Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2012
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Startsequenz

Beim Daemon-Start prüft Rrdcached, ob unerledigte Aufträgt im Journal warten, und arbeitet sie ab. Ist das Journal aktiviert und Rrdcached wird beendet, schreibt es die Daten der Warteschlange nicht in die RRDs, sondern nur ins Journal. Dadurch erfolgt der Shutdown flink, aber auf Kosten nicht aktualisierter RRDs. Ein »-F« schaltet dieses Verhalten ab und Rrdcached führt beim Beenden einen »FLUSH« aus.

Der Pfad hinter dem Parameter »-b« ist der Basispfad von Rrdcached. Alle relativen Pfadangaben in der Konfiguration beziehen sich darauf. Lasse ich diese Angabe weg, setzt Rrdcached »/tmp« als Basispfad ein. Prinzipiell kann ich einzelnen Konfigurationsoptionen mit absoluten Pfadangaben völlig andere Pfade nennen. In der Beispielkonfiguration verhindert dies aber das nachfolgende »-B« , das Schreibzugriffe nur auf das Basisverzeichnis und Unterverzeichnisse davon erlaubt und auch keine symbolischen Links akzeptiert.

Hinter »-w« verbirgt sich der Flush-Timeout, im Beispiel eine halbe Stunde (1800 Sekunden). Aktualisierungen, die länger in der Warteschlange stehen, landen in RRDs auf der Platte. Damit sich nicht alle halbe Stunde die Schreibzugriffe knubbeln, gibt es den Parameter »-z« . Er verzögert den Zugriff um eine zufällige Zeitspanne zwischen 0 und 1800 Sekunden und entzerrt so die Schreibzugriffe. Der Erfolg ist, besonders in sehr großen Installationen, durchschlagend. Je nach Anzahl der RRDs und der eingesetzten Hardware verringert Rrdcached die I/O-Last auf den Platten um ein Vielfaches.

Charly Kühnast

iDateisynchronisierung mit Csync2

Wenn es darum geht, Konfigurationsdateien zwischen mehreren Servern synchron zu halten, sind Puppet und Chef die Platzhirsche. Beide sind aber aufwändig zu konfigurieren und bringen viel Overhead mit – für Hochverfügbarkeitscluster mit zwei Knoten ist das oft schon zu viel des Guten. Csync2 ist eine schlanke Alternative: Der Name steht für Cluster Sync. Bei dem Programm handelt es sich um ein Tool, das einzelne Konfigurationsdateien zwischen zwei Servern mittels Rsync im Gleichklang hält.

Listing 2

Automatisierter Aufruf von Csync2

01 csync2 -cr /
02 if csync2 -M; then
03 echo "!!"
04 echo "!! There are unsynced changes! Type 'yes' if you still want to"
05 echo "!! exit (or press crtl-c) and anything else if you want to start"
06 echo "!! a new login shell instead."
07 echo "!!"
08 if read -p "Do you really want to logout? " in &&
09 [ ".$in" != ".yes" ]; then
10 exec bash --login
11 fi
12 fi

Die Konfiguration liegt in »/etc/csync2.cfg« . Alle in der Datei vermerkten Files lassen sich mit »csync2 -xv« auf andere Knoten synchronisieren. Damit ich nach einer Konfigurationsänderungen das Synchronisieren nicht vergesse, baut das ».bash_logout« -Skript einen Automatismus ein. Listing 2 enthält den Code, der beim Logout prüft, ob es Änderungen in den von Csync2 verwalteten Dateien gibt. Dann zeigt es vor dem Logout eine Warnung und gibt mir die Chance, die Synchronisation nachzuholen.

Martin Loschwitz

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