Kernel- und Treiberprogrammierung mit dem Linux-Kernel – Folge 63
Kern-Technik
Jürgen Quade
,
Eva-Katharina Kunst
Die Langzeitmessungen des Open Source Automation Development Lab zeigen erstmals: Mit Linux lassen sich Systeme für harte Echtzeitanforderungen realisieren. Die Kern-Technik stellt die Ergebnisse vor und erklärt, wie aus dem Standardbetriebssystem eines für Realzeitanwendungen wird.
Vielerorts ist es noch einschlägige Lehrmeinung, dass Standard- und Realzeitbetriebssysteme zwei ganz verschiedene Paar Stiefel sind. Effizient und zugleich deterministisch, funktional und gleichzeitig sparsam im Umgang mit den Ressourcen, lauffähig auf einer PC-Plattform und auch auf einem Embedded-Prozessor – das sind die Zielkonflikte.
Nun hat die Entwicklertruppe rund um Linus Torvalds das unmöglich Erscheinende möglich gemacht und Linux in den vergangenen Jahren ein deterministisches Zeitverhalten eingepflanzt. Mehr noch: Wenn ein Realzeitbetriebssystem vor zehn Jahren verlässlich Zeitschranken im zweistelligen Millisekundenbereich – abhängig von der eingesetzten Hardware – einhalten musste, schafft es Linux heute im Mikrosekundenbereich [1]. Allerdings benötigt der Kernel dazu noch das »PREEMPT_RT«
-Patch [2]. Dieses fügt dem Standardkernel in der aktuellen Version gerade einmal 7000 Zeilen Code hinzu – Tendenz abnehmend, denn Torvalds übernimmt mit jeder neuen Release auch Teile des Patch in den Standardkernel.
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