Die Aufgabe stellt sich bei vielen Gelegenheiten: Die Anwender sollen automatisch nur bestimmte Dateien eines Fileservers sehen, und der Rechner möge diese auch noch während des Zugriffs dynamisch verändern. Vielleicht will der Admin aus dem großen Fundus des Fileservers seinen Büromitarbeitern nur die Officedokumente, den Grafikern nur die Bilddateien präsentieren.
Zu Hause soll die Mediastation nur Multimediadaten lesen, die hochauflösenden Bilder der Digikam möge der Server kleinrendern, damit auch die meist in der Auflösung eingeschränkten Wiedergabegeräte damit zurechtkommen. Und Datenforensiker wollen bei jedem Untersuchungsschritt am liebsten nur die relevanten Dateien inspizieren.
All das verspricht das Fuse-Dateisystem Cmd-FS [1] zu leisten, ohne den Admin mit dem langwierigen und fehlerträchtigen Aufbau komplexer Verzeichnis- und Verknüpfungsstrukturen zu belasten. Zwar stammt die letzte Release von Cmd-FS bereits aus dem Jahr 2010, die Software tut aber brav ihren Dienst, wenn auch mit kleinen Macken.
Installation
Da es Cmd-FS bisher nicht in Debian- oder Ubuntu-Repositories geschafft hat, ist bei der Installation erst einmal Handarbeit am Quelltextarchiv angesagt. Wer das vermeiden und einfach mal mit der Software spielen will, schnappt sich die DELUG-DVD und startet das Ubuntu-12.04-Image, in dem die Autoren Cmd-FS installiert haben. Alle Beispiele aus dem Artikel funktionieren in dieser Installation auch, nur für die eigenen Beispieldateien muss der Anwender selbst sorgen und gegebenenfalls Pfade anpassen.
Auf der DELUG-DVD dieses Magazins findet sich (neben dem Quelltextarchiv von Cmd-FS) eine virtuelle Maschine, die auf der zweiten Beta von Ubuntu 12.04 basiert. Dort haben die Autoren Cmd-FS installiert und ein Verzeichnis »/Data«
mit mehreren (leeren) Dateien mit der Namenserweiterung ».jpg«
angelegt. Mit den Befehlen aus dem Artikel lassen sich die Filterfunktionen des Fuse-Dateisystems testen. Testdateien mit Bildern bieten Webseiten wie [5].
Dreisatz
Auf dem eigenen System steht ansonsten der übliche Weg an. Für eine erfolgreich verlaufende Übersetzung des Quelltextarchivs bedarf es des Fuse-Entwicklerpakets – leider weist das ».configure«
-Skript nicht darauf hin, wenn das Paket fehlt. Aber ein simples »aptitude install libfuse-dev«
holt es auf den Rechner, die üblichen Schritte Herunterladen, Entpacken, ».configure«
, »make«
und »make install«
erledigen den Rest.
Wer die installierten Programme lieber unter der Kontrolle des Paketmanagements wissen möchte, verwendet statt »make install«
den Aufruf »checkinstall«
[2]. Mehr Informationen über das Fuse-System (Filesystem in Userspace) bietet die Webseite des Projekts [3].
Ab sofort kann jeder User – der bei manchen Distributionen auch der Gruppe »fuse«
angehören muss – mit einer an den Mount-Befehl angelehnten Syntax andere Ansichten auf Dateien oder Verzeichnisse erzeugen. Cmd-FS stellt dabei eine Verzeichnisstruktur read-only bereit, die der Anwender oder der Admin beim Mounten mit Parametern an seine Bedürfnisse anpasst.
« Zurück
1
2
3
4
Weiter »