DOM-Zugriff
Da Dart Javascript ersetzen soll, muss der Anwender mit der Sprache auch auf den DOM-Baum einer Webseite zugreifen können. Dazu bringt Dart eine eigene Bibliothek mit, die sich via
#import("dart:html");
einbinden lässt. Anschließend gelangt der Programmierer mit dem folgenden Ausdruck an ein »<div>«
mit der ID »menue«
:
document.query("#menue"); Elemente lassen sich also über CSS-Selektoren finden, ganz ähnlich wie bei Jquery. Mit weiteren Klassen und Funktionen bauen Dart-Programme unter anderem HTTP-Verbindungen auf (Stichwort Ajax), verarbeiten Json-Daten und greifen sogar auf das Dateisystem zu. Eine komplette Aufstellung liefert die API-Referenz [5].
Sei kein Frosch!
Da aktuelle Browser noch nichts mit Dart-Programmen anfangen können, entwickelte das Dart-Projekt den Compiler Dartc. Er übersetzt die Dart-Programme in Javascript-Code. Dartc stand jedoch bald in dem Ruf, extrem große Javascript-Programme zu generieren, die deshalb nur ziemlich langsam laufen. Abhilfe soll ein neuer Compiler namens Frog schaffen. Er ist selbst in Dart geschrieben und generiert wesentlich kompakteren Javascript-Code.
Frog und eine virtuelle Maschine für die Kommandozeile (Abbildung 2) sind im Dart-SDK enthalten, das man kostenlos auf der Projekthomepage bekommt [6]. Der Anwender muss nur das passende Zip-Archiv herunterladen, entpacken und dann das eigene Dart-Programm »test.dart«
entweder mit »frog«
aus dem »bin«
-Verzeichnis übersetzen:
./frogc --enable_type_checks test.dart
Oder er führt es gleich mit der virtuellen Maschine aus:
./dart --enable_type_checks test.dart
Der Parameter »--enable_type_checks«
sorgt dafür, dass der Compiler beziehungsweise die virtuelle Maschine die Typprüfung aktiviert. Wer nicht gleich das SDK einsetzen möchte, kann seine Programme auch direkt auf der Homepage des Dart-Projekts von dem so genannten Dartboard ausführen lassen ([7], Abbildung 3).
Dartboard bindet die meisten Bibliotheken der Sprache von Haus aus ein, während der Programmierer dies bei der Arbeit mit der Kommandozeilen-VM selbst per Import-Statement erledigen muss. Und dann hat Google auch noch Dartium [8] im Angebot, eine Spezialfassung des Browsers Chromium mit eingebauter virtueller Maschine für Dart.
Die komplette Spezifikation der Dart-Sprache gibt es unter [9] zur Ansicht, der Quellcode einiger größerer Dart-Beispiele wartet unter [10]. Von Dartium abgesehen ignorieren gegenwärtig noch alle Browser Dart. Verübeln kann man es ihnen nicht, schließlich ist die Programmiersprache alles andere als fertig. Gleichzeitig sieht sich Dart einiger Kritik ausgesetzt. Die meisten halten die Unterstützung einer weiteren Websprache für überflüssig und kontraproduktiv.
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