Insecurity Bulletin: Schwachstelle in Xinetd
Tückische Vermittlung
Wenig bekannte Features und Unix-Altlasten können als Einfallstore in einen Linux-Rechner dienen. Wer kennt beispielsweise einen Dienst namens Tcpmux?
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Wenig bekannte Features und Unix-Altlasten können als Einfallstore in einen Linux-Rechner dienen. Wer kennt beispielsweise einen Dienst namens Tcpmux?
Der Superserver Xinetd [1] ist der um zahlreiche Sicherheitsfeatures erweiterte Nachfolger des Daemons Inetd. Seine Hauptaufgabe besteht darin, nach Verbindungen auf bestimmten Netzwerkports zu lauschen. Geht eine Anfrage ein, so startet Xinetd das konfigurierte Serverprogramm. Einige sehr einfache Netzwerkprotokolle sind auch direkt in Xinetd implementiert. Dazu gehören beispielsweise die Daytime-, Discard- oder Echo-Dienste. Da Xinetd alle Netzwerkdienste verwaltet, lassen sich über den Superserver auch Zugangsbeschränkungen realisieren, etwa per TCP-Wrapper.
Unter den zahlreichen von Xinetd unterstützten Protokollen findet sich auch der Dienst Tcpmux beziehungsweise Tcpmuxplus [2]. Dieser in RFC 1078 spezifizierte Dienst lauscht auf Port 1. Genauso einzigartig wie die Portnummer ist auch seine Aufgabe: Tcpmux, der "TCP Port Service Multiplexer", dient lediglich als Vermittler.
Der Client sendet an den Daemon eine Anfrage mit dem Namen des Dienstes, mit dem er eine Verbindung aufbauen möchte. Der Tcpmux-Server antwortet hierauf entweder mit »+«
oder mit »-«
, je nachdem, ob der angefragte Dienst auf dem System vorhanden ist. Bei einer positiven Antwort startet der Daemon den angeforderten Dienst bereitwillig sofort. Andernfalls schließt er nur die Verbindung.
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