Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2013
© ariadna de raadt, 123RF.com

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Mailserver-Hochverfügbarkeit und Scale-out

Platz da für Post!

Auch gut 40 Jahre nach der ersten E-Mail gibt es immer noch gute Gründe, einen eigenen IMAP- oder SMTP-Server zu betreiben, zumal diverse Linux-Projekte das so einfach wie nie zuvor machen. Aber Mailserver, die selbst moderne redundante Storage-Backends nutzen, sucht der Admin vergebens.

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Kleinere Unternehmen mit weniger als 100 E-Mail-Benutzern und ohne allzu strenge Sicherheitsrichtlinien können es sich wahrscheinlich leisten, einen der Clouddienste von Google&Co. für ihre Mails in Anspruch zu nehmen. Doch auch gut vier Jahrzehnte nach der Erfindung der E-Mail ist das Ende des eigenen Mailservers im Unternehmen noch lange nicht gekommen.

Server ohne Storage-Anbindung

Stichwörter wie Patriot Act und Compliance, aber auch das Sicherheitsbedürfnis von Admins, Unternehmen und Daten liefern Argumente genug, einen skalierbaren, hochverfügbaren Mailserver vor Ort zu betreiben – und die gängigen Linux-Tools machen das mittlerweile einfach. Eigentlich hat sich ja auch in Sachen Storage-HA dank Cloud Computing und der vielen Managementtools viel getan. Schade nur, dass die gängigen Mailserver diese neuen, flexiblen Funktionen nicht nutzen. Dieser Artikel zeigt, wie sich einfache Mailserver mit Hochverfügbarkeitsfunktionen aufsetzen lassen, und erklärt, woran es fehlt, was Scale-out bedeutet und warum beim IMAP-Server alles so schwierig ist, zumindest wenn er ohne größere Vorausplanung kommen soll.

Sendmail, Exim, Postfix, Cyrus, Courier, Dovecot

Ausgereift – dieses Attribut dürfte das am besten passende für alle Server sein, die auf Linux die klassischen Dienste rund um E-Mail anbieten. SMTP erledigen Sendmail, Exim oder Postfix; für POP3 existieren ebenso viele Lösungen wie für IMAP-Server. Selbst Groupware-Suites greifen oft genug auf die Oldies zurück. Nur die integrierten HA- oder Scale-out-Konzepte sucht man bei diesen Lösungen immer noch und durch die Bank vergeblich. Es gilt deshalb, vorhandene Komponenten wie den Linux-HA-Clusterstack [1] so mit den alteingesessenen Lösungen zu kombinieren, dass am Ende eine zuverlässige und stabile Gesamtkonstruktion entsteht.

Wer als Administrator die Installation eines hochverfügbaren und ordentlich skalierbaren Mail-Setups vor sich hat, tut gut daran, zunächst die konkreten Anforderungen an die Umgebung zu definieren. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos; doch bringt es niemandem etwas, ein Monster-Setup für den Installateursbetrieb mit 20 Mitarbeitern zu schaffen. Denn das ist deutlich komplexer und schwieriger zu warten, als es ein Standard-Setup wäre, das die gestellten Anforderungen genauso gut erfüllt.

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