbst noch mit den Diensten drum herum ein kommerzielles Interesse verfolgt.

Simulant

Seit gut einem halben Jahr gibt es den Firefox OS Simulator (Abbildung 1, [2]) als Plugin für den normalen Firefox-Browser. Der Simulator ist als Testumgebung durchaus auch für Entwickler spannend, die nicht gleich ein Telefon kaufen und Firefox OS darauf installieren möchten. Außerdem ist er für die Applikationsentwicklung nützlich. Bereits in seiner ersten Version zeigte er eine flüssig bedienbare grafische Oberfläche, die den etablierten Smartphone-Systemen lediglich in der Fülle der verfügbaren Applikationen nachstand.

Abbildung 1: Im Firefox OS Simulator, einem Browser-Addon, können Interessierte mit wenigen Mausklicks erste Gehversuche unternehmen.

Abbildung 2: Die beiden Firefox-OS-Geräte unterscheiden sich kaum von anderen modernen Smartphones der unteren Mittelklasse …

Tabelle 1

Testgeräte

 

Keon

Peak

CPU

Qualcomm Snapdragon S1 7225AB, 1 GHz

Qualcomm Snapdragon S4 8225, 2x 1,2 GHz

UMTS

2100/1900/900 (3G HSPA)

2100/1900/900 (3G HSPA)

GSM

850/900/1800/1900 (2G EDGE)

850/900/1800/1900 (2G EDGE)

Bildschirm

3,5-Zoll-HVGA (320 x 480 Pixel) mit Multitouch

4,3-Zoll-QHD (540 x 960 Pixel) mit IPS-Multitouch

Kamera

3 Megapixel

8 Megapixel (Rückseite), 2 Megapixel (Front), LED-Blitz

ROM/RAM

4 GByte (ROM), 512 MByte (RAM)

4 GByte (ROM), 512 MByte (RAM)

Ausstattung

Micro-SD, Wifi (n), Bluetooth 2.1 EDR, Radio FM, Licht- und Proximity-Sensor, G-Sensor, GPS, Micro-USB

Micro-SD, Wifi (n), Bluetooth 2.1 EDR, Radio FM, Licht- und Proximity-Sensor, G-Sensor, GPS, Micro-USB

Batterie

1800 mAh

2020 mAh

Preis

110 Euro

180 Euro

Allerdings läuft der Simulator auch auf einem leistungsfähigen PC. Die spannende Frage lautet daher, wie das Firefox OS sich auf echter Telefonhardware verhalten würde, die ja oft über eine wesentlich schwächere Hardware-Ausstattung verfügt. Dass dies kein Problem darstellt, sollen jetzt die beiden Geeksphone-Geräte [3] Keon und Peak (Abbildungen 2 und 3) beweisen.

Abbildung 3: … nur die Farbe (Weiß beim Peak, Orange beim Keon) und das Logo auf dem Rücken machen den Unterschied.

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