Totaler Bedienluxus
Bevor das Kommando »ocs-sr«
aber direkt nach dem Booten funktioniert (Abbildung 4), stehen weitere Konfigurationen an. Soll das Backup übers Netzwerk und SSH auf einen anderen Rechner erfolgen, muss das Bootskript zunächst eine IP-Adresse vom DHCP-Server holen und die Netzwerkverbindung initialisieren. Clonezilla bietet dafür zwar das Skript »ocs-live-netcfg«
an, doch das nutzt ebenfalls Dialoge und weiß nichts von den Vorlieben des Users.
Statt dieses Skripts nimmt das hier vorgestellte Bootskript das Kommando »sudo dhclient eth0«
. Es holt auf Debian-Derivaten eine IP-Adresse vom DHCP-Server und stellt – den zurückkommenden Netzwerkdaten entsprechend – DNS-Server, Netmask und Default Gateway ein.
Das Kommando »ocs-sr«
zum Anwerfen des Backups schreibt die zu sichernden Dateien stets ins lokale Dateisystem unter dem angegebenen Verzeichnis, im Beispiel »2012-04-18-15-img«
. Erfolgt das Backup aber nicht auf eine USB-Platte, die unter dem aktuellen Verzeichnis gemountet ist, sondern übers Netzwerk, nutzt Clonezilla das Programm »sshfs«
, das sich per SSH mit einem entfernten Rechner verbindet und ein dort liegendes Verzeichnis mit »fuse«
-Technik mountet. Das Backupprogramm »ocs-sr«
glaubt also weiterhin, in einen lokalen Dateibaum zu schreiben, aber unter der Haube lotst »sshfs«
die Daten transparent auf den Backupserver.
Schneckenrennen
Bei den heute erhältlichen Terabyte-großen Festplatten dauern Backups oft Stunden und blockieren entsprechend den PC. Verfügt die zu sichernde Platte über mehrere Partitionen, kann der Admin das Backup unterbrechen. Beim nächsten Lauf sollte das Skript aber nicht wieder von vorne anfangen, sondern sein Tun bei der ersten noch nicht gesicherten Partition fortsetzen. Außerdem sollte der Backup-Admin kein Passwort eingeben oder die beim »ssh«
-Programm bei der ersten Verbindung zu einem noch unbekannten Host übliche Warnung bestätigen müssen. Die CD sollte das System nach dem Einlegen hochfahren, alles automatisch konfigurieren und nach Bestätigung loslegen.
Nun soll es noch Anhänger der Shellprogrammierung geben, die derartige Funktionen in irgendeinem Shelldialekt zusammenklopfen. Aber mir kommt das immer so vor, als hämmere jemand einen Nagel mit einem hart gewordenen Brotlaib in die Wand. Das Perl-Skript in Listing 2 implementiert die Features relativ übersichtlich. Da es einige CPAN-Module nutzt, stellt sich mir die Frage, wie man das Skript mit seinen Modulen auf die CD brennt.
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