Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2013

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Boxes 1.1.1, Ht 2.0, Likwid 3.0, Linkchecker
8.3, Mkproject 0.4.6 und Vimpal 1.2 im
Kurztest.

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Mkproject 0.4.6

Grundgerüste für Softwareprojekte

Quelle: http://code.google.com/p/makeproject

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Mmk-configure

Make Project, kurz Mkproject, hilft Software-Entwicklern beim Anlegen eines Skeletts für Quellcodeverzeichnisse. Das Kommandozeilentool legt nicht nur den Projektordner samt »src« -Verzeichnis an, sondern auch Vorlagen für die Dateien »AUTHORS« , »Changelog« , »COPYING« , »NEWS« und »README« . Templates für »configure« und das Makefile sind ebenfalls dabei.

Über Parameter gibt der Anwender beim Aufruf die Eckdaten an, etwa den Namen des Autors, die Projektwebseite, Adressen für Bugreports oder Abhängigkeiten zu anderen Programmen, außerdem eine Kurzbeschreibung. Die Datei »README« füllt Mkproject mit Standardwerten und fügt dort die GPLv3 ein.

Abhängig von der gewählten Programmiersprache erstellt das Werkzeug im Unterordner »src« unterschiedliche Dateien. Es bastelt Grundgerüste für Bash-Skripte, C-Programme und -Bibliotheken, Python- und Perl-Programme, C++-Anwendungen und -Bibliotheken. Um diese Liste zu erweitern, können Benutzer die Dateien aus » /usr/local/share/mkproject/skeletons« als Vorlage verwenden.

Mkproject erzeugt für kleine Projekte ein einfaches Grundgerüst mit den benötigten Vorlagen und füllt die Dateien mit Standardwerten. 

HT Editor 2.0.21

Betrachter für Binärdateien

Quelle: http://hte.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Le Editor, Dhex

Wer mehr über das Innenleben eines ausführbaren Programms erfahren möchte, der benötigt entweder den Quellcode oder einen Editor wie HT. Das Tool betrachtet Binärdateien, hilft bei der Analyse und beim Debuggen und bietet einfache Bearbeitungsfunktionen.

In der Voreinstellung zeigt der Editor den Hexcode an. Über die Funktionstaste [F6] schaltet der Nutzer auf einen anderen Ansichtsmodus um. Zur Auswahl stehen Text, X86-Assembler und mehrere ELF-Darstellungen. Je nach Modus ist es möglich, im Code zu suchen oder direkt zu bestimmten Stellen zu springen.

HT unterstützt unter anderem die Formate ELF, LE, MZ, NE, PE32, Class, XBE, Coff, Xcoff, FLT und PEF. Damit erkennt der Editor ausführbare DOS- und Linux-Programme ebenso wie Software, die für die Xbox oder einen Power PC kompiliert wurde. Abhängig vom Typ präsentiert der Editor unterschiedliche Informationen. Die Dateiheader und Code-Abbilder stehen bei den meisten Formaten zur Verfügung. Bei NE erhält der Nutzer außerdem Zugriff auf die Entry Points oder Segmente.

HT Editor erlaubt Nutzern einen Blick auf die Routinen und den Assemblercode eines Programms. Das Werkzeug unterstützt viele Formate und bietet mehrere Ansichtsmodi.

Boxes 1.1.1

Textdateien einrahmen

Quelle: http://boxes.thomasjensen.com

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Boxes peppt Textdateien auf. Das Kommandozeilentool zeichnet Rahmen um diese und hat außer schlichten Umrandungen auch komplexe Designs im Angebot, die in Richtung Ascii-Art gehen. Um einen Text zu umschließen, ruft der Anwender das Tool mit »-d Design« und der Textdatei auf. Gibt er keine Formatierungswünsche an, wählt Boxes automatisch den ersten verfügbaren Look. Welche Gestaltungsmöglichkeiten im Angebot sind, verrät »boxes -l« . In der Voreinstellung landet der umschlossene Text auf der Standardausgabe.

Das Werkzeug kennt über 50 unterschiedliche Designs, darunter auch welche für Programmierer. So zeichnen »html« oder »c-cmt« etwa HTML- und C-Kommentare. Über weitere Aufrufoptionen ist es möglich, den Text anders anzuordnen, einzurücken, Leerzeichen zu entfernen und hinzuzufügen. Der Parameter »-r« entfernt die Umrandungen wieder.

Die Dokumentation auf der Webseite enthält Anwendungsbeispiele, Beispieldesigns und Anleitungen, um eigene Vorlagen zu basteln. Außerdem finden Anwender hier Hinweise, wie sie Boxes mit gängigen Texteditoren wie Vim, Emacs und Jed zusammenbringen.

Boxes zeichnet schicke Rahmen um Texte. Das Tool bietet zahlreiche fertige Designs und ermöglicht es, eigene Vorlagen zu gestalten.

Likwid 3.0

Toolsuite für Multithread-Programmierung

Quelle: http://code.google.com/p/likwid

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Gperftools

Die Toolsammlung Likwid (Like I knew what I am doing) unterstützt Entwickler von performanten Multithread-Anwendungen. Die neun Werkzeuge gewähren einen Blick auf den Funktionsumfang des Prozessors und die Cache-Topologie, ermitteln aktuelle CPU-Performancewerte und weisen Prozesse bestimmten CPU-Kernen zu. Likwid kommt mit Intel- und AMD-Prozessoren zurecht. Unterstützung für weitere Modelle ist laut Aussage der Entwickler geplant. Es ist nicht erforderlich, den Kernel zu patchen, um Likwid einsetzen zu können.

Das Werkzeug »likwid-features« wirft einen Blick auf den Funktionsumfang der CPU. Ohne Parameter aufgerufen zeigt es alle unterstützten Funktionen an. Über die Optionen »-s« und »-u« deaktiviert oder aktiviert sie der Anwender. »likwid-topology« ermittelt den internen Aufbau der CPU, die Anzahl der Kerne und Caches. Praktisch: Der Parameter »-g« schreibt die Informationen übersichtlich in eine Ascii-Tabelle.

Außerdem enthält die Sammlung Tools, um Programme explizit auf einem vorgegebenen Kern auszuführen, ohne dass der Anwender sie neu kompilieren muss. Dazu ruft er die Anwendung mit »likwid-pin« auf und definiert über »-c« die Kerne, auf denen sie aktiv sein soll. Eine ähnliche Funktionalität für MPI-Applikationen liefert »likwid-mpirun« .

Die Likwid-Tools verraten viele Details zum Funktionsumfang und Aufbau der Prozessor- und Cache-Topologie eines Systems. Sie eignen sich damit zum Erfassen von Leistungsdaten sowie zum Verteilen von Programmen und Threads auf mehrere Kerne.

Linkchecker 8.2

Verknüpfungen in HTML-Dateien prüfen

Quelle: http://linkchecker.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Linkit, Site Checker

Verknüpfungen im WWW haben eine kurze Halbwertszeit. Wer sichergehen will, dass die Linksammlung im eigenen Internetauftritt keine Karteileichen enthält, der braucht ein Tool wie Linkchecker. Das Python-Programm prüft die Links auf Gültigkeit und bekannte Fehler. Neben HTTP- und HTTPS-Links berücksichtigt das Werkzeug auch FTP-, Mail-, News- und lokale Links.

Linkchecker arbeitet rekursiv die angegebene Seite durch und hebt in seiner Ausgabe gefundene Fehler so hervor, dass diese sofort ins Auge fallen. Neben einer GUI-Variante, die sich besonders für den interaktiven Einsatz eignet, sind eine Konsolenversion und ein Nagios-Check auf Linkchecker-Basis im Archiv enthalten. Letzterer bietet jedoch keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten über Parameter und nimmt lediglich die URL beim Aufruf entgegen. Das Ergebnis schlägt sich im Returncode nieder.

Die konsolenbasierte Variante fasst die Ergebnisse in einem Report zusammen, der alle geprüften Links samt Resultat und einer kurzen Fehlerbeschreibung im Problemfall enthält. Linkchecker schreibt wahlweise Berichte im HTML-, XML-, CSV- oder SQL-Format. Optional ignoriert das Tool bestimmte URLs und sucht mit regulären Ausdrücken nach Mustern auf einer Webseite. Ein Blick in die Manpage offenbart die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Linkchecker prüft Webseiten-Verknüpfungen wahlweise interaktiv im GUI und auf der Konsole oder automatisch in Zusammenarbeit mit Nagios.

Vimpal 1.1.0

Dateimanager für Gvim

Quelle: http://vimpal.sourceforge.net

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Vim Explorer, Nerd Tree

Vimpal erweitert den Editor Gvim um einen rudimentären Dateimanager. In einer Qt-4-Oberfläche stellt das Tool einen Verzeichnisbaum bereit. Ein Doppelklick auf eine Datei öffnet diese in einem neuen Gvim-Tab und verschiebt den Fokus dorthin. Das Kontextmenü der rechten Maustaste bietet Funktionen zum Löschen oder Umbenennen von Dateien. Auch das Anlegen neuer Dateien und Verzeichnisse ist über dieses Menü möglich; Kopier- oder Verschiebeaktionen unterstützt die Erweiterung aber nicht.

Die Konfigurationsmöglichkeiten sind begrenzt. Vimpal zeigt auf Wunsch versteckte Dateien an, unterstützt das Öffnen per einfachem Mausklick und erlaubt es, einen alternativen Gvim-Befehl zum Öffnen zu definieren. Für unterschiedliche Verzeichnishierarchien lassen sich so genannte Profile anlegen. Vimpal merkt sich beim Beenden die aktuellen Verzeichnisse aller Profile, sodass Benutzer beim nächsten Start an derselben Stelle fortfahren und schnell zwischen Ordnern hin und her wechseln können.

Sämtliche Einstellungen speichert Vimpal in der Konfigurationsdatei »~/.config/Aurelijus\ Bruzas/vimpal.conf« . Da es sich hierbei um eine einfache Textdatei handelt, greift der Anwender bei Bedarf von Hand ein und korrigiert Einstellungen.

Vimpal ergänzt den Editor Gvim um eine nützliche Dateimanager-Funktion. Die Bedienung ist intuitiv und die Oberfläche übersichtlich. Wer zeitgleich an mehreren Baustellen arbeitet, der dürfte sich über die Profilfunktion freuen.

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