Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Werkzeuge im Kurztest

Werkzeuge im Kurztest

Lziprecover 1.13

Lzip-Archive reparieren

Quelle: http://www.nongnu.org/lzip/lziprecover.html

Lizenz: GPLv3

Alternativen: File Ripper

Fast jeder hat sich schon mal über defekte Archivdateien geärgert, die keinen Zugriff mehr auf den verpackten Inhalt erlauben. Für mit Lzip Komprimiertes empfiehlt sich Lziprecover und versucht sich an der Reparatur. Wunder sollten Anwender jedoch nicht erwarten. Lziprecover ist kein Ersatz für regelmäßige Sicherungskopien, denn je nach Größe des Schadens gestaltet sich die Instandsetzung aufwändig oder das Tool kann gar nichts mehr ausrichten.

Leicht beschädigte Archive, bei denen etwa nur ein Byte am falschen Fleck sitzt, repariert Lziprecover mit »-R« . Hat der Anwender weitere, ebenfalls defekte Kopien eines Archivs, kann das Tool sie zusammenfügen und eventuell zu einer intakten Datensammlung gelangen.

Alternativ hat der Nutzer immer noch die Möglichkeit, wiederherstellbare Fragmente auf der Standardausgabe auszugeben und von Hand einzelne Dateien zu retten. Wer weiß, wo im lädierten Archiv die gesuchten Daten liegen, der kann außerdem einzelne Bereiche dekomprimieren. Die Quelldatei tastet Lziprecover dabei auf Wunsch nicht an.

★★★★★

Lziprecover erweist sich als hilfreich bei der Korrektur leicht beschädigter Lzip-Archive. Sind diese stärker in Mitleidenschaft gezogen, ist viel Handarbeit gefordert.

Kccmp 0.3

Kernelkonfigurationen vergleichen

Quelle: http://stoopidsimple.com/kccmp

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Diff, Tkdiff

Wer seine Linux-Kernel selbst baut, wird regelmäßig einen Blick in die ».config« -Dateien werfen oder die Standardkonfiguration einer neuen Version mit dem Vorgänger vergleichen. Meist kommt Diff dabei zum Einsatz, bequemer geht's jedoch mit Kccmp. Das Tool nimmt zwei Kernel-Einrichtungsdateien entgegen, vergleicht sie und stellt die Einstellungen in einer Qt-4-basierten Oberfläche gegenüber.

Auf Wunsch zeigt Kccmp nur die Parameter an, die in den beiden Konfigurationen voneinander abweichen. Alternativ gibt das Tool alle Optionen samt ihren Werten aus, die nur in einer der beiden Dateien vorkommen. Weiteren Bedienkomfort suchen Kernelbauer vergeblich. Eine Suchfunktion fehlt ebenso wie die Möglichkeit, Änderungen an den ».config« -Dateien vorzunehmen.

Zwar dürfen Nutzer die einzelnen Felder markieren und die darin enthaltenen Werte ändern, diese Modifikationen landen aber nicht in den Einrichtungsdateien, wie eine Kontrolle mit Vim im Test ergab. Für schnelles Abgleichen zweier Kerne genügt Kccmp aber völlig.

★★★★★

Kccmp erledigt das, was es verspricht, und liefert schnell einen Überblick über Abweichungen in Kernelkonfigurationen.

Checksuite 3.3

Monitoring-Toolsammlung

Quelle: http://checksuite.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Nagios, Sawdog

Diese nützliche Suite erleichtert das Leben von Sysadmins. Die acht Perl-Tools überprüfen etwa die Festplatte(n), Systemlast, I-Nodes, Links oder den Swapbereich. Checkdisk beispielsweise behält den Füllstand der Festplatte(n) im Auge. Checkhardware indes durchforstet die »dmesg« -Ausgabe nach möglichen Hardwarefehlern. Für die Überwachung der Systemlast ist Checkload zuständig. Es prüft die Angabe zu »load average« in der Voreinstellung alle fünf Minuten. Die Suche nach toten Prozessen übernimmt Checkzombie.

Beim Aufruf gibt der Anwender den einzelnen Befehlen einen Schwellenwert sowie eine Mailadresse oder eine Pagernummer mit. Erreicht ein Tool die vorgegebene Grenze, alarmiert es den Sysadmin. Alternativ schreiben sämtliche Checkprogramme Logeinträge. Für die regelmäßige Kontrolle empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Cron. Eine entsprechende Beispielkonfiguration ist im Checksuite-Archiv enthalten. Hier finden Admins ebenfalls ein Beispiel für die Nutzung mit Logrotate.

★★★★

Checksuite ist eine interessante Alternative für alle Admins, die Nagios & Co. als zu mächtig und zu aufwändig empfinden. Wer nur die wichtigsten Eckdaten erfassen möchte, der kommt mit der Toolsammlung schnell ans Ziel.

Tmsu 0.0.5

Dateien mit Tags versehen

Quelle: https://bitbucket.org/oniony/tmsu/wiki/Home

Lizenz: GPLv3

Alternativen: keine

Tags erweisen sich beim Verwalten von Musik und Bildern als extrem nützlich, und manch einer hat sich sicherlich schon gewünscht andere Dateien ähnlich auszuzeichnen. Tmsu erfüllt diesen Wunsch und erlaubt Anwendern, Dateien mit frei definierbaren Tags auszustatten. Die Originaldateien fasst das Tool nicht an, stattdessen erstellt es ein auf Fuse basierendes virtuelles Verzeichnissystem. Für jedes Tag existiert dort ein Unterverzeichnis, das symbolische Links auf die Urfassungen enthält.

Vor dem Markieren erstellen Nutzer zunächst einen Mountpoint und aktivieren das virtuelle Dateisystem. Danach ist das Tool einsatzbereit und nimmt hinter dem Aufruf »tmsu tag« den Namen des Tags und die Datei(en) entgegen. Handelt es sich um einen neuen Begriff, fügt Tmsu ihn der Liste hinzu und legt ein entsprechendes Unterverzeichnis in seinem virtuellen Dateisystem an. Über »tmsu stats« erfährt der Anwender, wie viele Tags und markierte Dateien das Tool gerade verwaltet. Eine »dupes« -Funktion sucht nach doppelten Auszeichnungen. Außerdem enthalten sind Optionen, die Tags entfernen oder umbenennen.

Sämtliche Fakten zu den Tags und den Dateien verwaltet Tmsu in einer SQlite-3-Datenbank im Benutzerverzeichnis. Sie umfasst drei Tabellen, die alle Informationen und Zuordnungen aufnehmen. Über »tmsu export« geben Nutzer die Daten im CSV-Format aus.

★★★★

Tmsu versieht beliebige Dateien mit Tags, ohne die Originale zu manipulieren. Auf diese Weise verwalten Anwender bequem große Datenmengen. Ein Blick lohnt sich.

Clamtk 4.37

Grafische Oberfläche für Clam AV

Quelle: http://clamtk.sourceforge.net

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Wbm Clam AV, Antivirus Scanner

Clamtk ist ein einfaches und übersichtliches GUI für den freien Virenscanner Clam AV. Das Programm setzt auf Tk-Bibliotheken und GTK-2-Perl. Bei jedem Aufruf verifiziert es zuerst, ob die Virensignaturen und die Clam-AV-Engine auf dem neuesten Stand sind. Gegebenenfalls lädt Clamtk dann Aktualisierungen aus dem Netz, es benötigt daher eine Internetverbindung.

In der gut strukturierten Oberfläche scannen Nutzer mit wenigen Handgriffen einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse. Das Feintuning der Scanparameter erfolgt im »Advanced« -Menü. Hier nehmen Nutzer etwa versteckte Dateien vom Scan aus oder prüfen nur Dinge, die eine bestimmte Mindestgröße aufweisen. Außerdem klammern sie über Whitelists gleich ganze Verzeichnisse von einem Scandurchlauf aus.

Das Ergebnis bereitet Clamtk als übersichtliche Liste auf. Vorschläge zur Weiterverarbeitung infizierter Daten macht das Tool nicht, also muss der Anwender selbst entscheiden, wie er vorgeht. Wer betroffene Dateien nicht direkt löschen möchte, der kann sie unter Quarantäne stellen oder umbenennen. Letzteres ist natürlich nicht besonders sicher. Für Anwender, die in einem restriktiven Netz arbeiten, bietet Clamtk Proxy-Einstellungen für die regelmäßigen Updates. Diese und andere Aufgaben automatisiert das Perl-Tool mit entsprechenden Crontab-Einträgen.

★★★★★

Clamtk ist eine komfortable Oberfläche für den beliebten Virenscanner Clam AV. Anwender überprüfen mit wenigen Mausklicks, ob infizierte Dateien auf dem System liegen.

Getxbook 0.8

Onlinebücher herunterladen

Quelle: http://njw.me.uk/software/getxbook

Lizenz: ISC

Alternativen: I-Bookshelf

Getxbook lädt Bücher aus dem Netz herunter. Enthalten sind die drei Programme Getgbook, Getabook und Getbnbook für die drei Anbieter Google Books, Amazon und Barnes & Nobles. Um ein Werk von einem Dienst auf den eigenen Rechner zu bringen, ruft der Nutzer das entsprechende Tool zusammen mit der ID des gewünschten Werks auf. Bei Amazon ist das die ASIN, Google nutzt die Book ID und Barnes & Nobles die ISBN 13.

Wenn nichts anderes angegeben ist, lädt der Befehl den gesamten verfügbaren Inhalt herunter. Es ist aber auch möglich, beim Aufruf Seitenzahlen anzugeben. Mit Hilfe von »seq« automatisieren Nutzer diesen Vorgang. Google beschränkt den maximalen Download pro IP-Adresse. Bei größeren Dokumenten muss der Anwender also in Etappen vorgehen. Getgbook merkt sich, welche Seiten es bereits übertragen hat.

Für ihre Arbeit braucht die Toolsammlung direkten Internetzugriff, einen Proxy unterstützt sie nicht. Alle heruntergeladenen Seiten befinden sich in einem Verzeichnis mit der ID des Buches. Das Archiv enthält auch eine rudimentäre Tcl-basierte Oberfläche, in die der Anwender die Buch-ID einträgt und das Tool auswählt. Sonderfunktionen wie die Erfassung einzelner Seiten unterstützt das GUI jedoch nicht.

★★★★★

Getxbook besorgt Futter für Leseratten, welche die von Amazon, Google und Barnes & Nobles freigegebenen Bücher gerne offline lesen oder archivieren möchten. Abzüge in der B-Note gibt es lediglich wegen des fehlenden Proxy-Supports.

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