Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2013

Die ARM-Architektur und Linux auf aussichtsreicher Mission

Der Aufbruch

Die x86-Plattform mag PC- und auch Linux-Anwendern als Zentrum des Universums vorkommen, im Vergleich zu den ARM-Stückzahlen muss man die Intel- und AMD-Chips aber mit dem Teleskop suchen.

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ARM-Prozessoren sind ein schönes Beispiel für funktionierende Märkte. Obwohl das Grunddesign von nur einem Anbieter – ARM eben – kommt, macht sich die Vielzahl der Chipproduzenten und Großkunden wie Apple, Nvidia, Nintendo, Motorola, Qualcomm, Freescale, Texas Instruments, HP und Samsung für den Endkunden bezahlt: Um die 5 US-Dollar kostet ein mit 1 GHz getakteter ARM-Chip aktueller Bauart. Es sind aber auch langsam getaktete Winzlinge für Spezialaufgaben unterwegs (siehe Kasten "Kleinster ARM-Prozessor").

Ähnlich entspannt geht die Industrie mit der Software um: Die Spanne reicht von I-OS und Android über händeweise Linux-Distributionen und Windows bis hin zu Echtzeit- und Spezialsystemen. Bei den Toolchains für Entwickler ergibt sich das gleiche reichhaltige Bild.

Jenseits von grauen PC-Kisten mit vorinstallierter Stangen-Software, jenseits von Intel- und Microsoft-Quasimonopolen können Anbieter ihre Kreativität ausleben und Kunden von Vielfalt und günstigen Preisen profitieren. Es kann kaum verwundern, dass Linux als Betriebssystem und Open Source als Software-Idee in diesem liberalen Markt als zentrale Komponenten etabliert haben.

ARM und Linux stecken fast überall drin: Smart-TVs, Bluray-Player, Internetrouter, Thin Clients, die fast schon sprichwörtliche Waschmaschine, Entertainmentsysteme und Navigationsgeräte im Auto, Roboter im Haushalt und der Industrie, Maschinen aller Art. Nicht zu vergessen: Mobiltelefon und Tablet-PCs. Zwischen 15 und 20 Millionen ARM-CPUs werden heute weltweit produziert – pro Tag!

Auf der ARM-Agenda der nächsten Zeit stehen zudem Server mit hoher Packungsdichte sowie schlanke Notebooks. Für Bastler sind schon lange günstige Einplatinen-Computer verfügbar. Eine regelrechte Euphorie hat bekanntlich der Rasberry Pi ausgelöst.

Kleinster ARM-Prozessor

Gerade mal 1,9x2,0 Millimeter misst der von Freescale vorgestelle Kinetis KL02. In dem kleinen Gehäuse steckt ein mit 48 MHz getakteter 32-Bit-Cortex-M0+-Prozessor. Freescale hat trotz der Größe bei der Peripherie nicht gespart: "Bit Manipulation Engine" für Code-effiziente Arithmetik, 32 KByte Flash und 4 KByte RAM, schneller 12-Bit-AD-Wandler und Analogkomparator, Low-Power-UART, SPI, 2x I2C, Timer inklusive Motorsteuerungen, Betrieb mit 1,71 bis 3,6 Volt und zwischen -40 und +85 Grad Celsius. (Benedikt Sauter)

ARM mit Händchen

Der Mini-PC im Zeichen der Himbeere hat im ARM-Schwerpunkt dieses Magazins den einen oder anderen Gastauftritt: So im Artikel ab Seite 30, der Besitzern der billigen Platine zeigt, wie sie Software für ihren Liebling vorab auf dem leistungsstarken PC übersetzen und emulieren. Der darauf folgende Einplatinen-Computer-Beitrag stellt den prominenten Vertreter dieses Genres zwar nicht selbst vor, er durchweht aber als Referenz den ganzen Artikel. Und auch die "Kern-Technik", die sich passenderweise mit ARM-Kerneldetails befasst, beschäftigt sich exemplarisch mit dem Raspberry Pi.

Der Artikel ab Seite 36 umreißt ein Rechenzentrumsthema, das jetzt vor dem Schritt in die Praxis steht: Server mit ARM. Dabei gehts um gesparten Strom, hohe Packungsdichten, aber auch einige Unzulänglichkeiten. Das Titelthema schließt mit einem Beitrag über mobile Linux-Betriebssysteme jenseits des Android-Massenmarktes. Der Schwerpunkt beginnt mit einem ausführlichen Briefing, das die Linux-Crew publizistisch auf ihre Mission zum ARM-Universum vorbereitet. Die Welt da draußen, so viel sei verraten, ist ein Linux-freundliche.

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