Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2013

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

 

1135

Check Logfiles 3.5.3.1

Nagios-Plugin für Logdateien

Quelle: http://labs.consol.de/nagios/check_logfiles

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Check Mk, Logwarn

Die offiziellen Nagios-Plugins enthalten Skripte, die rotierte Protokolldateien nicht erfassen. So entstehen Lücken in der Überwachung. Diese Mängel behebt das Perl-Skript Check Logfiles, das auch ad acta gelegte Protokolle untersucht. Es alarmiert den Admin bei kritischen Einträgen in einem Log und löst optional Aktionen unmittelbar nach einem Treffer oder bei Laufzeitende aus.

Das Tool durchsucht die Protokolle mit regulären Ausdrücke. In der aktuellen Version schaltet ein Parameter die Case Sensivity ab. Zu allen Mustern darf der Admin Ausnahmen definieren. Er kann auch die Länge der Ausgabezeile beschränken und Optionen in der Konfiguration mit Makros belegen.

Welche Logfiles das Werkzeug im Auge behält, legt der Anwender beim Aufruf fest. Dabei sorgt die Option »--rotation« dafür, dass rotierte Protokolle nicht außen vor bleiben. Auf Wunsch erzeugt »--report« einen umfassenden Bericht des letzten Durchlaufs im HTML-Format. Weitere Parameter sowie Informationen zur Konfiguration und zur Zusammenarbeit mit externen Programmen erklärt die sehr ausführliche Dokumentation der Projekthomepage.

Check Logfiles behält Protokolldateien im Auge. Dabei ist das Tool nicht auf Systemlogs beschränkt. Im Netz zeigen etliche Anleitungen die Zusammenarbeit mit anderen Protokollen.

Rf 0.4.4

RSS-Feedreader für die Konsole

Quelle: http://code.google.com/p/readfeed

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Snownews, Newsbeuter

Der Name ist Programm: Readfeed (Rf) liest und verwaltet Newsfeeds. Das Shellskript erfordert kaum Konfiguration, ist anschließend sofort einsatzbereit und tickert News im RSS- und Atom-Format. Die Datei »~/.rf/feeds« enthält die Feed-Adressen. Eine Vorlage mit interessanten Links liefert das Quellarchiv mit. Sie landet im Verzeichnis »/usr/share/doc/rf« . Nach dem Kopieren passen Anwender das Template mit einem Texteditor der Wahl an eigene Wünsche an.

Eine Liste aller verfügbaren Feeds zeigt »rf -l« an. Zusammen mit dem Namen einer Kategorie aufgerufen blendet Rf dann die letzten Schlagzeilen ein. Vor der jeweiligen Headline steht eine Nummer. Diese geben Benutzer hinter »rf -d« an, um die ersten paar Zeilen eines Artikels zu betrachten. Wer gerne die URL zur Meldung in Erfahrung bringen möchte, ruft das Tool zusammen mit »-n« und der Nummer der Schlagzeile auf. Mehr Parameter und Optionen kennt das Programm nicht, eine Verlängerung der Cachezeit (Voreinstellung: 30 Minuten) ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Rf ist ein praktischer Feedreader für Konsolenfans. Das Tool verwaltet RSS- und Atom-Feeds und präsentiert die Neuigkeiten übersichtlich auf der Standardausgabe – prima zur Weiterverarbeitung in eigenen Skripten.

Fdm 1.7

E-Mails abrufen

Quelle: http://fdm.sourceforge.net

Lizenz: ISC

Alternativen: Fetchmail, Getmail

Fdm (Fetch and deliver mail) lädt E-Mails via POPs(S) und IMAP(S) herunter, speichert sie lokal in Maildir-Verzeichnissen beziehungsweise Mbox-Dateien oder reicht sie zum Weiterverarbeiten an andere Programme weiter. Darüber hinaus liest das Tool eingehende elektronische Post von der Standardeingabe, was die Kombination mit anderen Anwendungen oder das Einbinden in eigene Skripte ermöglicht.

Zahlreiche Parameter oder auch reguläre Ausdrücke filtern die Mails vor der Ablage. So begrenzen Nutzer beispielsweise die Größe der heruntergeladenen Nachrichten. Fdm sortiert ebenfalls nach Absenderadressen. Anwender dürfen verschiedene Aktionen definieren, um etwa Mails zu verwerfen oder Kopien auf dem Server zu belassen. Das Tool ist zudem in der Lage, Elemente aus dem Mailheader zu entfernen oder hinzuzufügen. Zusammen mit anderen Tools wie Sed überarbeitet Fdm sogar den Inhalt der elektronischen Post.

Die systemweite Konfiguration befindet sich in »/etc/fdm.conf« , die persönliche in »~/.fdm.conf« . Alternativ dürfen Anwender über »-f« eine andere Einrichtungsdatei übergeben. Eine eigene Manpage zu »fdm.conf« erklärt alle Optionen.

Fdm ist eine leistungsfähige Alternative zu Fetchmail & Co.

Iotop 0.5

I/O-Durchsatz beobachten

Quelle: http://guichaz.free.fr/iotop

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Iostat, Atop

Das Python-Skript ermittelt die aktuelle I/O-Auslastung des Systems. Iotop stellt den Verbrauch der jeweiligen Prozesse in einer Top-ähnlichen Tabelle dar. Um die Werte zu ermitteln, greift das Tool auf Kernelfunktionen zurück, die seit Version 2.6.20 enthalten sind. Es erfordert Rootrechte und nistet sich in dem Verzeichnis »/sbin« ein.

Für jeden Prozess zeigt es den aktuellen Schreib- und Lesedurchsatz und das Swap-Volumen an. Die Kopfzeile der Tabelle gibt Auskunft über den Gesamtdurchsatz pro Sekunde. Genau wie bei Top dürfen Anwender die Prozesse in der Ausgabe selbst sortieren. Über die Pfeiltasten beeinflussen sie die Anzeige. Ein Druck auf [R] invertiert die Darstellung. In neuen Versionen zeigt [P] statt aller Threads nur die Prozesse an, und [I] beeinflusst den I/O-Nicelevel.

Neben dieser interaktiven Ansicht bietet das Tool auch einen Batchmodus, den die Aufrufoption »-b« initiiert. Die Daten erscheinen dann zwar nur noch rudimentär formatiert, der Modus eignet sich aber ideal für den Einsatz in eigenen Skripten. Der Parameter »-t« versieht die Ausgaben zusätzlich mit einem Zeitstempel, »-o« zeigt nur jene Prozesse an, die genau in diesem Moment I/O-Last erzeugen. Um die Ausgabe nach Prozessen einzelner Benutzer zu filtern, übergeben Benutzer die Option »-u« . Sind die Informationen weiterhin zu umfangreich, blendet »-p« außerdem alle Threads aus.

Iotop beobachtet den aktuellen Datendurchsatz eines Systems und gibt so Auskunft über mögliche Engpässe. Das Tool steuern Anwender entweder über Aufrufoptionen im Batchmodus oder interaktiv über die Tastatur.

Rainbarf 0.6

Monitor für Terminal-Multiplexer

Quelle: https://github.com/creaktive/rainbarf

Lizenz: GPLv1/Artistic License

Alternativen: Tmux-Powerline

Rainbarf bringt Farbe ins Leben von Screen- oder Tmux-Anwendern. Der Systemmonitor nistet sich in der Statuszeile der Terminal-Multiplexer ein und zeigt die CPU-Auslastung, die Speichernutzung und bei Notebooks die Batteriebelastung an. Grün repräsentiert freien Speicher, Gelb den aktiven. Inaktiven Speicher stellt Rainbarf blau dar, Cache-Memory leuchtet in Cyan. Zusätzlich zeichnet das Tool für die CPU-Auslastung einen schattierten Blockgraphen, und der Ladestatus des Akkus erscheint als kleines Icon am rechten Rand.

Das Perl-Skript ermittelt den Systemstatus nicht selbst, sondern wertet die Daten aus dem »/proc« -Verzeichnis aus. Wird es dort nicht fündig, greift es auf Acpi und Top zurück. Auch unter OS X funktioniert das Ganze; Rainbard befragt hier ebenfalls Top und macht somit auch auf Apple-Terminals eine gute Figur.

Einfluss auf das Erscheinungsbild nehmen Benutzer über Kommandozeilen-Parameter. Mit diesen passen sie nicht nur die Farbe an, sondern auch die Anordnung der Informationen. Um Rainbarf direkt zusammen mit Tmux zu starten, integrieren Anwender den Monitor in die Tmux-Konfigurationsdatei. Die Webseite des Projekts zeigt ebenfalls, wie die Zusammenarbeit mit Screen gelingt. Entsprechende Beispiele sowie eine Liste aller Parameter und Optionen sind dort ebenfalls zu finden.

Rainbarf ist ein Teamplayer und arbeitet wahlweise mit Tmux oder Screen zusammen. In deren Statusbalken informiert es zuverlässig und in Farbe über die Systemlast und den Batteriezustand.

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