Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2013
© Olena Buyskyh, 123RF.com

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Newcomer: Ceph und Gluster-FS

Speicher satt

Riesige und ausbaufähige Speicher sind das A und O in modernen Unternehmen. NAS und SAN sind der Standard, doch Trends wie Cloud Computing und Big Data lassen die Grenzen zwischen Storage und Server verschwimmen und bringen neue Ansätze hervor.

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Daten im Netz verteilt abzulegen bringt dem Administrator viele Vorteile: Es ist einfach sicherer, schneller und flexibler als jeder Fileserver. Fast alle im Storage-Umfeld tätigen Hersteller bieten entsprechende Produkte an, viele davon erfolgreich. Die Linux-Unix-Community hatte mit dem Andrew File System (AFS, [1]) einen technischen Vorreiter in den eigenen Reihen. Und sie generierte – wie so oft typisch für Open Source – gleich unzählige interessante Projekte: Ceph [2], Gluster [3], Xtreem-FS [4], FHG-FS [5] sind die wichtigsten.

Gemeinsame Ansätze

Trotz vieler Gemeinsamkeiten rund um die verteilte Datenspeicherung unterscheiden sich die Produkte nicht nur in technischen Belangen, sondern gerade in ihrer Ausrichtung und der ursprünglichen Motivation der Entwickler: Xtreem-FS ist quasi ein Nebenprodukt eines europäischen Grid-Computing-Projekts mit dem Betriebssystem Xtreem-OS [6]. Bei FHG-FS hat die Performance eine höhere Priorität als beispielsweise die Ausfallsicherheit. Gluster und Ceph haben besonders viele Benutzer gewinnen können, nicht zuletzt weil Enterprise-Linux-Distributoren darauf basierende Produkte auf den Markt gebracht haben ([7], [8]) oder daran arbeiten ([9], [10]).

Datenspeicher im Netz

Lokale Dateisysteme ohne Netzwerkfunktion hat das Linux-Magazin in einer der letzten Ausgaben [11] unter die Lupe genommen. Die in diesem Artikel behandelten Ablagen entspringen alle der Familie der so genannten Shared File Systems, bei denen zwei oder mehr Rechner Zugriff auf dieselben Daten haben. Dafür verwenden die Entwickler grundverschiedene Implementierungsansätze.

Die bekanntesten Network-Filesysteme basieren auf Netzwerkprotokollen wie den verschiedenen Versionen von NFS ([12] bis [14]) sowie CIFS oder SMB-FS [15]. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die so genannten parallelen oder auch verteilten Cluster-Dateisysteme, die vor allem in Hochverfügbarkeitsszenarien Einsatz finden. Hierher gehören Lustre [16], Google-FS [17] und Moose-FS [18]. Bei der zweiten Untergruppe, den Shared-Disk-Cluster-Dateisystemen wie GFS2 [19] und OCFS2 [20] haben dagegen die Mitgliedserver des Clusters Datenzugriff auf Blockgerätebene.

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