Open Source im professionellen Einsatz

Übersichtlich

Die Verwaltung der Clients erfolgt bequem über eine Webanwendung (Abbildung 1). Sie wirkt etwas altbacken und geht großzügig mit Platz um, ist dafür aber recht übersichtlich (Abbildung 2). M23 kann mehrere Administratoren unterscheiden, die allerdings allesamt die gleichen weitreichenden Zugriffsrechte besitzen – die Konkurrenz erlaubt hier eine feinere Rechtevergabe.

Abbildung 1: M23 bedient der Admin über eine bunte Webanwendung, die sich nur auf einem großen Monitor gut macht.

Abbildung 2: Mit den farbigen Punkten in der ersten Spalte signalisiert M23, ob die Clients gerade beschäftigt sind.

Sobald der Server läuft, lässt der Systemverwalter die Clients via PXE oder Etherboot vom Netzwerk booten. M23 schiebt den Rechnern dann das jeweils gewünschte Betriebssystem zu. Alternativ ist in der Serveroberfläche ein Image für eine passende Boot-CD zu finden. Bestehende Clients bindet der M23-Server nur dann ein, wenn auf ihnen Debian oder Ubuntu mit einem SSH-Server läuft. Verschiedene Paketquellen lassen sich auch zu einer neuen Gruppe zusammenfassen und als Basis für die Client-Installation verwenden.

Neben normalen Programmpaketen kennt M23 noch Spezialpakete, die Systemoperationen oder umfangreiche Aufgaben lösen. Dazu gehört etwa, eine Festplatte zu formatieren oder in einem Rutsch KDE 4 parallel zu Gnome zu installieren.

Auf Wunsch erzeugt der integrierte Paket-Architekt aus ».tar.gz« -Archiven passende ».deb« -Pakete. Erhält ein Client einen Installations- oder Deinstallationsauftrag, weckt ihn der Server bei Bedarf via Wake on LAN auf. Nach durchgeführter Arbeit versetzt ihn der Server dann wieder in den Ruhezustand. Als kleine Delikatesse nimmt M23 sogar Shellskripte entgegen, die es auf die Clients überträgt und dort ausführt.

Der M23-Server erzeugt außerdem Abbilder seiner Festplatten und von denen des Clients und legt via Backup-PC-Komponente auch dateibasierte Sicherheitskopien an. Diese landen grundsätzlich auf der Festplatte des Servers. Nur die Serverbackups darf der Admin sicher per »scp« auf einen Fileserver schieben, mit den Clientbackups geht das unverständlicherweise nicht.

Virtuell

Direkt aus der Browseroberfläche heraus lassen sich auf dem Server und den Clients weitere virtuelle Maschinen mit Clientsystemen einrichten und verwalten. Im Hintergrund kommt dabei Virtualbox zum Einsatz. Hauke Goos-Habermann bietet auf seiner eigenen Homepage einen Fernadministrations-Service an, über den der Kunde den eigenen M23-Server via Internet fernsteuern kann. Als Bonbon lässt sich schließlich der Funktionsumfang des M23-Servers noch über Plugins erweitern.

In den Tests der Redaktion verhielt sich M23 hin und wieder zickig: Obwohl aus dem angebotenen ISO-Image installiert, wollte der DHCP-Server aufgrund einer fehlerhaften Konfigurationsdatei nicht starten, folglich suchten die Clients vergeblich ihren Meister. Einen bereits installierten Ubuntu-Rechner band der M23-Server klaglos ein, weigerte sich dann aber hartnäckig, auf ihm Software zu installieren. Wie sich herausstellte, fehlten dem Server die Berechtigungen für ein nicht existierendes Verzeichnis. Vermutlich hat hier die M23-Oberfläche bei der Registrierung des Clients geschludert. Beheben ließ sich das Problem bis Redaktionsschluss nicht.

Der Versuch, den Server über die Browseroberfläche via »Update« zu aktualisieren, führte nur zu einer leeren Seite. Außerdem präsentierte M23 die für die Administration der Clients benötigten Rootpasswörter auch ständig im Klartext – sicherheitsbewussten Administratoren ein Graus.

Über seine eigene Homepage bietet der Entwickler kostenpflichtigen Support an [1], beantwortet aber auch die im offiziellen Community-Forum [2] gestellten Fragen. Als weitere Anlaufstelle existieren eine Mailingliste [3] sowie ein ausführliches Handbuch auf Deutsch, das allerdings mehr als Referenz dient [4].

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