Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2013

XP Days Germany 2012 in Hamburg

Technisch und agil

Extreme Programming (XP) und agile Methoden bemühen sich, das Arbeiten im Team möglichst produktiv zu gestalten. Die "XP Days Germany" gaben vom 29. November bis 1. Dezember neue Anregungen.

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Hamburg, Ende November 2012: Während vor den Fenstern die Schlittschuhläufer in den Wallanlagen ihre Bahnen ziehen, sitzen rund 150 Entwicklerinnen und Entwickler in den Räumen der Handwerkskammer, um Neues über agile Entwicklung zu erfahren.

Technisches

Die ersten beiden Tage der XP Days 2012 in Hamburg gaben sich ausgesprochen technisch. So demonstrierten Jendrik Johannes und Mirko Seifert, wie sie mit Hilfe ihres Frameworks Buildboost [1] die Build-Zeiten komplexer Projekte in den Griff bekommen.

Mark Michaelis und Martti Jeenicke erläuterten ihren Ansatz zum automatisierten GUI-Testen. Dass ein "Läuft jetzt" nicht das einzige Ziel der Software-Entwicklung sein kann, legten unter anderem Elmar Jürgens, David Burkhart und Joachim Melcher dar. Bei Elmar Jürgens drehte sich alles um duplizierten Code und das damit verbundene Wartungsproblem. Das von ihm mitentwickelte Werkzeug Conqat [2] macht solche Dubletten ausfindig und hilft sie entfernen. Die beiden anderen Redner sind beim XP-Days-Mitveranstalter Andrena Objects angestellt und präsentierten mit Usus [3] ein Eclipse-Plugin für Softwaremetrik.

Auf die technischen Themen folgten die organisatorisch orientierten Beiträge. Highlights waren der Vortrag von Henrik Berglund zum Thema Teambuilding und die Betrachtung von Stefan Roock, wie viele Kenntnisgebiete ein Entwicklungsteam sinnvollerweise abdecken sollte.

Ein gutes Dutzend Sitzungen fand nicht klassisch als Frontalvortrag statt, sondern als Live-Interaktion mit dem Publikum. Im inzwischen üblichen, japanisch inspirierten Vokabular sprach man von Katas (Übungseinheiten) in diversen Dojos (Übungsräumen) oder Pecha-Kutchas (Vorträgen mit 20 Folien zu je 20 Sekunden Dauer) über kleinere Themen.

Scala mit Tempo

Aber auch große Formate wie "Scala in vier Stunden" forderten das Publikum zum Mitmachen auf: Ziel von Christoph Mathis und Daniel Zappold war es, den 20 Teilnehmern diese Sprache näherzubringen. Mit einer Mischung aus Speed Learning und Pair Programming gelang dies besser als beim Frontalunterricht.

Egal ob bei diesem oder anderen Programmpunkten: Es ergab sich fruchtbarer Austausch zwischen Publikum und Referenten, bei dem alle Anwesenden auch Fragen zu Best Practices angeregt diskutierten.

Die Meinung im Publikum über die Veranstaltung war durchweg positiv – nur durch das wacklige WLAN etwas gedämpft. Das zeigte auch die rege Beteiligung am Community Day am Samstag sowie an den Abendveranstaltungen. Coding-Wettbewerbe wie "Deutschland sucht den agilen Entwickler" hielten die Anwesenden in der Handwerkskammer, die Konferenz konnte also auch abends gegen die Vergnügungsangebote der Hansestadt bestehen.

Die Vorträge der XP Days stellen die Veranstalter auf der Website [4] bereit, die Ergebnisse des Community Day sind dagegen auf Github [5] zufinden. (mhu)

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