Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2013
© Volodymyr Goinyk, 123RF.com

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Sailfish, Firefox, Tizen, Ubuntu for Phones und Himbeer-Systeme

Der Nachwuchs ist da

Es muss nicht immer Google sein: 2013 hat gute Chancen, das Jahr der Android-Alternativen auf Smartphones und Tablets zu werden. Die ARM-Linux-Varianten sind noch recht jung, haben aber schon einiges zu bieten: vollständige Linux-Stacks, HTML-5-GUIs und Android-Kompatibilität.

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Wer ein Linux-basiertes Gerät in Händen halten will, kommt vermeintlich an Googles Android-System nicht vorbei. Doch fernab des ARM-Mainstreams reifen mittlerweile gleich mehrere Systeme heran, die attraktive Alternativen zu Android auf mobilen CPUs mit ARM-Befehlssatz werden können. Dieser Artikel zeigt einen Marktüberblick für mobile, Linux-basierte ARM-Betriebssysteme und stellt alternative Betriebssysteme für Mobile Devices und die für Raspberry Pi & Co. verfügbaren Varianten vor.

Erfolgsmodell

Linux auf ARM ist bei Weitem kein singuläres Phänomen bei mobilen Telefonen, wie man etwa auch in Verkaufserfolgen wie dem Raspberry Pi sehen kann. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich: Einerseits sind ARM-CPUs im direkten Vergleich deutlich sparsamer im Stromverbrauch als es entsprechende x86-CPUs wären. Diesen Vorteil haben die verschiedenen Hersteller in den letzten Jahren weiter ausgebaut. So profitieren sie nun davon, dass sich immer mehr Anwender auch für andere Einsatzgebiete als Smartphones und Tablets ultra-sparsame Rechenkerne wünschen.

Zum anderen sind ARM-CPUs in der Regel deutlich günstiger zu bekommen als vergleichbare x86-CPUs. Nur so ist der Preis für einen Raspberry Pi überhaupt erklärbar: Für die knapp 50 Euro, mit denen das Gerät hierzulande zu Buche schlägt, gibt es bei AMD oder Intel gerade mal die CPU.

ARM everywhere

Egal ob Smartphone oder Tablet, das Gros der Geräte kommt mit ARM-CPUs. Der Vormarsch scheint ungebremst: Mini-Computer auf ARM-Basis erfreuen sich gerade bei Entwicklern großer Beliebtheit und drängen langsam, aber sicher in den Massenmarkt vor. Doch auf den ersten Blick ist klar: Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets müssen ganz andere Anforderungen erfüllen als Raspberry Pis oder ähnliche Rechnerlein.

Die Frage, welche Alternative zu Android möglich ist, hängt also überdurchschnittlich stark vom Einsatzzweck des Zielsystems ab. Außerdem gilt: Wer eine Alternative zu Android sucht, wird nur dann glücklich, wenn er Gerät und Software aus einer Hand bezieht. Auf ein ursprünglich mit Android betriebenes Gerät ein anderes Betriebssystem zu installieren ist meist mit vielen Problemen verbunden und eignet sich nur für den Nutzer, der ein neues System kennenlernen will, aber in aller Regel nicht für den professionellen Einsatz.

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