Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2013
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Eine eigene Installation

Alternativ zur Onlineversion kann ein Unternehmen auch seine eigene, lokale Suse-Studio-Instanz betreiben (Abbildung 5). Auch bei dieser Variante ist die gesamte Suse-Studio-Funktionalität vorhanden, Suses Onlineservice bleibt außen vor. So gebaute Images stehen lokal sofort bereit, ohne dass der Admin sie erst von einem Suse-Studio-Service im Web laden muss.

Abbildung 5: "Preise auf individuelle Anfrage" lautet Suses Antwort auf eine entsprechende Frage. Zwar gibt es das Studio auch für die eigene Infrastruktur, doch wie teuer das wird, darüber schweigt sich Suse aus.

Außerdem ist es in diesem Konstrukt auch möglich, solche Daten innerhalb der Cloudimages zu halten, die man auf die offizielle Suse-Studio-Seite aus verschiedenen Gründen nicht hochladen möchte oder darf, zum Beispiel aus Datenschutzgründen, oder wenn dies der Entwicklungsabteilung verboten ist, weil ein NDA untersagt bestimmte Daten Dritten zugänglich zu machen.

Aber so eine lokale Suse-Studio-Installation hat auch einen ernst zu nehmenden Haken: Es hängt ein Preisschild dran. Wie teuer das wird, darüber schweigt sich Suse aus, konkrete Zahlen gibt's nur individuell und auf Nachfrage.

Enterprise- und Webversion

Ganz gleich, ob sich ein Unternehmen für die öffentlich zugängliche Version von Suse Studio entscheidet oder für eine eigene Instanz: Die Funktionsweise der Applikation selbst ist im Grunde immer gleich. Unter einem hübschen, betont Suse-grünen Webinterface verstecken sich vielerlei Funktionen, die das Erstellen eines Image innerhalb kurzer Zeit gelingen lassen. Der Benutzer legt lediglich fest, um welches Basissystem es sich handeln soll (Open Suse oder doch SLES), und gibt an, welcher Standardsatz an Paketen in seinem neuen Image enthalten sein soll.

Vorsicht ist hier besser als Nachsicht, denn aufgeblähte Images führen gerade innerhalb der Cloud oft zu langen Wartezeiten beim Deployen neuer VMs. Hat der Admin sich die Konfiguration für sein Image zusammengeklickt, erzeugt Suse Studio das angeforderte Image und stellt es zum Download bereit. Zwischen Login und dem fertigen Image auf der lokalen Festplatte liegen im Idealfall keine zehn Minuten. In der Praxis kann es allerdings vorkommen, dass das Herunterladen des fertigen Image aus dem Suse Studio einige Zeit in Anspruch nimmt.

Suse macht übrigens keinen Hehl daraus, dass man in Nürnberg das Suse Studio für eine von mehreren Komponenten hält, deren Anschaffung im Paket nur logisch sei. Geht es nach dem Hersteller, dann soll der Kunde gleich auch Enterprise-Betriebsystem, -Cloud, -Management und -Support einkaufen.

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