Open Source im professionellen Einsatz

Bildbearbeitung: Corel Aftershot im Praxisvergleich mit freien Tools

Nach dem Schuss

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Weißabgleich, Farbrauschen, Pixelfehler, Vignettierung, chromatische Aberration und das Tausend-Bilder-Archiv: Nach dem Druck auf den Auslöser fangen die Probleme des Fotografen oft erst an. Altmeister Corel wirft jetzt mit Aftershot ein proprietäres Tool ins Rennen mit Gimp, Rawtherapee und Digikam.

Raw-Fotobearbeitung, Fehlerkorrektur und Bildarchivierung – für jede dieser Aufgaben gibt es unter Linux hochspezialisierte Softwarelösungen, zu denen sich seit Kurzem auch Corels Aftershot Pro [1] gesellt. Die kostenpflichtige Lösung (siehe Kasten "Corel Aftershot Pro") will aber den kompletten Workflow abdecken und basiert auf dem populären Vorgänger Bibble. Corel hat im Jahr 2011 dessen Hersteller Bibble Labs übernommen [2] und den Namen geändert.

Gimp, Rawtherapee, Digikam

Aftershots großer Funktionsumfang lässt sich auf Open Source am ehesten mit dem Repertoire von Digikam [3], UF Raw [4], Rawtherapee [5] und Gimp [6] vergleichen. Im Gegensatz zu Aftershot, das eine Art eierlegende Wollmilchsau sein will, fokussiert sich die Konkurrenz aber auf einzelne Aufgaben und hat sich bislang damit gut ins Bild gesetzt.

Für den Vergleich in diesem Artikel dient ein kompliziert zu optimierendes Foto als Vorlage, das einen guten Überblick über die typischerweise notwendigen Handgriffe in der digitalen Dunkelkammer zeigt. Anhand dieses Bildes haben die Tester des Linux-Magazins mit den unterschiedlichen Tools versucht ein besseres Ergebnis (Abbildung 1) zu erreichen, als dies die Standardeinstellungen (siehe Abbildung 2) erlauben.

Abbildung 2: Das unbearbeitete Beispielfoto – mit Standardeinstellungen aus den Raw-Daten importiert – mit den Lichtspuren des Flugzeug.

Corel Aftershot Pro

Mit 90 Euro Verkaufspreis scheint Aftershot Pro ein richtiges Schnäppchen. Konkurrent Adobe verlangt für sein Lightroom fast das dreifache (240 Euro). Aftershot unterstützt eine Vielzahl von Dateiformaten, unzählige Filter und Raw-Bearbeitungsmethoden und bringt eine komplette Archivierungsfunktion samt Schlagwortverwaltung und Suche (Abbildung 3) mit. Ebenfalls enthalten sind komplexe Rückgängig-Funktionen in der Bildbearbeitung sowie eine lange Liste an Objektiv- und Kamera-spezifischen Einstellungen für die Fehlerkorrektur.

Abbildung 3: Der Metadatenbrowser von Aftershot Pro ist umfangreich und bietet viele Möglichkeiten, nach Bildern im Archiv zu suchen.

Fehler, Fehler, Fehler

Wer immer perfekte Bilder schießt, kann natürlich auf jede Nachbearbeitung verzichten. Doch realistisch ist das nicht. Bei der Aufnahme legt der Fotograf mit Motiv, Bildaufbau, Blickwinkel, Licht-, Farb- und Schärfeverlauf die wesentlichen Merkmale eines Fotos fest. Dennoch gelingt eine gute Aufnahme, besonders unter schwierigen Bedingungen, selten auf Anhieb perfekt.

Korrekturen, die Fotoprofis in der analogen Ära nur mit Chemikalien im Labor erreichen konnten, lassen sich heute spielerisch am Rechner und deutlich umfangreicher umsetzen. Dazu gehören Verbesserungen an der Aufnahme selbst, zum Beispiel bei Weißabgleich, Kontrast und Ausschnitt, aber auch Korrekturen von technischen Fehlern der Kamera, des Bildrauschens, der Pixelfehler, der Bildschärfe oder der chromatischen Aberration und Vignettierung des Objektivs.

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