Open Source im professionellen Einsatz

Der Desktop-Projektor

VNC erlaubt es, über das Netzwerk einen grafischen Desktop auf einem entfernten Rechner zu starten und dort zu arbeiten. Es ist aber auch möglich, den bereits laufenden Desktop nur zum Anschauen freizugeben oder mit Passwort auch interaktiv von einem anderen Rechner aus zu bedienen. Das freut für den Enduser-Support zuständige Admins genauso wie Menschen in der Aus- und Weiterbildung. Mit einer einfachen Kommandozeile gibt ein Lehrer beispielsweise seinen Desktop für andere im Netzwerk frei:

x11vnc -shared -viewonly -loop [...]

Die Schüler an ihren PCs oder Laptops greifen dann im selben Netzwerk mit einem VNC-Client auf die Adresse des Lehrer-Rechners zu und beobachten dessen Desktop. VNC-Clients sind auf Linux-Desktopsystemen meistens bereits installiert als "Remote Desktop Viewer", und auch für Windows, Android und andere Betriebssysteme gibt es geeignete Clients. Speziell bei Windows-Rechnern ist jedoch ein anderes Protokoll, RDP, üblich, und entsprechend habe ich auch einen RDP-Client vorinstalliert.

Knoppix 7.1 erleichtert den Start des VNC-Servers mit den für den Unterricht beliebtesten Optionen. Gleichzeitig lasse ich einen RDP-Proxy starten, um auch Windows-Clients ohne installierten VNC-Client den Zugriff auf den Linux-Desktop zu eröffnen. Der Menüpunkt »Desktop zeigen/exportieren« bietet einen Schnellstart des VNC- und RDP-Servers an und teilt auch gleich die aktuelle(n) Adresse(n) mit, unter der die Kursteilnehmer den Lehrer-Desktop beobachten können (Abbildung 6).

Abbildung 6: Desktops aus der Ferne per VNC zu beobachten gehört zu Knoppix' Spezialdisziplinen.

Flash-Installation reloaded

Die moderne und empfohlene Art, Knoppix zu nutzen, ist schon lange die Installation auf USB-Stick. Ein auf USB-Speicher installiertes Knoppix-System startet etwa um den Faktor zehn schneller als von einem DVD-Laufwerk, da es keinen mechanisch bewegten Lesekopf gibt. Die Tatsache, dass die Systemdaten unter Knoppix etwa mit drei zu eins komprimiert sind, beschleunigt das Lesen der Daten und das flüssige Arbeiten ebenfalls.

Auf dem Stick kommt neben dem bootfähigen Knoppix auch ein Overlay in Form einer Datei zu liegen, sodass der Benutzer eigene Einstellungen, zusätzlich installierte Programme oder Arbeitsergebisse speichern kann. Auf dem für USB-Sticks typischen FAT32-Dateisystem ist die Dateigröße jedoch auf 4 GByte begrenzt – mehr Daten ließen sich bislang auf dem zusätzlichen virtuellen Laufwerk nicht gespeichern.

Der neue Flash-Installer erlaubt es nun, den USB-Stick so umzupartitionieren, dass er neben der weiterhin üblichen FAT32-Partition eine zusätzliche Linux-Partition anlegt, wahlweise AES-verschlüsselt (Abbildung 7). Damit wird der komplette Platz auf großen USB-Sticks für das Linux-Livesystem nutzbar, was praktisch ist, da die Preise für Sticks mit hoher Kapazität stark gefallen sind. Für die Installation ist übrigens ein mindestens 8 GByte großer Stick notwendig.

Abbildung 7: Der neue Flash-Installer erlaubt es, einen großen USB-Stick so umzupartitionieren, dass er neben der FAT32- eine Linux-Partition anlegt.

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