Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2012
© The Blowfish Inc, Fotolia

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Aus dem Alltag eines Sysadmin: Gif-Animationen

World Wide Wechsel

Jenseits hysterisch zuckender Web-Emoticons eignen sich animierte Gif-Bildchen super zum Präsentieren von Tendenzen, die beispielsweise beim Systemmonitoring auffallen. Ebenfalls nicht für die Katz' ist es, den stürmischen Stream einer Webcam in Gifs zu verwandeln.

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Kürzlich begann ich mich mit dem Bau animierter Gifs zu befassen. Nicht weil ich das Web um weiteren Katzen-Content bereichern möchte – unsere 16-jährige Hauskatze [1] ist Bewegungsallergikerin, da tät's auch ein Stand- oder Liegebild –, sondern weil ich Wolkenbewegungen fürs Web sichtbar machen wollte. Die Idee kam mir bei einer Orkanwarnung. Mit einer auf die Baumwipfel und Wolken gerichten Webcam könnte ich von überall aus beurteilen, ob für Haus und Hof Ungemach droht.

Gesagt, getan. Leider ist die Internetanbindung in der niederrheinischen Tiefebene genauso dynamisch wie unsere Katze, Streaming kann ich vergessen. Also lasse ich die Kamera alle paar Sekunden ein Bild schießen und backe diese zu einem animierten Gif zusammen. Das Bandbeiten sparende Ergebnis macht sich gut auf der Webseite der kleinen Hobby-Wetterstation ([2], Abbildung 1).

Unzählige Tools können animierte Bilder erstellen, aber die meisten davon sind grafisch und nicht per Skript steuerbar. Ich entscheide mich für Convert aus der Werkzeugsammlung Imagemagick, das genau das tut, was sein Name vermuten lässt, und noch einiges mehr. Im einfachsten Fall konvertiere ich damit die Bilder meiner Webcam ins Gif-Format:

convert bild.jpg bild.gif

Diesen Arbeitsschritt darf ich mir aber auch sparen, denn Convert erledigt die Konvertierung gleich mit, wenn ich das animierte Gif bauen lasse:

convert -delay 100 -loop 1 ~/cam/*.jpganimation.gif

Der Parameter »-delay« gibt die Länge der Pause zwischen den einzelnen Animationsschritten in Hundertstelsekunden an, in diesem Fall also eine Sekunde. Mit »-loop 1« läuft der Animationszyklus nur einmal durch und stoppt auf dem letzten Bild. Mit »-loop 0« klöppele ich eine Endlos-Animation, die nach dem letzten Bild wieder mit dem ersten beginnt.

Abbildung 1: Charlys Wetter-Seite ist mit der Wipfel-und-Wolken-Animation um eine Attraktion reicher.

Auswerten und präsentieren

Warum schreibe ich überhaupt in der Sysadmin-Kolumne über animierte Gifs? Mit der Technik animiere ich gelegentlich die Übersichtsgrafiken, die sich aus Überwachungs- und Monitoringtools wie Cacti, Icinga oder Munin speisen. Die Ergebnisse verwende ich gerne in Meetings und Präsentationen, gerade wenn fachfremde Teilnehmer dabei sind. Animationen eignen sich gut, um wie auf einem Zeitstrahl bestimmte Lastzustände in Relation zur Tageszeit oder im Wochenablauf zu visualisieren.

Der Funktionsumfang der Imagemagick-Tools ist gigantisch. Einen Eindruck der verschiedenen Anwendungsfelder vermitteln [3] und [4]. Da ist nicht nur für Immobilienbesitzer, sondern auch für Admins einiges dabei.

Infos

  1. Charlys Katze: http://kuehnast.com/fun/wachkatze.jpg
  2. Charlys Wetterwarte: http://kuehnast.com/ws
  3. Imagemagick benutzen: http://www.imagemagick.org/Usage/
  4. Bernhard Bablok, "Automatische Bildbearbeitung mit Imagemagick": Linux-Magazin 08/08, S. 52

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein in Kamp-Lintfort. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ. Im heißen Teil seiner Freizeit frönt er dem Kochen, im feuchten Teil der Süßwasseraquaristik und im östlichen lernt er Japanisch.

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