Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2012
© cydonna, photocase.com

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"Getting Things Done" mit Evernote und Perl

Unvergesslich

Um vorläufig eingefrorene Projekte regelmäßig zu reanimieren, sortieren Anhänger der "Getting Things Done"-Methode Zettel in Hängeregistern nach Datum und sehen diese Tickler-Files regelmäßig durch. Perl und Evernote hingegen wecken den User automatisch mit Erinnerungsmeldungen in der Inbox.

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Mind like Water, die geistige Ruhe und extreme Flexibilität eines Karatekämpfers beim Bewältigen der Alltagsaufgaben, das verspricht die Produktivitätsmethode "Getting Things Done" (GTD) von Erfolgsautor David Allen [2]. Die einfache Grundregel dazu lautet: Belaste dich nicht länger mit Aufgaben, bei denen du den nächsten Schritt momentan nicht erledigen kannst, sondern lege sie stattdessen in einem Ordnungssystem (Abbildung 1) ab.

Papiervorlage

Die bei der GTD-Methode zum Einsatz kommenden Hängeregister tragen Etiketten für die jeweiligen Tage des Monats und die Monate des Jahres. Hat ein Kollege zum Beispiel für den 14. eines Monats vollmundig ein Ergebnis angekündigt, schreibt der GTD-Jünger einen Zettel mit den Eckdaten und wirft ihn in den dazu passenden Order mit der Nummer 14. Und sollte bereits im Januar die Urlaubsplanung für den nächsten Sommer beginnen, weil es dann die günstigsten Flüge gibt, landet ein entsprechender Zettel mit der URL des Online-Buchungssystems im Ordner mit dem Reiter "Januar".

Abbildung 1: Getting Things Done – ein Tickler-System für Papierzettel.

Beim regelmäßigen Prüfen der Ordner fällt dann auf, dass für den nächsten Tag oder den kommenden Monat bestimmte Aufgaben anstehen. Die packt der pflichtbewusste GTD-Anhänger zum Erstaunen seiner unorganisierten Mitwelt dann pünktlich an und prüft zuverlässig nach, ob Terminversprechen tatsächlich eingehalten wurden.

Automatisch mit Evernote

Wie schon im Perl-Snapshot des Linux-Magazins 1/2012 [3] kommt der in der Grundversion kostenlose Service "Evernote" [4] wie gerufen, um Alltagsaufgaben gemäß GTD-Tipps zu optimieren. Der User definiert sich ein Eingangsfach als »00-Inbox« . Die vorangestellten Nullen sorgen dafür, dass Evernote den Ordner ganz nach oben sortiert. In das Fach (Abbildung 2) flattern später neue Anfragen hinein. Für diese bestimmt der Ordnungsliebhaber dann den nächsten Bearbeitungsschritt und packt ihn wahlweise sofort an oder legt die Notiz im richtigen Projektordner für eine spätere Wiedervorlage ab.

Abbildung 2: Vorher: Die Inbox des Evernote-Users zeigt zunächst nur einen lesenswerten Artikel …

Ähnlich wie mit den bewährten Papierzetteln in Hängeregistern lässt sich mit Evernote ein Tickler-System aufsetzen: Das Notebook »01-Tickler« enthält Einzeleinträge, die in der Betreffzeile ihr Aktionsdatum im Format YYYY-MM-DD führen. Mittels des Evernote-API öffnet dann ein einmal täglich ablaufender Cronjob das Tickler-Notebook, wandert durch alle Einträge und prüft, ob darunter solche sind, die am folgenden Tag fällig werden (Abbildung 3). Bei einem Treffer schiebt das Skript pflichtschuldig die Notiz in die Inbox des Users, der so erfreut zur Kenntnis nimmt, dass er nun den nächsten Schritt eines Miniprojekts abarbeiten kann.

Abbildung 3: … doch nach dem Lauf des Tickler-Cronjobs landet der morgige Zahnarzttermin in der Inbox.

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