Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2013
© Markus Feilner

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Besuch auf der Fosdem 2013

Kesse Konstruktion

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Zwei Tage in Brüssel: Wenn sich 5000 Entwickler in mehr als 250 Vorträgen treffen, zwei Tage lang diskutieren, neue Ideen besprechen und abends auf Partys mit reichlich belgischen Bier die verregnete Altstadt Brüssels bevölkern, dann ist wieder Fosdem, das größte europäische Event der Linux-Szene.

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Bereits zum 13. Mal trafen sich Open-Source-Entwickler auf Europas größtem FOSS-Event in Brüssel [1]. Im Südosten der Stadt des Atomiums (Abbildung 1), in den betagten Hallen der Libre Université de Brussels (LUB, [2], Abbildung 2) fanden sich im Februar tausende Anhänger freier Software ein, um über technische, strategische und politische Themen zu diskutieren. Systemd, Desktops, Programmiersprachen: Die Bandbreite ist groß.

Abbildung 2: Im Südosten von Brüssel liegt die Université Libre de Bruxelles, wo sich seit 2001 Europas Open-Source-Szene zur Fosdem trifft. Von oben nach unten: Das Plakat am Eingang, bunte Schilder an Säulen leiten den Weg zwischen den Gebäuden, zum Beispiel zum größten Hörsaal namens Janson.

Politik und Technik

Auch die Rolle von Open Source im öffentlichen Sektor der EU und der Mitgliedstaaten, und dem Patentsystem als Bremse dabei stand gleich in einer der ersten Keynotes zur Diskussion. Amelia Andersdotter, schwedisches Mitglied des Europäischen Parlaments, berichtete über den aktuellen Stand der Open-Source-Bestrebungen in der EU.

Nach der Mittagspause teilte sich das Programm in die beiden Main-Tracks Betriebssysteme und Security, den Sonntag bestritten die fünf Tracks "Open Source Challenges", "Jenseits von Betriebssystemen", "Webentwicklung", "Robotics" und "Diverses". Wer im Nachhinein den einen oder anderen Vortrag als Video anschauen will, der wird auf der DELUG-DVD und auch online auf den Webseiten der Fosdem fündig.

LPI-Zertifizierungen, Bier, Ooni

Zu den Tracks gesellten sich Spezial-Veranstaltungen, etwa im "Cross-distro developer room", in zahlreichen Lightning Talks oder den LPI- und BSDCG-Zertifizierungstests, aber auch Events wie das legendäre "Friday beer event" in der Brüsseler Bar "Delirium". Nomen est Omen: Das lokale Bier hat durchschnittlich 8 bis 10 Prozent Alkohol, was die Belgier allerdings nicht davon abhält, es im Halbliterglas zu servieren.

Dem Besucher offenbaren sich allerortens interessante neue Projekte, wie etwa Ooni, das Open Observatory for Network Interference [3], das Agora "Isis" Lovecruft vorstellte. Das dem Tor-Anonymisierungsdienst nahestehende Projekt will vollautomatisch Zensur im Internet aufspüren und so Überwachung, Zensur, Diskriminierung und jede andere Form staatlicher oder autoritärer Eingriffe sichtbar machen.

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