Zeiterfassung
Der letzte Kandidat im Test wendet sich an Inhaber eines Android-Smartphones. Die App mit dem unprätentiösen Namen Zeiterfassung ist über Google Play in zwei Varianten erhältlich: eine kostenlose Version mit Werbeeinblendungen (die im Offlinebetrieb wegfallen) und eine Pro-Version für rund 2 Euro, die zusätzlich eine Google-Kalender- und Dropbox-Integration anbietet. Außerdem bringt sie Plugins für die beiden wichtigsten Android-Automatisierungstools, Locale [17] und Tasker [18], mit.
Das Interface wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt und übersichtlich, verwirrt jedoch wegen der Beschriftung der Schaltflächen. Hinter den Buttons »Jetzt einstempeln«
und »Jetzt ausstempeln«
verbergen sich offensichtlich der Timer-Start und -Stopp. Mit »Einstempeln«
und »Ausstempeln«
dagegen geben Anwender eine Zeit vor, ab der die Erfassung automatisch beginnen und enden soll. »Pause«
unterbricht nicht etwa laufende Aufzeichnungen, sondern definiert feste Pausenzeiten. Über die Schaltfläche »Task wechseln«
wählen Anwender einen Kunden und ein Projekt aus. Außerdem führt ein Fingertipp auf das Werkzeugsymbol zu einer Maske, in der Nutzer neue Kunden und Projekte eingeben.
Dieser Dialog ist auch über die allgemeinen App-Einstellungen im Bereich »Tracking«
erreichbar. Dort tragen Anwender ebenfalls ihre Stundensätze und eine Sollzeit ein (siehe Abbildung 11). Weitere Punkte im Konfigurationsmenü betreffen eine Mailadresse für den Datenexport, automatische Backups auf der SD-Karte des Handys, Rundungsoptionen bei der Abrechnung, Angaben über automatische Pausenzeiten, Berichte, Überstunden und Zeitformate.
Die App hat ein Widget für den Homescreen im Angebot, das in drei Spielarten kommt: Je nach Anwenderlaune erlaubt es, die App beim Antippen zu starten oder mit einem Fingerwischen ein- oder auszustempeln. Das Einrichten geschieht in den allgemeinen Programmeinstellungen. Alle drei Widget-Varianten zeigen auch den aktuellen Status der App an und verraten, wie viel Zeit das gerade bearbeitete Projekt beansprucht hat, beziehungsweise geben über die Gesamtarbeitszeit des aktuellen Tages Auskunft.
Unschlagbares Trio
Durch die erwähnten Plugins für Locale und Tasker erreicht die Zeiterfassungs-App einen höheren Automatisierungsgrad als alle anderen Testkandidaten. Hier triggert nicht der Wechsel der Desktop-Arbeitsfläche die Zeiterfassung, sondern beispielsweise ein mit GPS bestimmter Ort oder ein bekannter WLAN-Accesspoint in Reichweite. Wenn nun der User zum Beispiel das Bürogebäude seines Kunden betritt, startet die App – ausgelöst durch Locale – die Zeiterfassung mit den korrekten Rahmenbedingungen. Genauso funktioniert das automatische Ausstempeln beim Verlassen des Ortes (siehe Abbildung 12).
Im Hintergrund verwendet Zeiterfassung eine SQlite-Datenbank. Zum Synchronisieren importiert der Anwender die Daten auf die SD-Karte (»Tracking | Tätigkeiten | Export/Import«
im Haupteinrichtungsmenü), von wo aus er sie auch einlesen darf (siehe Abbildung 13). Bequemer und ohne Umstecken der Speicherkarte geht's mit der Erweiterung Timerec Utility Pack [19], über die zusätzlich der Onlinespeicher Dropbox als Im- und Export-Lösung zur Verfügung steht.
Anders sieht es beim Export aus. Hier zeigt sich Zeiterfassung deutlich flexibler als beim Einlesen von Daten. Zum Einrichten des Feature tippt der Anwender im Hauptmenü auf »Datenexport«
und dort wiederum auf das Werkzeug-Icon. Anschließend definiert er eine Standard-Mailadresse für den Versand, das Format (Excel/CSV, HTML oder XML) und die Details für die angezeigten Tasks. Ist die Pro-Version installiert, exportiert die App alternativ auch in eine Dropbox. Als dritte Möglichkeit schaufelt Zeiterfassung seine Daten direkt in ein Google-Docs-Spreadsheet und benötigt dazu ebenfalls die entsprechende App.
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