Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2013
© Yun Wang, 123rf.com

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Von Flash zu HTML 5

Stream aufwärts

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Weiter stromaufwärts wartet HTML 5, um Flash abzulösen – so liest man immer wieder. Zumindest im Videostreaming-Bereich sind bei der Migration aber noch einige Stromschnellen zu überwinden.

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Dass Flash als Auslaufmodell gilt, davon haben auch die Kunden der Videostreaming-Dienstleister gehört und fordern seit einer Weile explizit HTML-5-Support. Doch egal, ob es um Video-on-Demand oder Livestreaming geht: Vor dem Durchbruch von HTML 5 stehen noch technische und rechtliche Barrieren.

Flash: Der Favorit

Die bisherige Situation ist ja ohne Frage absurd: Flash gehört einem einzelnen Unternehmen und ist seit Jahren die einzige relevante Technologie, wenn es darum geht, Multimedia-Inhalte im Internet zu streamen und plattformübergreifend zu präsentieren – Silverlight und Java sind längst nicht so erfolgreich.

Adobe verdient dabei nicht nur an den Flash-Entwicklern, sondern kassiert auch für den Einsatz des hauseigenen Flash Media Servers. Der bekommt aber nach und nach Konkurrenz von anderen Anbietern, zu denen auch Open-Source-Lösungen wie Red Five gehören. Für Anwender ist Flash zwar kostenlos, einen Preis zahlen sie dennoch: Dank zahlreicher Sicherheitslücken gefährdet die Software seit Jahren ihre Rechner.

Da Flash auf den Clients als Plugin für Browser existiert, müssen die Plattformen nicht nur dessen Vorhandensein sicherstellen, sondern auch – schon aus Sicherheitsgründen – einen separaten Update-Mechanismus anbieten. Einige Seiten zeigen ihre Inhalte gar nicht erst an, wenn der Nutzer nicht die neueste Flash-Variante verwendet. Unter Linux fällt auf, dass Flash die CPU(s) stark belastet, was in der Vergangenheit nicht selten zum Einfrieren des Browsers oder gar des kompletten Betriebssystems führte. Zu den technischen Beschwerden kommt, dass sich Flash-Inhalte nur sehr statisch in das Browserfenster integrieren und wenig zugänglich sind.

HTML 5: Der Herausforderer

Einige der unter dem Stichwort HTML 5 versammelten Technologien sollen nicht nur die erwähnten Probleme mit Flash beheben. Doch beim Standardisieren reden viele Big Player mit, was die Konsensfindung nicht vereinfacht, weil juristische Fragen die technischen oft überlagern: Auch deshalb ist HTML 5 – zumindest im Videobereich – ein Moving Target. Das »video« -Tag ermöglicht es immerhin, Filme und Streams einfach in eine Webseite einzubinden (Abbildung 1). Dabei entscheidet der Browser selbst, welches der angebotenen Formate er abspielt (Listing 1).

Listing 1

Das video-Tag von HTML 5

01 <video width="640" height="360" controls>
02   <source src="movie.mp4" type="video/mp4">
03   <source src="movie.ogg" type="video/ogg">
04   Your browser does not support the video tag.
05 </video>

Abbildung 1: Das video-Tag von HTML 5 soll Flash als De-facto-Standard für Videostreaming ablösen und ist bereits im Einsatz.

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