Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2012
© Elena Alyukova-Sergeev, 123RF

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Automatisierung: Nützliches aus der Trickkiste von Linux-Magazin-Autoren

Turnschuh ade!

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Zwischen Turnschuhadministration und Automatisierung lauern Gräben und Klippen. Linux-Magazin-Autoren plaudern aus dem Nähkästchen und verraten ihre Kniffe.

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Test und Review, Gentoo anpassen, LDAP-Sicherung mit Versionierung, gezähmtes Monitoring und synchrone Konfiguration: Magazin-Autoren öffnen ihre Trickkisten.

iReviews und Testsvermeiden Pannen

Bei all den Vorzügen der Automatisierung darf der Admin nicht vergessen, dass Methoden, die das Ausrollen eines Patch auf Hunderten von Rechnern erlauben, auch ein fehlerhaftes Skript verteilen können. Mit steigender Heterogenität des Rechnerverbunds wächst auch das Risiko für unerwartete Resultate nach einem administrativen Eingriff. Es gibt zum Glück Methoden, um das Risiko stark zu reduzieren: Peer Reviews und ausführliches Testen. Wichtig ist, dass Admins beide Checks als Einheit durchführen – keiner ist ersetzbar.

Ich entwickelte vor Jahren ein Shellskript, welches das Rootpasswort auf Suse, Red Hat, HP-UX und Irix ändern sollte. Die Tests waren zwar erfolgreich, beim Rollout kam es aber zur Katastrophe. Ursache war ein Kommando, das syntaktisch richtig, aber semantisch falsch war.

Das Resultat unter HP-UX: Bei 50 Prozent der Rechner war »/etc/passwd« 0 Byte groß. Eine sorgfältige Peer Review eines erfahrenen Shellskripters hätte dieses Disaster vielleicht vermieden. Bei großen Skripten kann dem Prüfer aber auch etwas entgehen. Nur ein echter Testlauf fördert den Bug zutage.

Ich erinnere mich an den Fall, wie alle Rechner einer bestimmten Linux-Release den Hostname »uname« verpasst bekamen. Ein Testlauf fiel damals aus Zeitgründen weg – ein fataler Fehler, wie sich hinterher herausstellte. Fazit: Automatisierung ist toll! Einen Teil der gewonnenen Zeit muss der Admin aber in sorgfältige Tests und Peer Reviews stecken.

Udo Seidel

iGentoo-Pakete erstellen und verteilen

Als Admin vieler Gentoo-Rechner schätze ich die gängige Praxis, Binärpakete aus den Quellen zu bauen, da Gentoo beim Kompilieren CPU-Typen berücksichtigt. Auch kann ich mittels »USE« -Flags Pakete gemäß den Besonderheiten des Zielsystems zuschneiden, was letztlich über Configure-Optionen passiert.

Die Binärversionen liegen normalerweise unter »/usr/portage/packages« . Andere Hosts dürfen sich effizienterweise dort per NFS, HTTP oder FTP bedienen, um zu fertigen Binärpaketen zu kommen. Dafür setzen sie die Umgebungsvariable »PORTAGE_BINHOST« auf eine oder mehrere passende URLs. Will ich auf solch einem partizipierenden System eine Software installieren, veranlasse ich mit der Option »-g« , dass Gentoo die Pakete vom per URLs spezifizierten Rechner holt – allein diese Art des Deployments verdeutlicht Gentoos Unterschiede zu RPM- und Deb-Distributionen.

Richtig cool wird es, wenn der Verwalter mehrerer Gentoo-Rechner das Kompilieren mit »distcc« im Netz verteilt. Gentoo unterstützt dies transparent, es reicht, in die Datei »make.conf« unter der Variablen »FEATURES« die Option »distcc« zu setzen und bei »MAKEOPTS« mit »-jX« den Parallelitätsgrad zu erhöhen, also mehr bereitstehende CPUs zu nutzen.

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