Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2013

Eigene Importfilter für Libre Office schreiben

Passende Spezialfilter

, ,

Früher verhinderten proprietäre Dateiformate den Umstieg auf alternative Officesuites. Das hat sich gewaltig geändert, mittlerweile gilt Libre Office gar als VW Golf der Office-Welt, vor allem dank der vielen Importfilter. Sogar zum Zusammenschrauben eigener Importer reichen Hobbykenntnisse.

310

Je mehr fremde Formate Libre Office sauber unterstützt, umso besser – so lautet wohl ein Credo der Entwickler. Jede neue Version bringt neue Importtools. Erst kürzlich erzählte Michael Meeks in seinem Vortrag auf der Fosdem, wie immer mehr Anwender Libre Office verwenden, um alte Officedateien zu öffnen, deren Programmversionen nirgendwo mehr laufen, und so die Inhalte zu retten [1]. Undokumentiert? Nicht mehr unterstützt? Verwaist? Nichts scheint zu schwer, seit Libre Office 3.3 wächst die Zahl der Formate stetig. Ein Grund dafür ist die Leichtigkeit, mit der Entwickler neue Importfilter erstellen. Wie das geht, zeigt dieser Artikel.

Parsen und verstehen

Ein Importfilter macht eigentlich nichts anderes, als ein fremdes Dokument zu parsen und sinnvolle Informationen herauszusuchen. Mit denen füttert er die Anwendung, sodass sie auf dem Bildschirm Inhalte in hilfreicher Form darstellt. Viele Filter, beispielsweise der für Microsoft Word, kommunizieren jedoch direkt mit Libre Office, indem sie die internen Strukturen der Dokumente zu übernehmen trachten.

Diese Vorgehensweise vermeidet Informationsverluste, indem sie ohne zusätzliche, manchmal sehr rechenintensive Umwandlungen, versucht das Dokument direkt zu verstehen. Aber das Ganze klappt natürlich nur, wenn der Filter mit tiefer gehendem Know-how über das Ausgangsformat ausgestattet ist. Das wiederum erzeugt eine sehr steile Lernkurve bei dem, der solch einen Filter programmieren will.

Open Document Format

Gut, dass es deshalb noch zwei andere Typen von Importfiltern gibt, die weniger hohe Ansprüche stellen und sich auch für Entwickler eignen, die, ohne groß in die Tiefen von Libre Office einzutauchen, Erfolge sehen wollen.

Die Schlüsselrolle nimmt dabei das Open Document Format (ODF, [2]) ein, das sich als Austauschformat für Filterprogrammierer geradezu aufdrängt. Wer es verwendet, muss nur wenige Kernbestandteile der Libre-Office-Interna durchschauen, also einige Hundert Zeilen gut dokumentierten Quelltext verstanden haben, schon kann er loslegen und für sein Format eine ODF-Entsprechung entwickeln. Die öffnet Libre Office dann problemlos.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Kaffee im Open Office

    Ohne Kaffee läuft in deutschen Büros nichts. Der Beitrag beweist, dass auch Open Office mit Java viel leistet: Das Open-Office-SDK liefert ein Rezept für das belebende Gebräu.

  • Libre Office testen

    Dass Libre Office auf allen PCs stets funktioniert, ist in vielen Firmen lebenswichtig. Zur automatisierten funktionellen Anamnese reichen Python und das Libre-Office-API.

  • Libre Office 3.5

    Draw und Impress rüsten auf – die neue Libre-Office-Version 3.5 enthält erstmals einen Importfilter für MS-Visio-Dokumente und verspricht Powerpoint-Formen besser zu unterstützen. Der Test untersucht, wie fit die beiden Office-Module sind.

  • Document Liberation Project gegründet: Freiheit für alle!

    Das Document Liberation Project, ein Projekt der Document Foundation TDF will Anwendern aus dem Vendor-lock-in bei alten Dateiformaten und proprietärer Software helfen. Vor allem die flexiblen und leicht zu programmierenden Import/Export-Filter von Libre Office sollen helfen, Datenverluste wegen verwaisten oder nicht mehr lauffähigen Anwendungen zu vermeiden.

  • Positive Einstellung

    Die freie Office-Suite Open Office zählt in den meisten Unternehmen zu den wichtigsten Anwendungen. Der Administrator sollte seinen Anwendern daher nicht nur die Software, sondern auch sinnvolle Konfigurationseinstellungen bieten. Wie das mit Hilfe der XCU-Dateien des Programms geht, zeigt dieser Artikel.

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.