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Linux-Magazin 05/2013

Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung

Tux liest

,

Zwei Bücher fanden in diesem Monat das Interesse der Magazin-Rezensenten: eins über die gediegene Sprache Scala, eines über das hippe Thema Suchmaschinen-Optimierung.

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Schon seit letztem Jahr lotet Joshua Suereth mit "Scala in Depth" die Tiefen der Programmiersprache aus. In "Die Kunst des SEO" dagegen versuchen die Autoren Enge, Spencer, Stricchiola und Fishkin auf gewichtigen 800 Seiten die allgegenwärtige Suchmaschinen-Optimierung in einen artifiziellen Rang zu erheben.

Vereinte Sprache

Spätestens bei der Lektüre von Suereths anspruchsvollem Buch wird schnell klar: Scala, das auf der Java Virtual Machine läuft, ist besonders. Die Programmiersprache kombiniert objektorientierte und funktionale Features auf einzigartige Weise. So kennt Scala Traits als mächtige Interfaces oder erlaubt es, Bedingungen an Typparameter zu stellen.

Dem Titel gemäß steht Fortgeschrittenes im Fokus. Das erste Drittel widmet sich erst mal dem Pflichtwissen. Die Tour startet mit der funktionalen und objektorientierten Programmierung, der ausdrucksstarken Syntax, statischer Typisierung und Scalas Verhältnis zu Java, der Arbeit mit unveränderlichen Daten und Stilkonventionen.

Im Mittelteil gibt der Autor Implicits, dem Typsystem und deren Zusammenspiel Raum. Der Leser erfährt alles, um das Defaultverhalten von Implicit-Funktionsaufrufen oder Konvertierungsregeln zu definieren, oder wie er Einfluss auf die Substitution der generischen Typen nehmen kann oder mit Traits und Implicits Typklassen implementiert.

Die umfangreiche Auftauchphase seines Tauchgangs leitet Suereth mit der Kategorisierung von Scalas reicher Auswahl an Collections ein. Als Kriterien bestimmt er die Eignung für parallele Anwendungen oder ob Collections ihre Argumente sofort auswerten oder ob sie unveränderlich sind. Es folgen die für Scala auf Multicore-Architekturen essenziellen Aktoren, also Prozesse, die Nachrichten austauschen. Am Ende kommt der Autor auf die Integration von Scala und Java zurück.

Den Rest der 300 Seiten füllt ein etwas theorielastiges Kapitel zu Patterns. Es hilft aber dabei, Funktoren oder Monaden als Designpattern in der funktionalen Programmierung zu verstehen, die auf den mathematischen Konzepten der Kategorientheorie fußen.

Fazit: Leser mit Kenntnissen in Scala, Java, Objektorientierung und funktionaler Programmierung werden den Ausflug in die Tiefen des Expertentums genießen. Anfängern sollten nach technisch flacheren Gewässern Ausschau halten.

Info

Joshua D. Suereth:

Scala in Depth (Englisch)

Manning, 2012

304 Seiten

30 Euro

ISBN: 978-1-935182-70-2

Suche als Kunst

Ursprünglich eine Außenseiterdisziplin ist Suchmaschinen-Optimierung (SEO) jetzt in der Mitte der Netzgesellschaft angekommen. Der Wälzer "Die Kunst des SEO – Strategie und Praxis erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung" spannt das Thema in geradezu epischer Breite auf. Er beginnt mit dem Warum und Wie von Suchmaschinen, um dann das Vorgehen für eine gelungene Suchmaschinenoptimierung Schritt für Schritt zu beschreiben: Wie soll ein Webauftritt aufgebaut sein? Welche Kanäle muss er bedienen, um Kunden zu sich zu lotsen?

Dazu beleuchtet das Autorenteam die Bedeutung von Metatags, HTML-Elementen und Formatierungs-Auszeichnungen für die Optimierung, ordnet Onpage- und Offpage-Maßnahmen ein und hilft zu analysieren, was davon welchen Erfolg bringt. Außerdem beraten die Spezialisten Unternehmen bei der Frage, was für und was gegen die Auslagerung von SEO zu einer externen Agentur spricht.

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