Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2013
360

Alles nur grün

Das macht sich am deutlichsten dadurch bemerkbar, dass das Suse Studio ausschließlich mit Suse-basierten Distributionen zurechtkommt. Alles, was die Software an Images ausspuckt, fußt also auf einer der Suse-Varianten, sei es die Desktop-Version Open Suse oder die Enterprise-Variante SLES.

Wer seine VMs in der Cloud lieber mit Ubuntu oder Centos betreiben möchte, muss sich modifizierte Images woanders besorgen; Suse Studio scheidet als Hilfe aus. Die fränkische Ideal-Vorstellung besteht offenbar aus einem homogenen System, in dem sich SLES- und Suse-Cloud-Rechner die Klinke in die Hand geben – fertig ist das grüne Wunderland.

Letztlich schränkt die vollständige Fixierung auf Suse das Studio allerdings eher ein, als ihm zu nützen. Denn vergleichbare Dienste für Ubuntu oder Red-Hat-Klone sind schlicht nicht vorhanden. Öffnete Suse sein Studio auch für andere Systeme – so wie den Build Service – dann fänden die Nürnberger sicher viel mehr Interesse und könnten auch Nutzer an sich binden, die sonst eher nicht grün unterwegs wären.

Studio 1.3 und die Cloud

Im April 2013 hat Suse die neueste Version 1.3 des Studios veröffentlicht und sich dabei vor allem und ausdrücklich auf Veränderungen in Sachen Cloud Computing konzentriert. Mit Erfolg: Die Integration mit den gängigen Cloudstacks gelingt Suse Studio jetzt deutlich besser als vorher.

Ursache dafür ist allerdings nicht eine große Veränderung, sondern viele kleine: Den Anfang machen die unterstützten Imageformate: Suse Studio bietet nunmehr die Möglichkeit, mit Hyper-V kompatible Images zu erzeugen, die sich dann problemlos in Microsofts Virtualisierung einbinden lassen. Wer also beispielsweise innerhalb einer Open-Stack-Umgebung auch Hyper-V als Hypervisor einsetzt, hat es ab sofort deutlich leichter.

Noch ein Format hat es endlich in Suse Studio 1.3 geschafft: Das native KVM-Format Qcow2. Selbstverständlich konnte Suse Studio auch bisher Images für KVM ausgeben, allerdings nur über den Umweg von VMwares VMDK-Format, das sich meist als deutlich weniger performant und weniger effizient erwies als Qcow2. Diesen Umweg haben die Suse-Studio-Entwickler in Version 1.3 abgekürzt und so die Unterstützung für die wichtigsten Hypervisoren praktisch vervollständigt. VMware und Xen gehörten ja schon seit Längerem zum Lieferumfang.

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