Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2013
© Christian Draghici, 123RF.com

© Christian Draghici, 123RF.com

Protokollzusätze für IMAP 4

Hausmannskost ergänzt

,

Eine Reihe von Protokoll-Extensions macht das betagte IMAP-4-Protokol weiterhin genießbar, was auch mobilen Clients hilft. Der Artikel stellt eine gesunde Mischung nützlicher Erweiterungen vor.

417

Als die erste Version des Internet Message Access Protocol 4 (IMAP 4) im Jahre 1994 erschien, erinnerten Mobiltelefone an Hundeknochen und konnten auch kaum mehr. Digitale Daten tröpfelten dank Telefonmodem in homöopathischen Dosen aus dem Internet. UMTS und mobile E-Mail-Clients gab es nicht, selbst E-Mails fanden erst zaghaft Verbreitung.

Anbaubedarf

Um IMAP 4 an die Erfordernisse der Moderne, insbesondere an mobile Clients anzupassen, hat die Network Working Group der Internet Engineering Task Force das IMAP-Protokoll in einer ganzen Reihe von RFCs um Extensions bereichert, die IMAP neue Möglichkeiten bescheren, ohne aber Clients und Servern, die ältere Versionen verwenden, damit auf die Füße zu treten.

Viele der Protokollerweiterungen befinden sich noch im Vorschlagsstadium, eine recht umfassende Liste (Abbildung 1) finden Interessierte im inoffiziellen IMAP-Wiki [1]. Einige der Erweiterungen sind zugleich Teil des Lemonade-Profils. (Lemonade steht für "License to Enhance Message Oriented Network Access for Diverse Environments"). Unter diesem Label versammelt das RFC 4550 [2] über 20 IMAP-Protokollerweiterungen, um explizit die Kommunikation mit mobilen Clients zu verbessern.

Abbildung 1: Das inoffizielle IMAP-Wiki zeigt nicht nur viele Erweiterungen an, sondern will auch in einer Matrix klären, welche IMAP-Server die Features bereits implementieren.

Während es bei den exotischeren dieser RFCs vorkommt, dass noch kein Server die zugehörige Extension implementiert hat, erstaunt bei anderen, dass der Server-Admin sie aktivieren muss, weil sie noch kein fester Bestandteil des Protokolls sind (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Wikipedia-Eintrag zu IMAP zeigt in einem Beispieldialog detailliert, wie sich ein Client mit einem IMAP-4-Server unterhält.

Der Artikel stellt eine Auswahl von häufig eingesetzten Erweiterungen vor und erklärt kurz ihren Einsatzzweck. Weitere Details stehen in den zugehörigen RFCs, die nicht selten Dutzende von Seiten lang sind. Auf einige der hier nicht besprochenen IMAP-Zusätze – etwa die Special-Use-Erweiterung – geht der Dovecot-Artikel ab Seite 34 ein.

Entdecker: »CAPABILITY«

Kein Zusatz, sondern eine wichtige Funktion von IMAP 4 ist das »CAPABILITY« -Kommando [3]. Der Client benutzt es, um zu erfahren, welche Erweiterungen der Server versteht. Dieser sendet eine lange Zeile zurück, die seine Fähigkeiten in Schlagworten auflistet.

Dabei taucht unter Umständen – und hier kommt die erste Erweiterung zum Einsatz – das »ID« -Kommando auf [4]. Ist diese Fähigkeit Server-seitig aktiviert, darf der Client Informationen über sich selbst an den Server schicken, etwa seine Versionsnummer und den Namen. Mit den Informationen sollen Server und Client laut RFC jedoch nicht versuchen, um Bugs herum zu arbeiten. Sie sollen vielmehr dem Postmaster dabei helfen, Bugs zu erkennen und an die Hersteller der Software weiterzugeben.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Lemonade für unterwegs

    IMAP und Co sind prima Protokolle für zuhause. Unterwegs auf Kleingeräten verwendet, fallen geringe Bandbreiten, knappe Prozessorleistungen und unterbrochene Verbindungen plötzlich ins Gewicht. Die Lemonade-Arbeitsgruppe steuert mit einem eigenen RFC gegen.

  • Dovecot

    Der nach dem englischen Wort für Taubenschlag benannte überaus populäre IMAP-Server erreicht die Version 2.2. Zwei neue Extensions und ein Rewrite geben den Dovecot-Befürwortern Futter.

  • Facharbeiten mit Verstand

    Das Internet Message Access Protocol ist komplex, vielgestaltig und ungewöhnlich offen für Erweiterungen. Wer die Mechanismen im Ansatz versteht, begreift auch die Geheimnisse und Unterschiede hinter und zwischen den MTAs und IMAP-Mailprogrammen, die Gegenstand dieses Titelthemas sind.

  • Postlagernd

    IMAP-Unterstützung gehört zur Standardausstattung moderner E-Mail-Clients. Doch im Detail zeigen sich Schwächen, wie ein Vergleich zwischen Thunderbird, KMail und Evolution belegt.

  • Trojitá: IMAP-Client für Qt in Version 0.4 erschienen

    Trojitá ist ein schneller, Qt-basierter IMAP-Client, dessen neue Version 0.4 einige Verbesserungen im Gepäck hat.

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.