Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2012

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

 

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Swet 1.5.16

Systemgeschwindigkeit auf Herz und Nieren prüfen

Quelle: http://swet.sourceforge.net

Lizenz: GPLv3

Alternativen: keine

Sustained Workload and Efficiency Test, so der volle Name dieses praktischen Helfers, ist ein Benchmarktool, das Prozessoren und Arbeitsspeicher unter Last setzt und die Ergebnisse in mehreren Formaten anschaulich aufbereitet.

Der Anwender legt vor dem Start fest, wie oft die Tests durchlaufen und wie viele davon als eigene Prozesse oder eigene Threads gelten. Swet unterscheidet zwischen den vier Szenarien Basic, Quick, Slow und Whole. Nach getaner Arbeit zeigt Swet an, welche Tests es auf welchen Komponenten abgearbeitet hat (»loop++« , »fill« , »switch« ), welche Datentypen zum Einsatz kamen (»int« , »long« , »double« und so weiter) und wie lange alles gedauert hat.

Die Ergebnisse präsentiert Swet in mehreren Ausgabeformaten, darunter HTML und CSV. Die Auswertung muss der Benutzer danach aber selbst vornehmen. Hierzu empfiehlt es sich, das Tool auf mehreren Systemen mit unterschiedlichen Konfigurationen zu nutzen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen.

Swet nimmt die Leistungsfähigkeit der CPU und des Arbeitsspeichers unter die Lupe. Dazu bietet das Tool eine Reihe von Optionen und besticht dabei vor allem durch seine gut formatierte Ausgabe,

Aletheia 0.0.9 Beta

Webseiten nach fehlerhaftem Code durchsuchen

Quelle: http://aletheia.k42b3.com

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Modify Header, Yawet

Das Java-Programm Aletheia unterstützt Webentwickler bei der Fehlersuche und beim Aufdecken von Sicherheitslücken. Dazu sendet es einen einfachen HTTP-Request an die angegebene Adresse und zeigt den vom Webserver zurückgelieferten HTML-Code an. Voraussetzung für den Test ist ein uneingeschränkter Internetzugang, da Aletheia Proxys nicht unterstützt.

In der Voreinstellung verwendet das Tool Lynx als Browserkennung. Über die Filtereinstellungen im Requestbereich kann der Anwender jedoch auch andere Identifikationen festlegen. Außerdem ist hier der richtige Ort, um Benutzername und Kennwort für Webseiten einzutragen, die eine Authentifizierung erfordern.

Aletheia kann mehrere Requests parallel absetzen. Wer ein Webformular prüfen möchte, der kann mit dem HTML-Formularparser die Formularfelder mit Standardwerten ausfüllen. Ein Linkparser listet auf Wunsch alle Verweise auf einer Webseite auf.

Aletheia schickt ohne großen Installations- und Konfigurationsaufwand einfach HTTP-Requests an Webserver und hilft so bei der Fehlersuche. Dank Formular- und Linkparser untersuchen Benutzer auch größere Sites.

Monit 5.4

Schlanke Monitoringlösung

Quelle: http://mmonit.com/monit

Lizenz: GPlv3

Alternativen: Atop, Filemonitor

Monit ist eine Monitoringlösung für alle, die auf einen Boliden wie Nagios verzichten können, aber mehr Funktionalität als bei Atop oder Filemonitor wünschen. Das Tool überwacht die Systemressourcen oder einzelne ausgewählte Dienste.

Der Anwender steuert es entweder mit Kommandozeilen-Parametern oder über eine Weboberfläche. Monit ist netzwerkfähig und kann die Verfügbarkeit von Diensten auf entfernten Systemen prüfen. Welche Bereiche Monit beaufsichtigt, legt der Anwender in der Datei »~/.monitrc« fest. Für jeden Dienst gibt er an, was das Tool überwachen soll, welche Schwellenwerte existieren und wie es reagiert, wenn ein solcher erreicht wird.

Das Tool kennt drei Betriebsarten. Im Aktivmodus (Standardeinstellung) observiert es einen vorgegebenen Dienst, alarmiert per Mail im Problemfall und führt dann eine definierte Aktion aus. Im passiven Modus hingegen benachrichtigt Monit nur. Der manuelle Modus schließlich ist für Cluster gedacht und überwacht Dienste nur dann, wenn sie mit Monit gestartet wurden.

Monit beaufsichtigt Systeme zuverlässig auf der Shell oder per Browser. Das schlanke Tool füllt damit eine Lücke zwischen großen Monitoringlösungen und kleinen Kommandozeilentools.

Fish 0.3

Synchronisationslösung für viele Systeme

Quelle: http://fishsync.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Rsync, Super Flexible File Synchronizer

Fish gleicht Dateien und Ordner auf mehreren Systemen miteinander ab. Das Tool besteht aus dem Dienst »fish« , der die Synchronisationsprozesse steuert, und einer einfachen Qt-4-basierten Oberfläche. Im Hintergrund werkeln Programme wie Open SSH, Rsync und SSH-FS. Diese müssen auf jedem angeschlossenen Rechner installiert sein, während Fish nur auf dem System erforderlich ist, das die Synchronisation steuert.

Vor dem ersten Einsatz verteilt der Benutzer auf allen Systemen die SSH-Hostkeys. Sich einmalig per SSH anzumelden genügt dazu vollauf. Außerdem erzeugen Nutzer noch einen privaten SSH-Schlüssel. Nach dem Start zeigen zwei Fortschrittsbalken im Hauptfenster den aktuellen Status an. Vor dem Abgleich richten Anwender die angeschlossenen Rechner ein. Neben einem Hostnamen oder einer IP erwartet das Tool die Logindaten und eine Liste der abzugleichenden Dateien und Verzeichnisse.

Die allgemeine Konfiguration zeigt alle Pfade zu den externen Helfertools an. Hier definieren Nutzer auch das Synchronisationsintervall, das in der Voreinstellung bei 60 Minuten liegt. Sämtliche Einstellungen und Protokolle speichert das Programm im versteckten Verzeichnis »~/.fish« der Benutzer. Fish bewältigt keine Synchronisationskonflikte. Da das Tool auf Rsync zurückgreift, muss der Anwender auf dessen Standardfunktionen vertrauen.

Fish bietet eine intuitive Oberfläche, um die Synchronisation zwischen mehreren Systemen zu verwalten.

Mu 0.9.8.4

Maildir-Verzeichnisse effizient verwalten

Quelle: http://www.djcbsoftware.nl/code/mu

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Mairix, Recoll

Mu findet und verwaltet elektronische Post in Maildir-Verzeichnissen, das schnelle Wiederfinden steht dabei klar im Vordergrund. Zusätzlich kann das Konsolenprogramm aber auch Mailanhänge entpacken, neue Maildir-Verzeichnisse anlegen oder den Inhalt der Nachrichten anzeigen.

Vor dem Einsatz erzeugen Benutzer mit »mu index« einen Index der Nachrichten; es empfiehlt sich, diesen regelmäßig zu aktualisieren. Er landet als Xapian-Datenbank im Verzeichnis »~/.mu« der Anwender. Dort speichert das Tool auch seine Logdateien. Eine eigene Konfigurationsdatei besitzt es nicht, Benutzer steuern es ausschließlich über Kommandozeilen-Parameter beim Aufruf.

Neben dem erwähnten Befehl »index« kennt Mu weitere so genannte Subcommands, etwa »find« und »cfind« , die bei jedem Aufruf auf die Indexdatenbank zugreifen. Anders »mkdir« , »view« und »extract« , die mit den Mails direkt arbeiten und daher theoretisch auch mit Nachrichten umgehen können, die nicht im Maildir-Verzeichnis liegen.

Für alle Subcommands existieren eigene Manpages, welche die Anwender über »mu-Subcommand« finden. Die Hilfeseiten verraten, welche Parameter und Optionen für das jeweilige Kommando zur Verfügung stehen, und liefern detaillierte Beispiele. Wer nach einer allgemeine Einführung sucht, wird in der Manpage zu »mu-easy« fündig.

Mu ist ein praktischer Helfer für alle Anwender, die ihre Post in Maildir-Verzeichnissen aufbewahren und mit einem flotten Kommandozeilentool anstelle eines Mailclients die Nachrichten verwalten möchten.

Raider 0.13.1

Software-Raids automatisch konvertieren

Quelle: http://raider.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Mdadm

Wer hat beim Kauf einer zweiten Festplatte nicht schon mal mit dem Gedanken gespielt, ein Software-Raid aufzubauen? Ein bestehendes System mit einer Platte entsprechend umzuwandeln, ist zwar möglich, aber nicht unbedingt trivial. Raider tritt an, um Benutzern diese Arbeit zu erleichtern.

Dabei erfindet das Bash-Skript das Rad nicht neu, sondern greift auf bewährte Konsolenprogramme wie Mdadm, Parted, Sfdisk, Hdparm und Rsync zurück. Eine Liste aller Abhängigkeiten verrät die Readme-Datei. Hier erfahren Anwender zudem, welche Dateisysteme und Raid-Level Raider unterstützt. Verschlüsselte Dateisysteme bleiben außen vor.

Vor der Konvertierung sollten sich Anwender mit dem Parameter »-d« einen Überblick über die verfügbaren Platten und Partitionen verschaffen. Danach rufen sie Raider mit dem gewünschten Raid-Level und dem Namen der neuen Festplatte auf. Bei höheren Raid-Leveln sind mehrere Platten möglich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der startet mit »-t« einen Testlauf. Um eine Platte aus einem Verbund herauszulösen, setzen Benutzer »-e« ein.

Eine Datensicherung ist Pflicht vor dem Einsatz des Konvertierungstools. Ebenso empfiehlt sich eine gründliche Lektüre der Dokumentation. Sie enthält eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, eine Liste aller unterstützten Distributionen sowie einige Tipps für den Fall, dass etwas schiefgeht.

Raider erleichtert die Umwandlung eines Einzelplattensystems in einen Raid-Verbund. Das Tool nutzt bewährte Werkzeuge und bietet eine gute Anleitung.

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