Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2013
© Vladimir Kolectic, 123RF.com

© Vladimir Kolectic, 123RF.com

Hochverfügbarer Netzwerkstorage mit Linux

An Katastrophen denken

Admins, deren Telefonnummer nach dem Ausfall des Fileservers hundertmal in einer Minute gewählt wird, wissen: Verfügbarkeit ist mehr als nur eine theoretische Kenngröße. Die Wahl der richtigen Architektur, Clustersoftware und Filesysteme hilft das Schlimmste vermeiden.

407

In Zeiten des Cloud Computing gilt Hochverfügbarkeit als das K.o.-Kriterium für jede IT-Plattform. Wer mit unsauber umgesetzter Redundanz schlampt, macht sich unglaubwürdig. Das gilt für die permanente Verfügbarkeit von Anwendungen, aber noch viel mehr für die Verfügbarkeit von Daten.

Böse Zungen behaupten, Cloud sei nur ein Akronym für "Can't Locate Our Users' Data" – wer das als Admin vermeiden will, braucht HA-Funktionen und sinnvolle Management-Interfaces, damit zum einen erst gar nichts ausfällt, er andererseits bei gravierenderen Ereignissen schnell und einfach eingreifen kann.

Redundanz ist erste Pflicht!

Fast immer ist es zwingend, Daten mehrfach zu speichern, sodass sie beim Ausfall einer Systemkomponente trotzdem andernorts zur Verfügung stehen. Dass Admins bei Linux-Systemen aus einer ganzen Reihe Möglichkeiten wählen können, um ihre Dateien redundant zu halten, ist nicht selbstverständlich. Und manch einer der aktuellen Ansätze – Gluster und Ceph seien nur als Beispiele erwähnt (siehe den Artikel zu den Netzwerk-Dateisystemen in diesem Schwerpunkt) – ist noch gar nicht so alt.

Großes Vorbild: Storage Area Networks

Welchen Pfad der Administrator beschreitet, um seine Daten und somit auch die auf sie zugreifenden Applikationen gegen Ausfälle zu schützen, hängt maßgeblich vom Einsatzszenario ab. Dieser Artikel wirft ein Schlaglicht auf einige der Lösungen, die sich um die Redundanz von Daten bei Linux kümmern. Auffällig ist es schon: Nahezu alle Storage-Lösungen für Linux fußen auf der Idee, eine Konkurrenz zu den klassischen SAN-Storages darzustellen.

SANs (Storage Area Networks, [1]) sind so etwas wie die alten Hasen im Storage-Geschäft: Die Idee eines zentralen Datensilos fürs Rechenzentrum existiert in ihrer derzeit verbreiteten Form bereits seit den 1990er Jahren, SAN-Storages dürfen sich also zu Recht auf die Fahnen schreiben, eine erste brauchbare Alternative zu Servern mit lokalen Platten gewesen zu sein. Die Raid-Idee gibt es zwar schon seit Ende der 1980er Jahre, doch war die Technik zu jener Zeit lange nicht so ausgereift wie heute.

SAN-Storages sind gegenüber lokalen Platten in Servern in vielerlei Hinsicht besser ([2], [3]): Einerseits bieten sie einen zentralen Administrationspunkt, der die Storage-Verwaltung erheblich erleichtert. Darüber hinaus funktionierte es mit SAN-Storages auf Fibre-Channel-Grundlage, dass mehrere Server gleichzeitig auf unterschiedliche Segmente des Speichers zugreifen. Und auch in Sachen Redundanz waren SANs allen anderen Speicherlösungen lange Zeit überlegen: Redundante Netzteile, Hot- und Cold-Standby-Disks und redundante Netzwerkanschlüsse waren bei SANs schon früh Standard.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • RHSS 2.1

    Glaubt man Red Hats Marketing, dann hat das Unternehmen mit der Version 2.1 seines Storage Servers das Speichern von Daten nicht weniger als revolutioniert. Die Wirklichkeit schaut anders aus.

  • DRBD 9

    Das Wiener Unternehmen Linbit löst das wirklich in die Jahre gekommene DRBD 8 durch die neue Version 9 ab – und lässt dabei kaum einen Stein auf dem anderen. Ein erster Test zeigt: DRBD 9 kann sich gegen Objektspeicher gerade beim Thema Latenz behaupten.

  • Ceph und Gluster

    Riesige und ausbaufähige Speicher sind das A und O in modernen Unternehmen. NAS und SAN sind der Standard, doch Trends wie Cloud Computing und Big Data lassen die Grenzen zwischen Storage und Server verschwimmen und bringen neue Ansätze hervor.

  • Mailserver-HA

    Auch gut 40 Jahre nach der ersten E-Mail gibt es immer noch gute Gründe, einen eigenen IMAP- oder SMTP-Server zu betreiben, zumal diverse Linux-Projekte das so einfach wie nie zuvor machen. Aber Mailserver, die selbst moderne redundante Storage-Backends nutzen, sucht der Admin vergebens.

  • VM-Livemigration

    Ein großer Vorteil von Virtualisierungen ist die Möglichkeit, Systeme von einem Host auf einen anderen umzuziehen, ohne dass für den Anwender eine längere Downtime entsteht. Damit das reibungslos klappt, müssen sowohl der Hypervisor als auch der verwendete Storage mitspielen.

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.