Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2013

Ob und wie Distributionen auf Lücken, Bugs und neue Funktionen reagieren

Paket-Service im Test

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Schalten Distributionen neue Releases frei, sorgt das gewöhnlich für ein großes Hallo in der Linux-Welt. Wenig Beachtung findet die stete Arbeit der Paketmaintainer an vor Monaten oder Jahren erschienen Versionen. Dabei sorgt die Maintenance genannte Softwarepflege erst für Sicherheit und Stabilität.

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Keine Frage: Neue Versionen von Linux-Distribution herauszubringen, macht viel Arbeit. Fedora, Open Suse, Debian oder Slackware sind Linuxe, die unzählige Entwickler from Scratch zusammenbauen. Die haben zumindest Aussicht auf Dank für ihre Mühe, sobald die neue Version der Distribution herauskommt und Hunderttausende die Softwarezusammenstellung auf ihren Rechnern installieren.

Dass die tausenden Pakete einer Linux-Version nach deren Erscheinen gepflegt werden müssen, würdigen dagegen die wenigsten Anwender – zumindest unter den privaten. Die Maintenance, also das stetige Einpflegen von Securitypatches und Bugfixes, bringt keinen Ruhm, ist für den produktiven Einsatz jedes Betriebssystem aber zwingend.

Professionelle Anwender, insbesondere solche, die Server mit aus dem Internet direkt erreichbaren IP-Adressen betreiben, wissen fast alle um die Bedeutung der Softwarepflege und honorieren – ideell und vielfach auch materiell – die kontinuierliche, umfassende und zugleich schnelle Arbeit der organisierten Community und der Distributionshersteller.

Lebensgrundlage mancher

Nüchtern betrachtet, fußt das Geschäftsmodell der Linux-Subskriptionen, das Red Hat und Suse im großen Maßstab betreiben, hauptsächlich auf der Maintenance: Der Anwender einer kommerziell orientierten Distribution wie Red Hat Enterpise Linux (RHEL) oder Suse Linux Enterprise Server (SLES) zahlt einen jährlichen Obulus in nennenswerter Höhe für das kontinuierliche Bereitstellen von Updates für die hauseigenen Pakete – die Software selbst ist zum Freigabezeitpunkt einer Release kostenlos.

Dieser Artikel macht es sich zur Aufgabe, die Qualität der mühevollen Kärrnerarbeit der großen Distributionen anhand einiger Beispiele zu betrachten. Dazu haben die Tester analysiert, ob und wann die Maintainer der Anbieter auf Patches reagieren, welche die Programmierer der Projekte bereitstellen, von denen sich die einzelnen Pakete ableiten.

Überraschend komplex

Was sich in der Theorie einfach anhört, erweist sich in der Praxis als einigermaßen komplex: Egal, welchen Beobachtungszeitraum man auswählt, die in den bedeutsamen Distributionen jeweils verbauten Komponenten weisten unterschiedliche Versionsstände auf. Die Ursache dafür liegt weniger in den unterschiedlichen Releasedaten der betrachteten Distributionen, sondern in deren Philosophie bei der Auswahl: Sehr auf Stabilität bedachte Linux-Sammlungen wie Debian, SLES oder RHEL neigen deutlich dazu, ältere und damit besser getestete Softwarestände zu integrieren, während Ubuntu sowie Suses und Red Hats Community-Ausgaben tendenziell nach der jüngsten verfügbaren Software schauen.

Welche der beiden Philosopien die richtige ist, vermag nur der Linux-Benutzer selbst in Kenntnis seiner Anforderungen an sein Betriebssystem beantworten. Sicher dagegen ist, dass mit den unterschiedlichen Versionsständen auch die Notwenigkeit variieren kann, zu einem Zeitpunkt X ein Paket zu patchen oder auch nicht.

Hinzu kommt, dass sich die konservative oder progressive Haltung zu Versionswechseln auch während der Maintenance fortsetzt: Während manche Distributionen fast jeden Versionswechsel von zum Beispiel Firefox oder dem Linux-Kernel mitmachen, halten andere über den ganzen Lebenszyklus einer Distribution an den einmal ausgewählten Versionsnummer eisern fest, um langzeitstabile Schnittstellen zu garantieren und beim Anwender keinen extra Schulungsaufwand zu provozieren.

Mehr über das Thema Enterprise-Support lässt sich aus dem Artikel ab Seite 30 entnehmen, der zugleich der Frage nachgeht, was Benutzer tun können, die eine Distribution länger als fünf oder sieben Jahre stabil zu betreiben haben.

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